Thu 29 Nov 2007
Und ich dachte noch, ich könnte das hier gar nicht erzählen, daß ich auch auf diese Art meine Adventsvorbereitungen angefangen habe…
Nach einem Spaziergang vor ein paar Wochen entlang des Basingstoke-Kanals hatte ich schon befürchtet, daß es heuer nichts wird mit Adventskranz und -strauß. Die Auen links und rechts der im 18. Jahrhundert geschaffenen Wasserstraße (damals dachte man, daß ein Kanal eine billigere und effizientere Alternative zum Straßenbau und damit Transport von Waren war) sahen zwar saftig und grün aus. Doch an immergrünen Bäumen oder Sträuchern hatte ich nichts finden können.
Als ich dann gestern schon ein bißchen verzweifelt erneut am Kanal entlangwanderte - weder die lokalen Super- noch Baumärkte verkaufen hier nämlich Adventskränze, weil diese Tradition in England gar nicht so verbreitet ist (außer in den Kirchen) - erspähten meine Äuglein nach einer Stunde Suche im trüben Morgenlicht dann doch etwas Rotgrünes, das sich bei genauerem Hinblick als Stechpalmen-Busch erwies!
Die Nadelbäume (Und zum ersten Mal kann ich nicht sagen, was ich da abgeschnitten habe. Ein richtiger Tannenbaum war’s nämlich nicht, dafür waren die Stämme viel zu schalig. Vielleicht eine Mischung aus Eibe und einem gemeinen Nadler? Die weichen Nadeln lasse mich das fast glauben.), die ich schließlich noch viel weiter ab vom Schuß gefunden habe, ließen in mir vor lauter die Tochter meiner Mutter erwachen, und zwar die, die im Advent nicht genug an Grünzeug für Balkon und Kränze zusammensammeln kann.
Zum ersten Mal hängt bei uns nun also schon vor dem ersten Advent was Weihnachtliches rum. Was ja gaaarnich geeeht.
An sich.
Aber in den Geschäften wird seit den Wochen rund um das Oktoberende schon so viel kitschiges Weihnachtszeug parallel zum damals verkauften Halloween-Schnickschnack angeboten, daß ich schon ein bißchen einfachen Augenweidenausgleich brauchen kann
(Wenn ich’s dann endlich mal schaffe, den Truthahnkollegen zu verbannen…
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Sachen dieser Art setzt man sich hier bei jeder gut organisierten Weihnachtsparty auf den Kopf.)
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Heute gelernt:
* Der Adventskranz wurde 1839 vom evangelischen Theologen Johann Wichern erfunden.
Der Begründer der Inneren Mission hatte 1833 in Hamburg-Horn das “Rauhe Haus” gegründet, in dem Kinder aus ärmlichen Verhältnissen Aufnahme fanden. Weil die Kinder in der Adventszeit beständig fragten, wann endlich Weihnachten sei, gestaltete er einen Adventskranz aus einem Wagenrad, auf dem vier große, weiße Kerzen und 24 kleine, rote standen. (Bild aus Wikipedia)
Von Norddeutschland aus verbreitete sich diese Tradition, die auch von der evanglischen Kirche übernommen wurde. Nach dem ersten Weltkrieg hing 1925 zum ersten Mal ein Kranz in einer katholischen Kirche in Köln, seit 1930 auch in München. (mehr)
* Nach der katholischen Liturgie wird ein Adventskranz mit vier Kerzen geschmückt, drei davon lila und eine davon rosa (Manchmal gibt es noch eine fünfte, weiße, die am Heiligen Abend angezündet wird.). Die Farben der Kerzen entsprechen meistens den im Kirchenjahr verwendeten; abhängig von der jeweiligen Kirche haben die einzelnen Kerzen noch verschiedene Namen und Bedeutungen.








