it's all about me


Im Scheinwerferlicht meines neuen Wagens sieht die kleine Fabia traurig aus. Verfroren und überzogen mit einer dicken Eisschicht steht sie am Waldesrand und wartet auf den Abholservice. Ein letztes Mal drehe ich den Zündschlüssel und höre all die vertrauten Motorgeräusche der letzten drei Jahre. Ein letztes Mal sammle ich die leeren Plastikflaschen aus dem Fußraum hinter den Sitzen zusammen und ein letztes Mal knalle ich den Kofferraum zu.

Ich denke daran, wieviele Umzugskartons hier schon Platz gefunden haben. Und ich erinnere mich an die vielen betrunkenen Gäste in meinem Auto, die wir gut nach Hause gebracht haben. Und ich muss kichern, weil Fabia ein richtig jungfräuliches Leben in meiner Obhut hatte und nur auf der Autobahn so richtig durchgeblasen wurde. Dann aber auch bis zu einer Spitzengeschwindigkeit von 210! Hach, schön war’s!

Adieu, kleine Fabia.
Hallo, knuffiger Corsa.

Leute, in 11 Wochen ist Weihnachten! Und weil ich kurz vor dem Fest nie weiß, was ich mir von den Liebsten wünschen soll, fang ich hier mit dem notieren an.

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Heute entdeckt: der traditionelle Jungbauernkalender ist wieder da!
Und in diesem Jahr war ich kurz davor mir die Herren der Schöpfung sofort zu bestellen und musste mich schwerst zügeln, sie eben doch nur auf meine Wunschliste zu setzen. Die Bäuerinnen kann man sich übrigens hier in voller Pracht ansehen.

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Außerdem ganz oben auf meiner Wunschliste: die Pink-Konzert-DVD (nicht neu, aber sicher toll!)

Galant nimmt er mich an der Hand, wirbelt mich zu wunderbaren Drehungen, führt mich im großen Bogen einmal um ihn herum, flirtet mit fließenden Armbewegungen, um mich dann wieder zurück zu führen in den rhythmischen Grundschritt.

Nach fünf Stunden im Grundkurs, in dem ich das Glück hatte, vor allem den Tanzlehrer als Partner zu haben, hat es mich gepackt: Das Salsa-Fieber! Und ich erinnere mich wieder an die wöchentliche Tanzstunde in früheren Jahren, als man sich als Teenie gefreut hat, dass gleichaltrige Jungs nicht nur Tanzen sondern auch charmantes Benehmen erlernten…


Your Brain is 67% Female, 33% Male


Your brain leans female
You think with your heart, not your head
Sweet and considerate, you are a giver
But you’re tough enough not to let anyone take advantage of you!

Und weil ich so ein Herzmädchen bin, steppt der Hochzeitsbär grad ziemlich durch mein kleines Leben und wirbelt die Freizeit durcheinander. Noch zwei Wochen - dann ist wieder Zeit zum Luft holen!!

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Martin. Auf den ersten Blick: groß, rothaarig, bebrillt und rundrum Sympath.

Martin ist Berater und sagt, er mag es nicht, sich im Job so hochgestochen ausdrücken zu müssen. Außerdem mag er die Anzüge nicht, die er tragen muss und er mag die Fahrerei nicht, da er täglich 2 Stunden in seinem Kleinwagen von A nach B bewältigen muss. Martin mag keine oberflächlichen oder verstellten Menschen und sagt von sich selbst, dass er sich bei Kennenlern-Dates schon lieber oberflächlich und ein bisschen verstellt gibt.

Martin sagt, er ist extrem sarkastisch und haut die Sprüche nur so raus. Bisher habe ich ihn eher schüchtern und nervös kennen gelernt. Keine Spur von Sarkasmus oder gewöhnungsbedürftiger Offenheit. Aber ich hätte ihn schon recht gut und ungewöhnlich offen kennen gelernt, sagt er auch.

In meinem Kopf habe ich eine neue Schublade für Martin eingerichtet. Sie trägt den Titel “Füllwort-Martin”, weil der 2-Meter-Mann ständig “eigentlich”, “alles klar”, “auf jeden Fall” und “okay” sagt. Daran müsse er mal was ändern, sagt Martin.

Schublade auf. Martin rein. Schublade zu. Schönen Tach noch!

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Mein schwuler Lieblingskunde organisiert jetzt ne Castingshow in Berlin:
“Micha sucht E-Heldins Supermann”

Das erste Bewerbungsvideo ist schon eingegangen:

Ja, ich weiß, gerade bei Blind Dates kommt es auf die absolute Erwartungslosigkeit vor einem Treffen an. Doch die hat man nach zwei, drei netten Emails zur ersten Tuchfühlung zumindest ansatzweise über Bord geworfen und spätestens wenn der Wunsch nach einem Treffen geäußert wird, hofft man auf eine großartige Überraschung in Form des Traumtyps.

Gestern traf ich Olaf. In seiner Kontaktanzeige schrieb Olaf:

(…) Klar spielt die optische Erscheinung eine Rolle, genauso wichtig sind mir jedoch Witz, Charme, Selbstbewusstsein, Intellekt und Gefühl (…)

Das nebenstehende Foto zeigte ihn auf einer Bank sitzend im Grünen und man konnte sein Lächeln im sonst ziemlich unscharfen Gesicht erahnen.

Klingt soweit alles ganz gut, die ersten Emails sind auch nicht abschreckend und somit auf zum ersten Date!

(more…)

Källeberg

Vor zwei Tagen nutzte ich die Chance spontan nach einem Kundentermin in dem nur ein paar Straßen entfernten Sonnenstudio ein künstliches Ganzkörper-Sonnenbad zu nehmen. Als heller Hauttyp ließ ich mich umfangreich beraten, um dann schließlich von der sympathischen Angestellten in die vollautomatische Aqua-Selfcontrol-Power-Liege eingewiesen zu werden.

Vor dem Sonnenvorgang muss man sich dabei an sechs verschiedene Körperstellen so einen Testscanner halten, der dann der intelligenten Liege verrät, wieviel Power ich vertrage und die dann unter Umständen ein paar Röhren mehr oder weniger aktiviert. Nach dem Test ging es auch schon los und während ich da so lag, erschreckte mich ganz unverhofft eine zwei-sekündige Wasserbesprühung im Gesicht. Diese Erfrischung wiederholte sich dann alle drei Minuten, was wirlich eine phänomenale Erfindung ist!

Nach 20 Minuten schwitzen, bräunen und entspannen dankte ich der Sonnenfrau, die mir verriet, dass ich ein noch intensiveres Ergebnis am nächsten Morgen erwarten könne “wegen der Tiefenbräunungsstrahler”.

Doch am nächsten Morgen erwartete mich ein ganz anderes Ergebnis. Es juckte und brannte meine komplette Frontansicht. Einen so ordentlichen Sonnenbrand vom Fuß über Bauch bis hin zum Dekolleté hab ich mir im Leben noch nicht geholt! Auf die Selfcontrol von irgendwelchen Gerätschaften, die etwas mit mir und meinem Körper anstellen, werde ich zukünftig verzichten! Und wären wir in Amerika, ich würde klagen!

“Der einzige männliche Single, den haben wir jetzt zu dir gesetzt”, erzählt mir die Braut und grinst. “Sonst haben wir ja nur Pärchen da und schon von der Platzverteilung an den Tischen ginge das ja auch gar nicht anders. Es kommen eben nur Pärchen!” Einzig irritierend dieses ewige Grinsen gepaart mit der lange vorangegangenen Aussage, besagter einziger männlicher Single wäre ein großartiger Tänzer.

Irgendwie fühle ich mich wie ein unvollständiger Gast. Auf einer Hochzeit, für den man schon Wochen vorher einen Discofox-Tanzkurs belegt. Und das natürlich mit seinem Partner.

(…) Oh… I’ve been down this road before
Where the passion turns into pain

And each time I saw love walk out the door
I swore I’d never get caught up again…

But ain’t it true… it takes what it takes
And sometimes… we get too smart too late
One more heartache for me… another night in misery (…)

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Und während Deutschland heute 2:1 gegen Polen gewinnt, spül ich mir mein weibliches Kopfkino mit dem ein oder anderen Bierchen aus dem Kopf und hoffe, dass der morgige Tag voller Überraschungen steckt.

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Update: Naja, nicht ganz richtig getippt, aber Hauptsache gewonnen!! ’schlaaaand!!

Ich stehe vor dem Spiegel. Unruhig, weil ich noch nicht weiß, ob die Mühe sich gelohnt hat. Gespannt, weil ich weiß, dass es nicht optimal gelaufen ist. Verunsichert, weil doch so viele Leute Anteil daran nehmen. Optimistisch, weil “et hat noch imma jot jejange”. Nervös, weil’s ja schon entscheidend wäre. Genervt, weil eure Daumen in vier Wochen nochmal gefragt sind und bis dahin weitermachen angesagt ist!

Noch ist nichts entschieden. Aber jetzt schon einmal vielen lieben Dank an alle, die am Montag an mich gedacht haben!

Nur mein sich ständig wieder aufhängender Rechner verhindert, dass ich hier meine mich überkommende Emotionalität ausführlichst ausbreite, die mich angesichts von Abschieden, Hochzeiten, Erinnerungen usw. überkommt. Während also meine alkoholisierten Nachbarn bei Andrea Bergs “Du hast mich tausend mal belogen, du hast mich tausend mal verletzt…” im Garten gut gelaunt grillen, komme ich von meinen philosophischen Wirrwarrgedanken gar nicht mehr weg. Alles dreht sich um die liebe Vernunft, verlorene Leidenschaft und blanke Brüste von stolzen Stillmuttis auf dem Sofa…

Tja, aber was will frau schon mehr…?!

… und natürlich unsere Mutter!

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Lernstoff

Hofer Österreich und wie sich das Absetzen der Pille emotional auf Dich auswirken kann.

In der Arbeit.

Während der Telefonwarteschleife.

Als die Musik schließlich tiefer in Dich dringt, als Du es zulassen solltest. Als Du plötzlich sentimental verstimmt melancholisch zu knicken beginnst, die immer feuchter werdenden Augen wahllos am grauen April-Wolkenhimmel.

Verschmierte Büro-Fensterscheiben. Im vierten Stock.

Ich würde den Hörer jetzt eigentlich dramatisch auf die Gabel knallen und schluchzend in den Korridor stürmen.

So jedoch schlucke ich ein paar Mal schwer, beende mit einem hastigen Klick die Telefonie-Software und beuge mich tief durchatmend in Richtung meiner vermeintlich zu bindenden Schuhe.

Life, she can be such a bitch.

… heute, zwei Wochen, nachdem ich die vorhergehenden Absätze ursprünglich geschrieben hatte, lach’ ich mir eins und realisiere zu meinem Amusement, daß der Lieblingsmann an dem betreffenden Abend zum ersten Mal in über fünf Jahren richtig gut Zickenalarm zuhause hatte… :)

Ich war nie Fan von - meiner Meinung nach - völlig überzogenen Bridget-Lilly-Claire-Faß-mich-nicht-an-ich-hab-Besuch-von-Tante-Rosa-OH-MY-GOD-wie-süß-können-Pudel-eigentlich-wirklich-sein-Filmen.

Aber seit jenem verhängnisvollen Mittwoch in der Schleife beginne ich zu erahnen (und erneut verstärkt zu erfahren), welch gewagtes Achterbahn-Repertoire Hormone draufhaben.

Und daß ein Leben ohne Pille kein Zuckerwatteschlecken ist.

(to be continued)

Heute ist Ostermontag, 8h. In drei Stunden startet mein Startblock der 60km Rund um Köln Strecke. Vor meinem Fenster tanzen dicke Schneeflocken. Die Dächer rundherum sind von einem dicken Weiß überzogen. Mein Rädchen steht frisch poliert in meiner warmen Wohnung bereit; jedes Ritzel vom Heimbach-Dreck befreit und die Kette mit frischem Fett verwöhnt. Ich habe einen Wäschekorb dicker Funktionsklamotten vor mir ausgekippt. Im Radio sagen Sie, das Rennen findet trotz Temperaturen unter fünf Grad statt. Im RuK-Forum treffen Optimisten und die, die es bis zu ihrem morgendlichen Blick aus dem Fenster noch waren, aufeinander. Wild diskutierend, ob man die blödste Steigung beim Schloss Bensberg mit dem Kopfsteinpflaster unter den Umständen überhaupt bezwingen kann…

Soll ich oder soll ich nicht? Angsthase oder Kämpfernatur? Zu Ostern würde ja eher der Hase passen; zu mir der Kämpfer!

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Update 8h26:

Info von der Strecke: Es hat Glatteis, darüber liegt dicker Schnee, die Atemluft ist klirrend kalt, in der Vorhersage sprechen sie von bösen Stürzen und schlimmen Unfällen…

Das war’s dann wohl… Der Kämpfer in mir ist erfroren… Adios Rund um Köln… Weinend hoppel ich zurück ins Bett…

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Update 10h44:

Jedermannrennen wurden nun offiziell vom Veranstalter abgesagt!

Ich habe mir selbst versprochen, in diesem Jahr meine Karriere voran zu treiben. Man könnte es Vorsatz nennen, ich belasse es aber eher bei der Bezeichnung Lebens- oder auch Karriereplanung.

Step1: Ziel definieren
Anwendung des Maximalprinzips: Viel Geld für wenig Arbeit.

Step2: Weg definieren
Studium. Ohne Studium wird man niemals zu einem Topmanager über deren Gehälter sich die Öffentlichkeit echauffieren könnte.

Step3: Aktiv werden
Ich habe mir einen neuen Schreibtisch gekauft, in einen TFT investiert und mein Arbeitszimmer komplett renoviert. Man fühlt sich hier jetzt richtig wohl - genau die Athmosphäre, die man für Lernabende braucht. Und meinen Übernachtungsgästen kommt der neue Zimmerlook natürlich auch zu Gute.

Step4: Zeit- und Finanzplan aufstellen
Jetzt kommt noch der Informationsteil zum Thema welches Semester als Einstieg, konkreter Studiengang, Bewerbungsfristen, Zulassungsprüfungsvorbereitung, … Job oder Bafög oder Nebenjob oder eine Mischung aus allem? Außerdem wird man sich bei dieser Durchrechnerei schnell bewusst, wie gut und sorgenfrei man eigentlich lebt. Und vor allem, worauf man in Zukunft wohl alles verzichten wird…

Step5: Stolpersteine erkennen und umgehen
Noch hab ich keine Ahnung wie sie aussehen könnten. Aber ich bin mir ganz sicher, dass da noch so einiges auf mich zukommen wird! Kann mich jemand vorwarnen?

Nein, in diesem Jahr hab ich keinen einzigen guten Vorsatz! Wirklich nicht!

Aber ganz viele andere Menschen haben wohl gute Vorsätze, wie ich der Parkplatzsituation vor dem Fitnessstudio gestern Abend entnehmen konnte. Und auch im Inneren waren statt der üblichen zwei im Studio gelangweilt herumstehenden Trainer ganze acht (!) Sportanimateure völlig gestresst damit beschäftigt, offensichtlich übergewichtigen zum Jahresbeginn motivierten Menschen Ausdauer- und Krafttrainingsgeräte näher zu bringen. Das hatte dann zur Folge, dass man nicht nur keinen Parkplatz fand sondern auch Wartezeiten im Cardiobereich auf sich nehmen musste…

Ich selbst bereite mich momentan für die 60km Strecke bei Rund um Köln vor. Und weil das Training bei nasskaltem Wetter auf dem Rennrad überhaupt keinen Spaß macht, wird die Ausdauer eben im Trockenen trainiert, bis es dann an den Wochenenden zum Straßenfahren mit meiner Triathleten-Kollegin geht.

Der gute Vorsatz: Ja, bis dahin muss ich mein Bauchfett noch ordentlich reduzieren, sonst lässt sich’s so schlecht im Untergurt den Berg hinab fliegen. Und, ja, ich mach’s wieder auf die bewährte Weightwatcher-Art und Weise. Und, ja, auch ein paar Gschichtln aus den Hausfrauen-Treffen bekommt ihr hier in den nächsten Wochen um die Ohren gehauen ;)

Damit mein Schwesterchen - weit weg auf einer fern gelegenen Insel - auch sieht, was die Kleene so dekoriert hat…

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