Neulich am verregneten Flughafen zu Växjö (Flugsimulator-Bilder
), vereinzelte Strahlen der orange-rötlichen Abendsonne hatten eben verschüchtert die gigantischen Unwetterwolken durchbrochen.
Die E-Heldin und ich schämen uns fremd für dutzende deutsche Touristen, die durch ihr lautes, aufgeregtes Geplapper über kostenloses Kaffeenachholen in schwedischen Restaurants dem einmaligen Naturschauspiel am wilden Wetterhimmel jegliche Einzigartigkeit und Magie abzusprechen scheinen…
… als das kleine Mädchen neben mir, bisher stumm mit leuchtenden Augen die nasse Landebahn und die sich auf ihr spiegelnden Himmelsgewalten bestaunend, ihren blonden Lockenkopf zu ihrer schwatzhaften Mutter dreht.
“Du, Mama, ist es hier eigentlich dunkel?”
“Ja klar”, entgegnet die Mutter genervt, “guck Dir doch nur mal die Wolken an!”
Die Kleine richtet ihren Blick wieder auf das glitzernde Rollfeld, hinter dem in frischem grün der Wald hervorleuchtet, und schweigt. Nach ein paar Sekunden dreht sie ihren Kopf wieder zur Mutter.
“Nein”, sagt sie energisch, “ich meine hier drin”, und deutet mit pappigen Händchen auf ihren Mund, den sie weit aufgerissen hat.
Die Mutter läßt sich endlich dazu herab, ihre Tochter beim Reden anzuschauen und guckt ein paar Sekunden verdutzt, bevor sie antwortet “achso” und schließlich “ja, schon”.
Das Mädchen scheint keinen Gefallen an der Antwort zu finden und rutscht auf ihrem Sitzplatz aufgeregt hin und her.
“Aber Mama!”
“Waaas denn!?”
“Aber Mama, Mama! Was ist, wenn ich den Mund aufmache? Sooo weit? Da muß es doch hell sein in mir drin!”
Die Mutter rollt ihre Augen und mustert nervös die anderen Passagieren um sie herum.
“Kann schon sein”, sagt sie in flüsterndem Ton, “kann schon sein, daß es da dann ein winziges, helles Licht gibt in Dir.”