damn men


Ich bin übrigens der andere Gastblogger. So lange Rube hier so viel Content reinsteckt, bleibe ich aber lieber auf meiner faulen Haut liegen und lese interessiert mit. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass der 31. Mai 2006 aus gleich zwei Gründen in die Geschichte dieses Blogs eingehen wird:

1. Heute ist der erste Tag, an dem das Sistaweb mehrheitlich von Jungs kontrolliert wird. Die X-Chromosomen haben die Macht übernommen. Das bedeutet, ab heute gibt es maskulinen Content: Tittenbilder, dicke Autos, Bierwerbung. “My boyfriends quote of the day” aus erster Hand. Ihr wisst schon.

2. Ich weiß nicht ob es so was nicht irgendwo schon mal gegeben hat, aber zumindest für mich ist Rube der erste US-Amerikaner, den ich auf deutsch bloggen sehe. Das ist nicht nur eine Premiere, sondern hat auch Respekt verdient, finde ich!

da entscheidest du, mädl, was du mit deiner zeit anfangen willst.
da kannst du spontan im aufblühenden naturschutzgebiet joggen gehen, mit deiner schwester jägermeistertrinkend frauengespräche führen (und am nächsten morgen die kopfschmerzen und das ziehen im bauch darauf zurückführen!), auch mal den grillabend wegen akutem alleinseinbedarf absagen, in anderen städten neue herausforderungen entdecken, abends um zehn nach hause kommen und noch stundenlang vor dem fernseher dösen, einen kochabend mit der m*…*-straßen-connection einberufen, …
da könntest du einfach mal wieder runter kommen und in ruhe überlegen, wieso du in den letzten wochen liebeserklärungen von drei kerlen bekommen hast.

nach meinem urlaub mit axxxxx in barcelona hatte ich ihr ein richtig schönes “analoges” fotoalbum geschenkt. begeistert von den vielen freundinnen-fotos machte sie mir ein geständnis, auf das ich unbewusst längst schon gewartet hatte:
“schade eigentlich, dass wir gar keinen richtigen mädelsurlaub hatten. ich fand’s nämlich nicht ok, dass ixxx so lange bei uns in barca geblieben ist. er hätte mich doch fragen müssen ob er verlängern darf, oder?”
“hatte er das etwa nicht?”
“nein, und das ist doch unverschämt, oder?”

vorsichtig angesprochen auf seine selbstverständlichkeit reagierte er überraschend verständnislos und beleidigt:
“ich hab doch gefragt, ob ich vorbeikommen kann.”
“hast du sie auch gefragt, ob du verlängern darfst?”
“ich dachte, dass wäre schon ok. wir hatten doch spaß! (…)”

und hey, wieso werd ich nicht angesprochen und mir ein klaps verpasst, wenn hier etwas nicht stimmt?

du warst unglücklich. dein neues leben hatte dir so gar nicht geschmeckt. eingesperrt und versteckt hast du dich. bis wir dich an der hand genommen haben und dir gezeigt haben, dass das leben schön sein kann und du wieder aufgeblüht bist.

dann kam er wieder in dein leben. du hast gestrahlt, meintest, alles würde anders. leise haben wir dich gewarnt, dich aber ziehen lassen und dich unterstützt.

jetzt sitzt du wieder da und grübelst. nichts ist besser geworden. nichts so, wie du es dir wünschst. und dir fehlt der mut.

dass deine augen wieder strahlen, dass du richtig lachst, dass du deine freiheit genießen kannst, dass du jemanden triffst, der dich verdient hat. all das und noch viel mehr wünsch ich dir.
dir, die auch für mich da war.

< zorn > Oooh… kleine Schwestern können so arschig sein… oooh…. < / zorn >

< zorn > Termin um 14.30h… ich sollte um 14h unterwegs sein… werde durch ein Telefonat aufgehalten… rufe um 14.15h meinen Mitterminling an… von dem aus wir zum Termin hätten fahren sollen… erstes Stutzen ob der Tatsache, daß er zuhause nicht ans Telefon geht… zweites Stutzen, weil er auf dem Handy erreichbar ist… drittes Stirnerunzeln mit aufkommendem Ärgergefühl: er ist gar nicht zuhause, sondern irgendwo in der Stadt unterwegs… Waaas? Wir haben jetzt einen Termin? Der ist doch morgen!… Anruf beim dritten Terminmann… Ansage, daß wir später kommen… Hinweis des Dritten, ich solle doch die Liste mit den Sponsorenadressen mitbringen… damit wir die auch alle mit einladen können… Du hast die doch, oder? … Liste mit Sponsoren? Bitte? Abgesehen davon, daß ich die einzige bin, die das Projekt seit fünf Jahren hin und wieder dokumentiert, mir Notizen von aktuellen Ereignissen und Zwischenergebnissen macht, hab ich vielleicht eine Liste mit den Sponsorennamen… aber nicht mit den Adressen! … damit wir die dann auch noch einladen… den Brief schreiben wir dann zusammen… Du faule Sau, möcht’ ich ihm noch ins Telefon zischen… Wieso müssen wir zusammen einen Einladungsbrief schreiben? Du bist doch der große Mann hier, der immer vorne stehen will, wenn’s um Belobigungen geht… obwohl die eigentliche Arbeit wir machen… und jetzt müssen wir unsere Zeit damit vergeuden, daß wir zusammen mit Dir einen Brief schreiben, der sich in fünf Minuten runterrotzen läßt? Doooh… Männer können so planlos sein… und haben, wenn sie so pseudo-hilflos tun, wahrscheinlich nicht den Hauch einer Ahnung, wie haarscharf sie dran vorbeischlittern, mit einem Tatstaturkabel erwürgt zu werden…
< / zorn>

Sitz ich mittwochs mit dem Spatzerl in einem Café in Neuss, das einen Hotspot hat und kostenlos Laptops ausleiht. Kommt der junge Mann herein, schüttelt in deren Designerbrillen grinsend erst den besackoten Textilverkäufer-Herren vier Tische weiter die Hände und steuert dann auf unseren Tisch zu. Eine neue Schick-Brille hat auch er, der mindestens 20 Kilo verloren hat, seit ich ihn das letzte Mal gesehen habe und damit, wie er mir gleich erzählen wird, wieder sein altes Gewicht hat, sogar etwas darunter. Guck, sagt er, die Hose hier, die hat mir an Weihnachten noch nicht gepaßt. Sprachs und zieht seinen Pulli hoch, öffnet den Gürtel, um ihn, während er die Hose für seine privates extrem beengend nach oben zieht, demonstrativ enger zu schnallen. Und, fährt er fort, wie gefällt’s? Und, er weiter, wie geht’s? Und, er schließlich, was macht der x (insert ex-boyfriend’s name). Woops… das war zu viel… Klappe zu… Konversation tot.

Das gehört sich nicht.
Als angeblicher Freund meines Ex-Freundes.
Und als Ex-Freund meiner Schwester schon gleich gar nicht.

Der genau was noch einmal damit bezwecken wollte, daß er uns treffen wollte?

Es geht mir gut. Es ist alles besprochen und gesagt. Und die erste Glückwunsch-Karte zu meinem Single-Leben habe ich auch schon erhalten.

Jetzt hab ich den Kopf wieder frei. Frei für meine Karriere (die von Tag zu Tag, Woche zu Woche, Monat zu Monat aufregender wird), für meine Freunde (die so liebevoll für mich da waren in den letzten Monaten), für meine Familie (mit denen ich das erste Mal Weihnachten bei Schwesterherz & Ami-Freund verbringen werden) und natürlich für mich.

Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt, denn immerhin bin ich jetzt das erste Mal seit über 3,5 Jahren wieder “Männerfrei” und auch davor war das ja eher ein immerwährendes Hineinstürzen in neue Beziehungskisten.

Mein Vorsatz also schon jetzt für’s nächste Jahr: Die “Männerfreie” Zeit genießen ;)

kurzfassung:
samstags fete in aachen hätte lustig werden können. rxxxxx ist betrunken und macht mir vor dem gesamten freundeskreis und schützenzug eine riesen szene. ich fahre sauer mit drei freunden im gepäck nach hause. gut, dass ich nichts getrunken habe - jetzt hätte ich mich abgeschossen. dann saß ich noch bis morgens um halb sechs auf der couch und habe nachgedacht, was das noch alles an sinn gibt…

sonntag mittag, 14h. ich wache auf, schalte meine handys an und der alarm geht los. axxxxx ruft an: rxxxxx steht gleich vor deiner tür. der macht sich richtig sorgen. dxx ruft an, hör mal, rxxxxx rief mich an, ob alles in ordnung bei dir ist.
zehn minuten später sitzt er auf meinem sofa. wir trinken tee und reden. zwei stunden lang. viele tränen. viele gedanken. viele erinnerungen. und die zukunft? die werden wir ab sofort auf getrennten wegen erleben.

er ist weg. ich breche heulend zusammen. axxxxx ruft an: beruhige dich erstmal. soll ich vorbei kommen? ich will allein sein. die telefone fangen an wie wild zu läuten. alle drei leitungen. ich drehe durch, packe meine sachen und fahre weg.

und als ich letzte nacht um eins zuhause ankomme, bin ich erleichtert. alles wird gut. und das mit dem alleinsein hab ich ja schon ein halbes jahr lang geübt.

liebst du mich? rxxxxx sah mich mit großen augen an. vor der kölnarena auf dem parkplatz waren wir gerade aus dem nena-konzert geflüchtet und ich zitterte vor kälte am ganzen körper.

du bist mir wichtig, sagte ich. weißt du, exxx, ich hab momentan genug anderen stress. wenn du mich nicht liebst, dann muss ich mir das nicht antun. wenn du mir in zwei, drei wochen sagen würdest, dass wir nur noch freunde sind, würde einiges in mir zusammenbrechen… ich habe das gefühl, du liebst mich nicht mehr. und wenn doch, dann zeig es mir!

ich bin keine e-heldin sondern eine idiotin! so eine vorlage und ich erzähle was über inneres gefühlschaos und dass wir ja heute abend bei einem schönen essen in einem restaurant drüber sprechen können… und am ende sag ich ihm auch noch, ich würde ihn auch noch lieben…

was soll ich nur tun?

der abend gestern war so schön unbeschwert und amüsant! meine mädels sind wieder da und mit ihnen stundenlanges quatschen, verstehen, zuhören, lachen, kochen, in den arm nehmen, tanzen, …

axxxxx, die braun gebrannt aus dem indien-urlaub zurückgekommen ist, habe ich die letzten drei wochen wirklich ganz schön vermisst. und auch dxx hatte sich ein bisschen rar gemacht mit ihrem holger.

umso schöner, dass wir gestern mal wieder festgestellt haben, wie wichtig und witzisch diese damenrunden doch sind…

seit einer woche nun quälen mich kopfschmerzen mehr als ein schlechtes gewissen. seit samstagnachmittag ist das schlechte gewissen erleichtert worden, doch die kopfschmerzen bleiben.

mein computer hat kein passwort. und meinem computer vertraue ich sehr viel an. nur ihm. mit allen details.
rxxxxx hat alles gelesen. mit allen details.

am samstag sprachen wir darüber. er war enttäuscht. hat mich verständnislos angesehen. und wir haben ewig geschwiegen. meine gefühle dabei? ist herzlos der richtige ausdruck, wenn man seinen gedanken in diesem moment keinen freien lauf lässt? ich meine damit, ich hätte ihn am liebsten aus meiner wohnung geworfen. ich hätte ihm am liebsten gesagt, geh doch auf deine scheiß aida zurück! er fragte mich, wie ich zu im stünde. ich sagte ihm, dass ich den mann liebe, der vor sechs monaten weg in die große weite welt zog.

und da war es dann doch. ein unerwartetes zugehörigkeitsgefühl zu ihm packte mich und ich umarmte ihn zum abschied minutenlang. ist das liebe?

später fuhr ich alleine zu einer glühwein-fete. ich sollte unseren freunden sagen, er hätte sich den fuß gestaucht, als er in der badewanne ausgerutscht ist und säße jetzt in auf dem sofa zum kühlen… tatsächlich wollte er nachdenken…

schlechtgelaunt am kaminfeuer sitzend überlegte ich, ob ich mich nun voll laufen lassen sollte oder vernünftigerweise die flucht nach hause ins alleinsein starten sollte. und plötzlich hörte ich seine stimme im getümmel. er war doch gekommen und stand jetzt schweigend neben mir; vermieste mir noch mehr die stimmung…

hier ist der falsche ort, um sich zu unterhalten. wir fuhren in die stadt und redeten. doch ich hatte nicht viel zu sagen. ich hatte nur eine frage und auf die werde ich immer angelogen.

ich vertraue ihm nicht mehr.

später waren wir noch bei mir. im bett. und ich fühlte mich benutzt.

ich solle rücksichtsvoll sein. ich solle mein leben wie bisher weiterleben. keine forderungen stellen. sonst wäre er ganz schnell weg.
mxxxx war auch auf der aida. seit er wieder da ist, ist er single. sie haben sich getrennt – im guten. sie hätten sich beide in den vier monaten seiner abwesenheit zu sehr verändert. sie sind beide fremdgegangen.
und da saß er mit mir gestern in einer verrauchten crepes-bar in köln und versuchte mir zu erklären, wieso egoismus in den ersten wochen hinzunehmen wäre und ich gar nicht erst probieren solle, mit meinem freund feiern zu gehen.
sorry, all das an dieser stelle aufzuschreiben ist mir zu viel und es auch einfach nicht wert.

nach diesem „aufschlussreichen“ gespräch fuhr ich nach nxxx, um rxxxxx noch mal zu sehen. ich überraschte ihn, als er die elterlichen küche mit knoblauchduft und angebranntem beglückte. etwas distanziert war ich – das geb ich zu. und nachdem ich ihm wiedermal beim essen zusah, war ich gleich noch distanzierter.

hast du mich betrogen? fragte ich ihn und wieder antwortete er lange nicht. dann fragte er nach, wieso ich das ein zweites mal fragen würde. ich sage ihm, dass ich die wahrheit im nüchternen zustand erfahren möchte. er verneint es und im gleichen atemzug fängt er an darüber zu philosophieren, dass fremdgehen für männer ja nichts mit gefühlen zu tun hätte und als er sagt „wenn man einfach weiß, wo das herz hingehört…“, bricht er ab. „ich möchte da jetzt nicht mehr drüber sprechen.“ ich hake nach, doch er hatte schon dicht gemacht.

er hat mich angelogen. das weiß ich.

reunion

wir kamen etwas zu spät an. der videotext prophezeite eine verspätung von
über zehn minuten und so erreichten wir den flughafen erst um kurz nach elf.
noch orientierungslos und auf der suche nach dem richtigen ankunftsgate rief
dxx: kuck mal, da ist rxxxxx ja.
ich war aufgeregt, nervös und ängstlich und als ich ihn sah schockiert.
keine ahnung wovon und wieso, ich war wie eine eissäule erstarrt und er kam
auf mich zu. wir nahmen uns in die arme und standen einfach so da. doch
meine erwartete emotionale ausladung, wie sie mich sonst immer überkam,
blieb aus. rxxxxx begrüßte auch seine freunde und so standen wir da, stießen
mit sekt aus plastikkaffeebechern an während ich versuchte meinem herz nur
irgendeine regung zu entlocken.

die erste regung kam, als er mich in meiner autofahrweise kommandieren
wollte, worauf ich ihm sagte, dass mir der weg bekannt und das auto mich
gewohnt sei. so gab es viele kleinigkeiten, die innerhalb einer stunde auf
mich einwirkten und mich abtournten.

angekommen in dieser wunderlich unheimlichen kneipe schwatte päd überkam
mich ein heulkrampf auf dem klo nach dem anderen. irgendwie schien auch
keiner so richtig zu merken, was mit mir los war und so blieb ich auch immer
länger von der großen gruppe weg. bis hxxxxx sich plötzlich zu mir
rüberbeugte und nachhakte. mit verständnisvollem blick nahm er mich in den
arm: exxx, es ist doch dein heimspiel!

wir zogen weiter ins café. ich füllte mich selbst ab. ich wollte meinen
gefühllosen körper noch gefühlloser machen und kippte ein bier und einen
tequila nach dem anderen weg. zusammen mit rxxxxx trank ich noch einen b52,
aber stehen konnte ich noch immer.

ich wollte nach hause. alleine.
und er verstand das nicht.

und so standen wir eine stunde morgens um 5 in der neusser innenstadt und
warfen uns gegenseitig vorwürfe und gemeinheiten an den kopf. bis ich
einfach keine lust mehr auf diskussionen hatte, klein beigab und mit ihm zu
mir nach hause ging. dort angekommen lagen wir auf dem sofa, ich kiffte, er
erzählte. als wir eine halbe stunde später ins bett gegangen sind, erinnere
ich mich daran, dass wir miteinander geschlafen haben, doch ich weiß nicht
mehr, in welcher stellung, wie es war noch sonst irgendetwas…

ich schlief ein.
und ich erwachte vor ihm.

ich sah ihn an, hoffte wieder auf eine emotionale regung. wieder nichts.
ich stand auf, machte frühstück, blätterte in zeitschriften, zappte,
schwitzte auf dem stepper, ging duschen. nach drei totgeschlagenen und
rücksichtsvollen stunden auf den schlaf meines freundes, weckte ich ihn.

nach dem frühstücksmonolog ging es weiter in den spaziergangsmonolog, weiter
in den autofahrmonolog und dann zum kaffeemonolog bei beckers. später bei
dxxxxxxxs angekommen, wurde mir schlecht. rxxxxx schlürfte seine suppe wie
ein behinderter, der es nicht besser kann.

ich ergriff die flucht und fuhr heulend nach hause. allein. und auch die
nacht verbrachte ich schlaflos allein. nur mit mir.

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