Thu 30 Mar 2006
Oder an’s Abnehmen denken?
Hi A-Heldin,
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Thu 30 Mar 2006
Oder an’s Abnehmen denken?
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Fri 17 Feb 2006

Ich mach grad Pizza. Nachdem der Teig gegangen war, hab ich ihn jetzt belegt und das ganze in den Ofen geschoben. Bevor ich jetzt meinen Rechner hier angeschalten habe, seh ich, daß ich kurz vor acht innerhalb von 15 Minuten drei Smse bekommen habe. Vom Papa.
Die erste informiert mich darüber, daß unsere alte Familienkutsche, ein 86er Golf, auf dem wir Kids alle das Autofahren gelernt haben, den TÜV für weitere zwei Jahre hat. Das ist cool - ich frag mich, vor allem in den Wintermonaten, Monat für Monat, wie lange das alte Teil noch durchhalten wird. Und ob man irgendwann nicht mehr Aufrüsten, sondern sich einfach ein neues Auto kaufen sollte.
Die nächsten beiden Smse haben einen ganz anderen Inhalt. Und ich frag mich: Was soll ich ihm darauf antworten? Etwa: Ur-Enkel? Hast Du neue Kids adoptiert, die im Gegensatz zu uns schon Kids haben, die schanger sind? Wer weiß. Die muß er ja nicht mal adoptiert haben… ich mein: Die siebziger, die waren schon eine wilde Zeit… ahem…
Spaß muß sein…
- Wir richten schon mal das Zimmer. Für die Ur-Enkel. Ferienzimmer und so. . .
- Jetzt bist Du - glaub’ ich platt. Aber Spaß muß sein…
Tja. Ich muß jetzt erst mal mein Handy aufladen. Die Batterien sind genauso platt, wie es sicherlich auch mein Vater sein würde, wenn ich ihm von einer meiner Phantasien über ihn und meine Mutter erzählen würde.
Die beiden haben zu einer Zeit geheiratet, als die freie Liebe das non plus ultra war. Sich ein Leben lang aneinander zu binden, war für Hippies damals so gesehen sicherlich revolutionär; das Versprechen, nur einem Menschen treu zu sein - unvorstellbar. Kirchlich zu heiraten? Kommt überhaupt nicht in Frage.
Ob es nun eine persönliche oder aber eine dem Zeitgeist entsprechende Entscheidung war, ob meine Phantasie romantisch ist oder aber eigenen Überlegungen entspricht: Irgendwie bekomme ich seit geraumer Zeit die Vorstellung nicht mehr aus dem Kopf, wie es wäre, wenn meine Eltern ihren Bund erneuern würden. Kirchlich. Zu ihrem 30. Hochzeitstag. Den sie dieses Jahr feiern dürfen.
Ist das eine verrückte Idee? Ich weiß es nicht. Ich finde nicht. Gerade, wenn Gott im Leben eine feste Konstante ist.
Jedenfalls habe ich ein paar gut formulierte Gedanken (mit katholischem Hintergrund) im Netz gefunden und möchte sie hier mal posten.
Wer weiß schon genau, ob seine Zuneigung oder die Liebe des Partners auf Dauer wirklich tragfähig ist? Und weil dem so ist - die erschreckende Höhe der jährlichen Scheidungsziffer betätigt es -, bleibt nichts anderes übrig, als zu sagen ,,Glück muß der Mensch haben” oder besser ,,Unsere Ehe soll gesegnet sein.”
Es ist sinnvoll, sich mit diesem nicht mehr kalkulierbaren Risiko in die Hände dessen zu geben, den wir als Gott und Schöpfer ansprechen, der den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat und der ihm die Fähigkeit zur Liebe gab. Das ist das erste, was eine kirchliche Trauung will.
Das zweite ist dies: Wer kirchlich heiratet, nimmt Jesus Christus als Dritten im Bunde auf. Jesus ist den Weg des Menschen in Treue gegangen und hat selbst Leid und Tod auf sich genommen. Er hilft den Paaren, ja zu sagen zu einer lebenslangen Gemeinschaft, ja zu sagen zu einer Liebe, die sich durch Treue bewähren will. Er hilft auch, ja zu sagen zu Kindern.
Wer kirchlich heiratet, stellt sich als Ehepaar in die Gemeinschaft der Kirche. Die Ehe unter Christen ist ein Abbild der liebenden Gemeinschaft zwischen Christus und der Kirche. Darum nennen katholische Christen die Ehe ein Sakrament, ein heiliges Zeichen. Dieses Sakrament, dieser heilige Bund, trägt die Ehepartner ,,in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und in Krankheit”. Besonderen Halt gibt nach unserer Ansicht gerade der Glaube.
Und nochmal:
Heiraten - das bedeutet, dass Mann und Frau für ein Leben lang beieinander bleiben wollen. Sie lieben sich, haben gelernt, sich zu vertrauen und entscheiden sich für ein gemeinsames Leben. Sie sind auf ihrem Weg so weit, dass sie sagen können:”Ja, wir trauen uns…”. Bei der Hochzeit bekennt sich das Paar öffentlich zueinander. Alle sollen es wissen und die Menschen, die dem Paar etwas bedeuten, sollen die Entscheidung mitfeiern.
Zwischen der standesamtlichen Heirat und der kirchlichen Trauung lagen vor zwanzig, dreißig Jahren in der Regel nur wenige Stunden. Das hat sich heute entscheidend geändert. Zivileheschließung und kirchliche Trauung gehören nicht mehr automatisch zusammen. Das Bewusstsein ist gewachsen, dass die kirchliche Hochzeit eine andere Bedeutung hat als die standesamtliche.
Menschen, die an Gott glauben, wissen um die Chancen und Bereicherungen, die ein Leben im Vertrauen auf Gott schenkt. Sie erfahren ihr Leben als sinnvoll. Sie wissen sich auch dort von Gott angenommen, wenn Sie leidvoll an Grenzen stoßen. Dieses Wissen und diese Erfahrung machen Mut, Ja zu einer Partnerin/Ja zu einem Partner zu sagen. Diese Paare wenden die christliche Glaubenshaltung, dass das Leben im Vertrauen auf die bedingungslose Zusage Gottes an die Menschen gelingt, ganz konkret auf einen wichtigen Lebensbereich an: das Leben als Paar.
Wenn ein Paar sich daher öffentlich so in der Kirche zueinander bekennt, dann redet die katholische Kirche von einem heilmachenden Zeichen, von einem Sakrament: dem Sakrament der Ehe. In diesem Ehesakrament wird für die Kirche sichtbar, wie Gott sich zu uns Menschen verhält: Er will uns, umwirbt uns, liebt uns - so wie die Partner sich umwerben und lieben.
In der kirchlichen Trauung bittet die ganze Festgemeinde mit ihren Liedern und Gebeten Gott darum, das Paar mit seiner Liebe zu segnen und ihm im Alltag beizustehen. Gott macht damit den Bund der Eheleute zu einem Treuebund, in dem er selbst gegenwärtig sein will in besonderer und zeichenhafter Weise, um durch das Ehepaar seine Liebe und seinen Schöpfungswillen zu vergegenwärtigen. (…)
Die Entscheidung zu einer kirchlichen Trauung erfordert einen freien und reifen Entschluss. Dieser muss von den Eheleuten selbst getroffen werden. Es ist eine Entscheidung, an der besonders die Kirche in sehr konsequenter Weise festhält. Es kann auch ein Ausdruck von Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sein, sich zunächst nicht kirchlich trauen zu lassen und die Entscheidung darüber noch weiter reifen zu lassen. (…)
Wer weiß… vielleicht waren meine Eltern ja jetzt lang genug ehrlich zu sich selbst… ich mein: 30 Jahre? Das ist eine verdammt lange Zeit… Und wenn ihre Entscheidung, sich damals nicht in einer Kirche trauen zu lassen, tatsächlich von einem damit verpflichtenden Commitment an die Institution Kirche geleitet war, dann gibt es ja heutzutage die Möglichkeit, sich an einen freien Theologen zu wenden…
Ach ja…