So, yeah… ich hatte nicht damit gerechnet, daß all dies heute Thema sein würde, beim Ausflug mit Freund, seiner aus den Staaten angereisten Mutter, und meiner.
Vor 17 Jahren, da war das damals, da war doch die Gaudi bei mir…
Welche Gaudi?
Ja, da war doch das Zeug…
Was für Zeug denn?
Da hatte ich die Zahnprobleme und dann Rheuma… 88 oder 89 war das… Und hier war der Arzt… ach das ist ja interessant… moment, da muß ich gucken… aha… Die Straßen hier sind aber auch erst kürzlich geteert worden… und verbreitert… Aber daß sie die gerade machen würden, das geht nicht… weil die Bauern dann Stücke von ihren Feldern abtreten müßten… Nee… ach nee… da steht der Golf… Gestern war er nur kurz in der Arbeit und ist dann mittags wieder heimgekommen, um zu schnarchen… das geht, wenn Urlaub ist, gell, da fällt das nicht so auf… Ach und das Aufladegerät… Du hast doch gesagt, ich soll mal den T*** fragen… und jetzt hab ich ihm eine Email geschrieben und er hat sich nicht gemeldet… ach… ach… Das Hotel, in dem der L**** geheiratet hat, ist jetzt übrigens von einem Sportler aufgekauft worden… selbes Personal, selbe Leitung… nur, daß es jetzt einem Sportler gehört… Das ist jetzt fast überall so… die kaufen so viel auf… Was soll ich denn machen? Kaum hat er seinen Kaffee getrunken, haut er ab… oder trinkt gar keinen Kaffee… Das hat echt gezehrt, als er da war… nichts ist zuhause passiert… Mal sehen, ob er dann vorbeispringt, kurz bevor seine Wäsche fertig ist. Der läßt sich ja nur bedienen.
Silvester? War ähnlich. Er hat ihr erzählt, daß seine Frau ihm das Musikhören verboten hätte. Und sie hat ihr bedeutet, daß er wohl schlafen würde, nachdem er nicht auf die Straße runtergekommen war, um Silvesterraketen abzufeuern.
Wo ist die Liebe hin, wegen der sie einst geheiratet haben, fragte sie mich später. Hmm, zuckte ich meine Schultern. Don’t ask me. That’s games, you know, and I’m so damn tired of them. Und begann, von beider Kindheit zu erzählen.
Als ob das eine Entschuldigung wäre.
Zunächst versuchst Du ja, Dinge zum Besseren zu wenden. Mitzuhelfen, daß sich was zum Guten ändert. Doch beide haben ja gar kein Interesse daran, Dinge zu ändern. Und wir Kinder sind, weil vier an der Zahl, willkommene Möglichkeiten, sich bei jedem über den Partner zu beklagen. Ohne selbst die Konsequenzen zu ziehen. Endlich.
Die zwei erwachsenen Menschen um die 60 handeln so kindisch, reagieren die ganze Zeit nur noch, anstatt ihr Schicksal endlich selbst in die Hand zu nehmen und ihr Leben so zu leben, wie es ihnen gut tut.
Aber dann hätten sie vermutlich nicht mehr so viel zu erzählen. Darüber, was der andere jetzt schon wieder (nicht) gemacht hat. Und Streit und Ärger ist ja auch eine Form von Kontakt. Die sie so dann wohl nicht mehr hätten.
Aber hey. Keinen interessiert es, was euer Partner richtig oder falsch gemacht hat. Ihr macht, wenn ihr davon erzählt, nur euch selbst lächerlich, nicht euren Partner.
Und vor allem: ihr seid erwachsene Menschen! Habt ihr euch mal überlegt, was es heißt, erwachsen zu sein? Ich stell hier mal ein paar Gedanken von Sandy rein:
* Ability to control feelings
* Acceptance of oneself
* Ability to face difficult situations calmly
* Ability to settle differences amicably
* Being dependable
* Being orderly
* Being willing to undergo present difficulty to achieve future goals.
* Being able to resist group pressure when you believe you are right
* Being able to admit you were wrong and can manage to say sorry
* Being able to keep promises
* Being willing to work to improve what you can change
* Being unselfish
* Taking goals that put faith in a greater power than yourself (…)
You can be 57 years old and be an immature jackass. Age doesn’t bestow any kind of special powers. We’re all works in progress to a certain degree. It’s not the things we do so much but how we execute our actions and how we effect the people around us.
Ask yourself a few things;
Do you think you’re a joy to be around?
Are you a burden to anyone?
Do you cause pain to loved ones?
Do you see pain and suffering in others?
Do you really think you’re that damn special? (…)
Well, was kann ich sagen… hab hiermit einen Teil meines Frustes niedergeschrieben. Der an sich schon vor Silvester begann, als ich nämlich meinen Vater gefragt hatte, wie es denn - wir hatten eine Woche vorher schon kurz darüber gesprochen, nachdem er spontan bei uns geklingelt hatte, um, wie er sagte, die Mama W******* kennenzulernen - aussähe, ob er Silvester mit uns feiern wolle und die Mama meines Freundes kennenlernen wolle. Hier die Antwort:
also ja, wenn sich’s einrichten läßt…
Was soll man dazu sagen?
Ein anderes, typisches Reaktionsmuster übrigens: Meine Mutter liest das hier und wird mir dann sagen: Aha, mit dem Papa hast Du also über Silvester gesprochen. Und vor mir wird wieder alles verheimlicht. Aha. Ich hab’s wohl nicht nötig, informiert zu werden.
See?