Morgens um 7.45h, nachdem der Lieblingsmann zum Wochenenddienst aufgebrochen ist, Channel 4 gucken, weil da Schnee zu sehen ist, ein sehr vermißtes Detail hier im britischen Winter mit für heute angesagten 14°C (Hatte ich eigentlich erwähnt, daß meine Blumenzwiebeln schon seit vier Wochen treiben?)…
Why a skiing holiday mit Kindern?, vorhin die Frage des Reporters an einen Einheimischen. When they’re out and skiing, antwortet der sichtlich amüsierte Kitzbüheler mit breitem österreichischen Akzent, they come back, are tired and sleep well.
Dann gehört das Sofa wieder nur uns beiden.
Wird das Frühstücken weniger dramatisch in terms of discussing all things political. Ich mein’: morgens um sieben, that is!
Essen. Essen kochen, wie wir’s wollen. Without picky noses on my table
Und dann ist es aber doch so, daß wir unglaublich Glück damit haben, wie gut wir uns während der letzten vier Wochen verstanden haben.
Die Schwiegermutter in spe, der Lieblingsmann und ich.
Kunde: “Gestern Nachmittag habe ich unseren digitalen Anrufbeantworter geprüft und da gab es einen Anruf ohne Nachricht. Aber komischerweise hatte die Datei diese Ausschläge, als würde gesprochen werden. Dann hab ich einfach mal reingehört. Raten Sie mal, Frau E-Heldin, was da drauf war? Ganz lautes herzhaftes Lachen! Nichts anderes. Sicher fünf Sekunden lang!”
Da dämmerte mir etwas…
Kunde weiter : “Ja, und mein Kollege hat gegrinst und meinte: Das erkenn’ ich sofort! Dieses Lachen hat auf der ganzen Welt nur Frau E-Heldin!”
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Noch was viel Schöneres ist Johannes gestern passiert.
Nein, in diesem Jahr hab ich keinen guten Vorsatz. Außer vielleicht ein bisschen was für “Geist und Körper”, “Karriere und Finanzen” und last but not least für “Umwelt und Mitmenschen” tun. Also schlicht das, was man immer vorhat und was man dann rauskramt, weil grad wieder Silvester war.
Doch in diesem Jahr, also speziell heute, da hab ich tatsächlich was in der Kategorie “Umwelt und Mitmenschen” getan. Denn heute habe ich rund 50€ für Energiesparlampen investiert und dabei vom freundlichen Servicepersonal des Baumarkts erfahren, dass ich nicht alle Lampen in meinen vier Wänden umstellen soll. Denn nur bei den Glühbirnen rentiert sich der Austausch, die auch längere Zeit leuchten - sprich im Flur und im Bad kann man sich die Investition sparen - im Wohnzimmer oder Arbeitszimmer, wo mal länger das Lämpchen brennt, ist es durchaus sinnvoll umzusteigen.
Bei so viel Umweltbewusstsein im Haushalt setz ich in Sachen Standby-Verbrauch noch einen guten Vorsatz drauf und werde immer schön brav die Mehrfachsteckdosen ausschalten! War doch grad erst Silvester, oder?
Da saß sie kichernd auf meinem Kuschelsofa, meine liebe Freundin: “Du hast ne Tischdecke? Mit passendem Läufer!” Um mir dann später zu erklären, dass man “diese Hausmütterlichkeit” nicht erwarten würde, wenn man mich kennenlernen würde…
Soweit so gut.
Als ich dann nach einem leckeren und natürlich selbst gekochtem Abendessen die Nachspeise servierte, kam der zweite Lacher. “Oh Gott, was sind das denn für Desserttellechen?” (more…)
Der Regen goß in Strömen aus dem dunkelgrauen, wüsten Himmel, als ich heute morgen aus dem Fenster schaute - ähnlich wie der nimmer enden wollende Wasserfluß im Juli und August diesen Jahres, der den Briten nicht wirklich einen Sommer bescherte.
Einzelne Böen jedoch stoben so stark durch unseren Hinterhof und die Straßen, daß die Regenflut wie eine Wand gegen unsere dünnen Fenster geschleudert wurde; die königlich das Vibrieren und Zittern anfingen, als würden sie jedem Moment in tausend Stücke zerbersten.
Beim ersten Schritt in die Küche fiel es mir dann auf: Irgend etwas stimmte nicht mit meinem rechten Küchenfenster. Seit wann konnte ich von meinem Eßtisch aus Leute vom Bushäusel gegenüber sehen?
Und dann der Schreck in meinen Gliedern: Der Blumenkasten ward nicht mehr!
In der Hoffnung, daß er niemandem auf den Kopf gefallen war, rannte ich eiligst die Treppen auf die Straße hinunter, um innerhalb von 30 Sekunden mit Blumenkasten ohne Schaden, aber durchnäßt bis auf die Knochen in die Wohnung zurückzukehren.
Daß das ganze Spektakel Teil eines über v.a. Südengland hinwegtobenden Tornados gewesen war, habe ich erst jetzt mitbekommen. Während der Himmel jetzt wieder blauer als blau erstrahlt, erzählen die Nachrichten folgendes, auch über unser Städtchen: Houses wrecked as tornados strike towns across England (edit 14.10h: Mittlerweile ist die Überschrift schon dahingehend mutiert: “Seven freak tornadoes bash Britain, wrecking homes” (”dozens of homes” as of 15.50h)) bzw. Parts of UK struck by tornadoes (offensichtlich ist im Plural sowohl -os als auch -oes erlaubt).
Ein neues, bisher unbekanntes Rezept kann in graue Werktage feiertägliches Sonnenlicht werfen und zähmt die kratzbürstigen Männer. (Aus Amalias Feinschmecker-Brevier)
Petra Amadeus, Mein Leibgericht. Ein Brevier für Feinschmecker. Mit vielen hundert Rezepten aus aller Welt und praktischen Ratschlägen von Ihrem EDEKA Kaufmann, Hamburg 1957.
Heutige Links führen Euch zu Bildern von alten Dokumenten, die ich vorgestern auf einem Sperrmüllhaufen gefunden habe. An sich hatte mich nur das kleine, gut erhaltene Lederköfferchen interessiert, bei dem sogar noch der Schlüssel dabei war. Aber sein Inhalt kommt einem Schatz alter Behörden-Briefe, Zeugnisse und Rechnungen gleich, die eine ganze Lebensgeschichte erzählen. Die Geschichte der am 8. Mai 1894 in der königlichen Universitäts-Frauenklinik zu München illegal geborenen Amalia. (more…)
Fröbelsternbasteln. Eine knifflige Angelegenheit, um sich das Warten auf die Leute kurzweiliger zu machen.
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Update 11.29h:
Ob wir ein Doppelbett zu verkaufen hätten. Jo, so eines mit 1,40×2,00m. “Französisch also, oder? So mit einer Matratze?”
Hmm. Das mußte ich jetzt echt mal nachschlagen, weil ich’s im Detail immer schon wissen wollte: Heißt französisch, daß es eine Matratze ist oder hängt das mit der Breite der Matratze(n) zusammen? Wikipedia sagt folgendes:
Französisches Bett
Ein breites Bett für zwei Personen wird Französisches Bett genannt. Die Breite variiert von 125 cm bis 180 cm. Die Bezeichnung hat den französischen Lebensstil, der angeblich der körperlichen Liebe größere Bedeutung als andere Länder zumisst, als Vorbild. Für das französische Bett wird manchmal auch die Bezeichnung Grandlit verwendet.
Grandlit find’ ich gut. Körperliche Liebe auch.
Und noch was finde ich in diesem Zusammenhang. Hat jemand von Euch schon mal was von einer “Liebesbrücke” gehört? Aussehen tut sie so. Hihihi, was für ein Begriff. Dann doch lieber französisches Bett, von schwedischem Hersteller - ohne Besucherritze.
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Update 10.44 h:
Um viertelnachzehn klingelte der erste Herr an der Tür. In einem ca. 35km von hier entfernten Städtchen wohnend, hatte er heute morgen um halbneun angerufen, weil er auf der Suche nach Teppichen sei.
Er war jetzt trotzdem da, zwei Stunden zu früh. Obwohl wir nur drei Ikea-Teppiche v.a. aus Sisal verkaufen, die nicht wirklich etwas mit vom Flaneur gesuchten Kaschmir, Seide oder Persien zu tun haben.
Wie eitel Herren mit einem geschätzten Alter von 71 sein können! Während er im Bad stand und den Trockner begutachtete, wies ich ihn darauf hin, daß wir auch unser Birken-Spiegel-Badschränkchen verkaufen. Flugs hatte er sich umgedreht und die Hände links und rechts am Kopf, mit wohl zehn wiederholenden Bewegungen seine lichten Silberfüchschen nach hinten streichend.
“So richtig alte Bücher, die Dame?” Nö. Hatte ich ihm aber am Telefon schon gesagt.
“Blumen, Blumen jeder Art! Ich liebe Blumen, höhö, ahem.”
“Oh, wenn ich das gewußt hätte. Tut mir leid, aber die haben wir alle schon verkauft.”
“Und der hier?” Der Herr zeigt auf einen acht Jahre alten Drachenbaum.
“Oh, ja der. Nein, sorry. Den wollten schon einige mitnehmen, aber der liegt uns sehr am Herzen.”
“Na, den haben Sie aber auch richtig gut gehegt und gepflegt, so wie der dasteht.”
“Und Deko, Deko sammle ich auch.” Aha. Du auch? Machst Deine Wohnung auch gerne gemütlich für Dich - und Deinen Freund, höhö, ahem? Ich nämlich auch
Und dann war er schon zur Tür rausgeschwuchtelt.
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Und wie’s mit dem ersten Interessenten so war, der sich auf unsere Anzeige gemeldet hatte.
Er: Alo, isch ruf an wege di’ Wohnungsauflösung. Wo ‘ohns Du, Sie denn?
Ich: Am *** Tor. Gibt’s irgendetwas bestimmtes, wofür Sie sich interessieren?
Er: So Flohmarktartikel, nix große Möbel oda so. Wo ‘ohns Du?
Ich: Ja, ich glaub, da ist dann eher weniger dabei. Wir haben vor allem Teppiche, Lampen und Möbel. An Kleinzeug gibt’s ein paar Bücher und Computerzubehör.
Er: Wie alt sin’ Sie?
Ich: Wie? Dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern.
Er: Ja, Frauen frag mannich nach Alter.
Ich: Nein, das war jetzt frech von Ihnen.
Er: Sie ‘abe schöne Stimme?
Ich: Dankeschön…
Er: … Ich möchte Sie zum Kaffee einlade’…
Ich: Danke, das ist nett. Aber das geht jetzt zu weit. Danke für Ihren Anruf und einen schönen Tag noch!
Er: Ich rufe dann wieda an, wegen Kaffee.
… wenn’s heute auch ein paar Kerzlein mehr auf dem Kuchen sind…
Und eine genau so traumhafte Torte heute Abend, mit weniger griesgrämigen Gastgesichtern
P.S. Wie kannst Du Deinen Arbeitskollegen nur den saftigsten aller Zitronenkuchen vom Blech vorenthalten, der hier bei Sistaweb weiterhin die Suchanfrage Nummer eins ist?
P.P.S. Wer hätte gedacht, daß Dein beruflicher Weg in eine Männerdomäne schon so früh vorgezeichnet war?
Beim Ausmisten für den bevorstehenden Umzug habe ich in einem alten Ordner zahllose Bilder, Briefchen, Collagen und Basteleien gefunden, die wir Geschwister uns früher dann und wann unter das Kopfkissen oder in den Schulranzen gesteckt haben.
Hatte ich an irgendeiner Stelle mal erwähnt, wie witzig, clever und charmant wir alle miteinander umgehen? Hier ein zweikartiges Beispiel dafür, das ich seinerzeit zum 23. Geburtstag bekommen habe:
Allmählich ist es an der Zeit, sich zu revanchieren! Mit einer ähnlich großzügigen Geste, wie ich finde
“Lasst doch mal die Mädels mit den Klamotten durch!”
“Sind sicher schöne Sachen bei, oder?”
Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich die Warteschlange an der Düsseldorfer Armenküche auftut und die Gesichter der Obdachlosen dankbar lächeln. Dabei sind es für mich nur zwei Kisten oller Klamotten, über die ich im Keller immer wieder gestolpert wäre. Und diese direkte Hilfe macht wesentlich mehr Spaß, als die Klamotten in irgendwelche Sammelcontainer am Straßenrand zu kippen.
Ein Blick auf das Wetterpixie zeigt mir heute ausnahmsweise… genau das an, was es ist: Ein Schneegestöber… eine Saukälte… und einen schönen Anorak, in dessen Besitz ich jetzt gerne wäre…
Wird das Leben eigentlich langweiliger, wenn es kein “erstes Mal” mehr gibt?
Oder gibt es noch so vieles was man ein erstes Mal tun und erleben kann?
Meine aktuellen ersten Male:
- in einen schwarzen Hosenanzug investiert
- die Bikinizone epiliert
- vor Eifersucht explodiert
- vor einem Kundentermin tagelang schlecht geträumt
Augsburg kurz nach 23 Uhr: Das amüsanteste, was ich in den nächsten eineinhalb Stunden erleben werde, ist die Begegnung mit den drei Jungs Anfang 20:
“Du, äh… sag mal… ähm…”
“Ja?”
“Wir hätten da mal ‘ne… äh… also… eine Frage…”
“Ja?”
“Bist Du aus Augsburg?”
“Ja, schon, warum?”
“Äh, also… ähm… also kannst Du uns sagen, wo es hier zum Hasengäßchen geht?”
Von der Frage der kichernden Jungs vollkommen überrumpelt (Hatte ich in Anbetracht des auch in Augsburg seine Spuren hinterlassenden Kyrills doch irgendetwas mit “Notunterkunft” im Satz erwartet…), beschrieb ich ihnen trocken den Weg zum vermutlich am zentralsten gelegenen Lustmeilchen der Stadt - Jägergasse sei die Straße, die sie suchten, denn an diese anschließend befände sich die Hasengasse, beides zusammen also eine Sackgasse… ahem… also ja, was für Wortspielereien…
Als ich die Haustüre hinter mir schließe, fallen mir nach ein paar Metern schon Putzstücke der nachbarlichen Bäckerei auf. Es ist nicht das erste Mal, daß das alte, renovierungsbedürftige Haus Teile seines Mantels verliert, und ich wünsche mir, daß das betagte, immer noch im Laden stehende Bäckerehepaar heute Nacht ruhig schlafen kann.
Der Himmel tobt, doch in unmittelbarer Nähe gibt es, von ein paar Böen abgesehen, kaum Bewegung in der Umgebung.
In der warmen, frühlingshaften Januarluft mache ich mich weiter auf den Weg in die ehemalige Oberstadt. Der Weg ist gesäumt von Ladenschildern, die sich im nächtlichen Wind ihrer Befestigung entledigt haben. Und nun verloren am Boden liegen oder hilflos an der Mauer hängen.
Paß bloß auf, Schätzchen, und nein, bleib lieber daheim, weil’s sonst nichts mit England wird!, hatte mir das Schwesterchen vor zwei Stunden noch mit auf den Weg gegeben. Zu Unrecht, wie ich finde - bis ich zum Rathausplatz komme. Verschiedene Betriebswägen der Stadtwerke stehen im rechten Winkel zueinander auf den Gleisen, ich höre, wie es hämmert, höre, wie der Wind zwischen Perlachturm und altehrwürdigem Rathaus durchbraust. Nicht zu übersehen und -hören: die mit einem Plastikband improvisierte Absperrung zwischen Rathaus und Turm, Herabfallende-Dachziegel-Gefahr. Diese flatternden, rot-weißen Bänder werden mir noch öfter auffallen, vor allem aber vor der Galeria Kaufhof, die damit den kompletten Gehsteig vor dem Gebäude sperrt.
Auch in Detailfragen hat die Stadt vorgesorgt: alle provisorisch aufgestellten Schilder sind an Laternenstangen befestigt.
Auf der halben Strecke zum Bahnhof informieren mich elektronische Haltestellen-Laufschriften der städtischen Verkehrsbetriebe, daß ich Verständnis für den Sturm und den Ausfall der Straßenbahnen haben soll. Und ich bekomme so früh wie noch nie in meinem Leben den neuesten Oster-Deko-Trend mit: weiße, laubsägengesägte Tischaufsteller in Hasenform und der Rest in so vielfältigem Pink wie möglich.
Bis jetzt war es verhältnismäßig ruhig, doch die Straße zum Bahnhof hin bringt mich ein bißchen ins Schwitzen: Wann habe ich es zum letzten Mal erlebt, daß ich mich nach vorne lehnen kann - und nicht umfalle? Am Bahnhof angekommen, säumen meinen Weg in die Bahnhofshalle Fahrradkuschelgruppen, deren Intimität ihre Besitzer morgen verstören wird. Ich bin erstaunt über die Unmengen scheinbar besitzloser Drahtesel, für die es sicher nicht die erste Nacht am verlassenen Bahnhof ist.
Die Bahnhofshalle ist nicht über die manuellen, sondern nur über die elektrischen Schiebetüren erreichbar. Innen versehen zwei Bahn-Bedienstete ihren einsamen Job, ein Obdachloser liegt erschöpft auf einer steinernen Bank. Kaum wage ich es, durch die gespenstische Stille in Richtung der Gleise zu gehen. Und richtig, was mich dort empfängt, gleicht einem Elefantenfriedhof. Auf sämtlichen Gleisen stehen Züge. Egal ob ICE, D-Zug oder Regionalexpress: schon seit Stunden geht hier gar nichts mehr, und die vermeintliche Energie der meterlangen Kolosse läßt sich nur noch im Brummen und Surren erahnen, das über dem ganzen Bahnhofsgelände liegt. Sie wollen heute aber nicht noch Zugfahren?, fragt mich ein orangebejackter Bahnangestellter, einen genauso verwundert-amüsierten Zug im Gesicht, wie die meisten Leute, die ich heute auf der Straße treffe. Ich erzähle ihm von meiner Neugier ob der ungeheuerlichen Nachricht, daß tatsächlich alle Züge in Deutschland seit ca. 19.30h stillstehen, und er grinst mich an und sagt, Das kriegen wir schon wieder hin, mein Fräulein, bevor er fluchs die Treppen hinunter verschwindet und ich darüber nachgrüble, wie man eigentlich stehengebliebene Züge entwirrt und wieder zur richtigen Zeit auf die richtige Strecke setzt.
Wie ruhig es ist! Wie leer es ist! Zwar flattern die Fahnen heftig in den dann und wann heftigen Böen. Doch weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Und die Taxis stauen sich so sehr am Bahnhof, daß sie schon auf den an sich gebührenpflichtigen Bahnhofs-Parkplätzen stehen.
Alles in allem ist es sehr ruhig. Ab und zu pfeift zwar eine stärkere Böe durch die Stadt, was mich in Angst und Schrecken in dem Moment versetzt, als ich auf dem Rückweg in der Fußgängerzone vor einem Baukran stehe. Doch so ein Windstoß dauert nur Sekunden. Und als einzige Verwüstung fallen mir normalerweise zu dieser Jahreszeit schneebedeckte Blätteransammlungen auf. Neben aus Lichtschläuchen geformten Firmennamen, die wackelkontakt-geschüttelt in die stürmische Nacht zucken, den obligatorischen Schildern und Fahrradparkplätzen, fällt mir schließlich das kurioseste Ding des Abends ins Auge: ein Kasten, in dem sich Kabel sammeln. Die in dieser exponierten Form hoffentlich nicht gefährlich werden können?
Mein Rundgang neigt sich dem Ende entgegen, und meine Neugier ist gestillt: Zumindest in der Innenstadt sind größere Schäden ausgeblieben.
Doch dann komme ich um einen Anblick nicht herum, der sich einem eigentlich nur im Sommer und nur an bestimmten, warmen Stellen der alten Stadtmauer bietet. Ob das sein Stamm-Schlafplatz ist? Ob er was von den Unwetter-Warnungen gehört hat? Ob ihn jemand aufzuwecken versucht hat?
Ich wünsche ihm im Geiste alles Gute für diese Nacht der Nächte; möglicherweise weiß er als erfahrener Berber, daß es heute nicht gut unter Bäumen schlafen ist.
Eingeschränkter Zugverkehr zwischen Augsburg und München ist möglich, sagt die Bahn um 4.15h . Ansonsten dieses hier:
Sehr geehrte Fahrgäste,
der Sturm der vergangenen Nacht hat nach wie vor erhebliche Auswirkungen auf dem bayerischen Nahverkehr. Nach Durchzug des Orkans müssen jetzt Bäume und andere Gegenstände aus Gleisen und Oberleitungen entfernt werden.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dafür aus Sicherheitsgründen zunächst Erkundungsfahrten ohne Fahrgäste stattfinden. Die vom Sturm beschädigten Strecken werden wir versuchen, im Laufe des Tages zu räumen. Mit einem geregelten Zugverkehr kann erst wieder am späten Nachmittag gerechnet werden. (…)
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22.40h
Im Live-Ticker der lokalen Zeitung eben gelesen: Der Straßenbahnverkehr wurde komplett eingestellt. Nur die Busse, die fahren noch. Und morgen soll man mit Behinderungen im Nahverkehr rechnen.
Wenn man bedenkt, daß es heute Nachmittag so ausgesehen hat, mitten in der Stadt, in einem ruhigen, geschützten Viertel unterhalb der erhaben gelegenen City…
… dann muß ich jetzt echt mal einen Fuß vor die Türe wagen und sehen, wie es denn so ist, oben in der City…
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22.00h
Bin ich die einzige, die im Moment immer auf www.intertops.com (genauer:
http://www.intertops.com/sportsbook/cgi-win-2/itwww.exe?app=itrefer.exe?lan=D;ispref=XYZ28;page=c2p-index-d;landing=1) weitergeleitet wird, wenn ich versuche, auch nur eine der Spiegel-Online-Seiten aufzurufen, die ich vor ein paar Minuten gelesen habe?
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21.48h
So funktioniert die Namensgebung für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die für das Wetter in Europa zuständig sind:
Mit diesem Projekt (Werden auch Sie Wetterpate! Anm. d. Verf.) möchten wir allen die Möglichkeit geben, sich aktiv an der aktuellen Vergabe der Namen zu beteiligen. Und dies für einen guten Zweck. Denn jeder Euro, den Sie für eine Patenschaft bezahlen, wird einen wichtigen Beitrag zur Fortführung der vollständigen Wetter- und Klimabeobachtung am Institut für Meteorologie der FU Berlin leisten.
Mit dieser Aktion können Sie das tatsächliche Wetter zwar nicht direkt beeinflussen, aber die Wetterkarte in den Medien kann Ihre Handschrift tragen. Jeder Wetterpate bekommt eine individuelle Patenschaftsurkunde mit der zugehörigen Lebensgeschichte und Berliner Wetterkarte. Sie können sich oder anderen damit sicher eine Freude bereiten.
Für die, die schon alles haben…:
Die Preise für die Patenschaften von Hochs und Tiefs sind unterschiedlich, da Hochdruckgebiete eine deutlich längere Lebensdauer haben und so länger auf den Wetterkarten erscheinen. Im Jahr werden durchschnittlich 50 bis 60 Hochs und ca. 150 Tiefs getauft.
Die Patenschaft im Direkterwerb kostet für
ein Hoch 299,– Euro
ein Tief 199,– Euro
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20.08h
Morgen haben Oberbayerns und Schwabens Schüler sturmfrei, liest man beim Spiegel:
Orkan “Kyrill” beschert den Schülerinnen und Schülern in Oberbayern und Schwaben einen freien Tag. Nach Angaben der Bezirksregierungen in München und Augsburg vom Donnerstagabend fällt der Unterricht am Freitag vorsorglich komplett aus. Es sei nicht abzusehen, wie stark die Schülerbeförderung und der Schulbetrieb durch Folgeschäden des Orkans beeinträchtigt werden, begründete die Regierung von Oberbayern die Maßnahme.
Tragischer Unfall nachmittgas in Gersthofen:
Zu dieser Zeit hielt sich ein 73-Jähriger auf einem Bauernhof nahe eines offenen Scheunentors auf. Durch eine starke Windböe wurde plötzlich ein Flügel des Tores aus den Angeln gehoben. Beim Umfallen erfasste das Tor den Mann. Der 73-Jährige erlitt schwerste Verletzungen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. „Er starb noch am Unfallort�, berichtete Polizeisprecher Hartmann. Kripobeamte nahmen die Ermittlungen auf.
Und seit halbacht stehen in Deutschland die Züge still.
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18.06h
Vorsprung durch Technik: Der Presse-Sprecher der Augsburger Uni persönlich, lese ich gerade, hat den Studenten heute empfohlen, zuhause zu bleiben.
* Although the name Kyrill creates idealism and the urge to help others, we emphasize that it causes a superior, interfering expression whose favorite expression is “I know.” This name, when combined with the last name, can frustrate happiness, contentment, and success, as well as cause health weaknesses in the nervous system, worry, and mental tension.
* Your name of Kyrill gives you a very responsible, stable nature.
* Your calmness of mind enables you to analyze objectively, and to make decisions quickly, making it possible for you to do well in business or in any professional capacity.
* Because of your serious, self-possessed nature you can appear domineering and forceful to others.
* You have a strong humanitarian nature and many times you are called upon to assist others with their problems.
Echt jetzt, wer ist für die Namensgebung zuständig?
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16.40h
Der dürre Penner im Haus gegenüber, der niemals seine Rolläden hochzieht, kommt überhaupt nicht mehr weg von seinem sperrangelweit geöffneten Fenster.
Der türkische Gemüsehändler in der Straße hat begonnen, seine Kisten von der Straße in den Laden zu räumen.
Die Berufsfeuerwehr ist ausgerückt.
Bilder von heute Mittag:
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16.35h
Winde haben, wenn sie in bestimmten Regionen öfter auftreten, ihre ganz eigenen Namen. Hier geht es zu einem alphabetischen Katalog von regionalen Winden aus aller Welt.
Übersicht über Windstärken und ihre Auswirkungen auf Land und See.
Nach welchen Regeln bekommen Stürme ihre Namen? Zumindest bei atlantischen Tropenstürmen ist es so, daß sie nach dieser Liste, die sich alle sechs Jahre wiederholt, benannt werden.
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15.40h
So. Es ist zwanzig vor vier und wie ich eben lese, hat der Deutsche Wetterdienst folgende Vorwarnung zur Unwetterwarnung für Augsburg herausgegeben:
Der Deutsche Wetterdienst weist darauf hin, dass verbreitet
schwere Schäden an Gebäuden und an Bäumen möglich sind. Halten
Sie sich möglichst in geschlossenen Räumen auf. Schliessen Sie
alle Fenster und Türen und sichern Sie Gegenstände im Freien.
Wenn Sie im Freien unterwegs sein müssen, halten Sie Abstand
von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen.
Ich mag stürmisches Wetter und bin von den blitzschnell über den Himmel ziehenden Wolken ganz begeistert. Die Antennen auf den umliegenden Dächern halten sich, wagemutig umherkreisend, tapfer im düsteren Wind, ebenso wie vereinzelte Möwen und Tauben, die aufgeregt von den Dachfirsten stieben.
Auch die Lechmetropole rüstet sich. Nicht nur in den Bereichen Verkehr, Strom und der Feuerwehr werden Vorsorgemaßnahmen getroffen, sondern auch andere Einrichtungen reagieren:
Die Augsburger Schulen werden heute Nachmittag
geschlossen. Gleiches gilt für die Volkshochschule und die Albert-Greiner-Musikschule. Die Universitätsleitung empfahl den Dozentinnen und Dozenten kurzfristig, die Lehrveranstaltungen heute Nachmittag entfallen zu lassen.
Zoo: Auch er soll möglicherweise geschlossen werden, berichtete die Stadt. Ein Zeitpunkt stand aber zunächst nicht fest.
Friedhöfe: Auch bei ihnen wurde eine Schließung nicht ausgeschlossen.
Der aufrechte weiße Typ aus Tennessee, seines Zeichens Ex-Marine und Schöngeist-Blogger, Ehemann einer der bezauberndsten Schottinnen, die ich kenne, und ein helluva firearms instructor, hat mich zu dem jetzt folgenden Eintrag inspiriert. Wer bin ich?, hat er sich gefragt… und in einem wunderschönen Blog-Eintrag eine umfassende Antwort gegeben…
In diesem Sinne und weil ich wieder ins Bloggen reinkommen will, möchte ich das jetzt auch mal ausprobieren…
Hallo beieinander…
… im kommenden Mai werde ich 30 Jahre auf meinem noch nicht vorhandenen Buckel haben. Ich wurde an einem Sonntag geboren, der als zweiter Sonntag im Monat zufällig auch der Muttertag des Jahres 1977 war… Im Landshuter Krankenhaus war das damals sicherlich eine ganz bezaubernde Geschichte; mehr jedenfalls als die, daß meine ein paar Minuten ältere Zwillingsschwester nach nur wenigen Stunden aus dieser Welt schied und ein mehr als betrübtes Elternpaar hinterließ.
Ich habe braune Augen, die seit dem Schreiben meiner Magisterarbeit eigentlich auch tagsüber einer Brille bedürfen. Das habe ich ganz besonders im vergangenen November gemerkt, als wir mit dem Marathon-Projekt „Angucken aller Akte-X-Filme“ anfingen. Als ich nicht mehr unterscheiden konnte, ob die vor Aliens auf einem Operationstisch liegende Person jetzt Scully oder Moulder war; als die Augen meines Mitguckers immer öfter fragend in meine Richtung schauten, implizierend: Wie kannst Du so eine Frage stellen? Hast Du nicht aufgepaßt? Fing ich an, meine verhaßte Autofahrbrille eben auch beim Filmschauen zu tragen. Die mir so verhaßt ist, weil ich beim Kauf vor fünf Jahren davon überzeugt war, daß das Gestell schwarz war. Und nicht blau.
… to each and everyone of you! Seems as if this year brings some major changes, changes where it might become important for me to keep some traditions alive…
So… has anyone any thoughts on English food and afternoon teas? Or maybe even marmite? Man, we have a long way to go…
One point must be made clear: for centuries the English aristocracy ate French food, and their menus are peppered with accents graves and circumflexes. To compare boeuf à la bourguignonne to the Scottish haggis is to compare apples and oranges, haute cuisine to the invention of necessity. This is not to say that there aren’t distinctly British tastes that cross class lines. There are. One is a love for the first meal of the day, another is a taste for meat. The British butcher wears a white smock and a straw boater. Perhaps his most important job has been to prepare the great roast beefs that anchor the traditional Sunday lunch feast. Roast beef is the national culinary pride. It is called a “joint,” and is served at midday on Sunday with roasted potatoes, Yorkshire pudding, two vegetables, a good strong horseradish, gravy, and mustard. The leftover joint could feed the family until Friday (traditionally fish day), recooked in a curry, pie, stew, or fried with cabbage, onions, and potatoes into the onomatopoeic “bubble and squeak.” Beef is big industry in England, and the Aberdeen Angus is one of her famous beef-producing breeds.