british everyday life


“Kaffee weißt ja, wo der ist. Und Wurscht und Käs hab ich im Kühlschrank. Bei der Milch musste mal riechen, ob die noch gut ist. Aber müsst eigentlich. Mei, gell, wenn im Büro nicht soviel los wäre…”

Und dann lächelt sie, drückt mich und bittet mich beim Abschied ein paar kleine Besorgungen zu machen. “Seit ich arbeite, krieg ich einfach nix fertig. Blöd, echt blöd. Aber danke dir!” Und mit diesen Worten fliegt meine hübsche Business-Schwester schon gestresst durch die Tür.

Kein Vergleich mehr zu der Studentin, die vor zwei Jahren aus der Jakobervorstadt gebloggt hat und vier Wochen vor Weihnachten die persönlichsten Geschenke überhaupt besorgt hatte. Der Preis für den guten Job ist zwar kaum mehr Selbstgekochtes und in diesem Header müsste auch eine große Vermisst-Anzeige hängen, aber, gell, ich find ja nicht, dass früher alles besser war!

Insbesondere deshalb nicht, weil ich mich auf der Reise nach Augsburg nicht zwei Stunden lang durch eine aufregende Untergrund-Bahn hätte schlagen müssen; von den Menschen mal ganz zu schweigen, die in London wirklich alle extrem modische Kleidung sowie ein Blackberry oder Iphone besitzen, mit dem auf dem Weg nach Hause noch eifrig herumgespielt wird. Und als ich gestern im Flieger das erste Mal wieder diesen hochgestochenen britischen Singsang gehört habe, war das Urlaubs-Feeling schon vor der Landung auf der Insel perfekt! Jetzt trink ich mal Kaffee Nummer zwei und nehme mein wichtigstes 2Do für diese Woche in Angriff: Couchen :-)

Strolling around the pedestrian zone in a nearby town last weekend, we finally learned how Santa Claus is called in England: Mr Windscreen.

Note how the audience is rooted to the ground :D

Vorhin am Bahnhof, ich bin super durstig nach viereinhalb Stunden Stiefelsuchen und will mir eine Fanta ziehen. Stehen vor mir zwei Turteltäubchen am Automaten und weiß sich nicht zu entscheiden. Cola Zero? Diet Coke? Ein Wasser oder ein Säftchen?

Sie diskutieren ewig um dann endlich in ihren Taschen nach Kleingeld zu kramen. Sie kramen ewig um dann endlich festzustellen, daß sie ihnen sowohl eine Entscheidung als auch das nötige Kleingeld zum Erfrischungsgetränkekauf fehlt. Und da, endlich bemerken sie mich, drehen sich unangenehm berührt um. Kichern mich unsicher an und sagen, oh, we’re so sorry, dear, we need a couple more minutes.

Harch, na sowas, wer hätt’s gedacht :) Ich schmeiß die Münzen ein, wähl’ D1, die Fanta poltert durch den Schacht und das Wechselgeld klappert zur Münzausgabe.

Mmh, lecker Orangengetränk von den coca cola bottlers in Ireland. Ganz dicke mit Kindheitserinnerungen verwoben, der Geschmack. Hat was von Freiheit, Abenteuer und Coolness. Und Baumkletternarben.

Ich mach mich auf den Weg zu meinem Gleis, mein Zug kommt in sieben Minuten. An dem immer noch verhandelnden Pärchen vorbei. Bei denen ich folgendes aufschnappe: Oy, luv, see, I’m no’ so thirsty, luv, so i’s foin wi’ me, le’s boy some wa’er.

Hui… eine frühe Sommerlochreaktion auf der Insel… bei dem tollen Wetter hier seit einer Woche aber eigentlich kein Wunder ;)

Auf dem gut besuchten Klatschblattportal (Auch von mir gut besucht, versteht sich. Ich will ja immer informiert sein, auf welche Art Deutsche gerade Sympathiepunkte verlieren.) lautete heute eine der Headlines:

Das Stink: Germany to blame for terrible smell engulfing England blown in by freak weather

.

Bitte auch die Kommentare beachten ;) (Und über die Konjugation eines unregelmäßigen Verbes hinwegsehen.)

Ansonsten gibt es eigentlich viel Neues zu erzählen. Ein paar werden es schon an meinem Versuch bemerkt haben, ein feature “Fragen einer first time Angestellten” zu etablieren. Aber bei den Neuigkeiten sind ein paar wenige dabei, die schwerer wiegen und ja… was kann ich sagen… von Schönem und Lustigem ablenken und abhalten.

Mal mehr.

Und mal weniger.

Und im Moment leider eher mehr.

Die Wahrheit ist, daß das Leben voll von Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen ist… ein paar von ihnen - keine Frage - guter Natur… aber die anderen belastend und mit der Zeit immer beschwerlicher wahrzunehmen…

Ich habe große Hoffnung auf Veränderung.

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Der (fast) bekannte Blick aus dem Küchenfenster, heute morgen kurz nach acht.

Wie die Wettervorhersage war? Slightly different, würde ich mit dem Versuch, höflich nach britischer Art zu klingen, sagen :) : (more…)

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Wenn man in Hampshire über 60 ist, kann man einen Bus-Pass beantragen, mit dem man kostenlos durch den ganzen Landkreis fahren kann. Ab dem ersten April wird die Gültigkeit des Fahrausweises auf ganz England ausgeweitet, wobei das Busfahren dann außerhalb der Hauptverkehrszeiten bzw. entsprechend der Regelungen des jeweiligen Landkreises stattfinden muß (grob gesagt ab 9.30h).

Die große, die Öffentlichkeit beschäftigende Frage ist nun, wer für die kostenlosen Busfahrten aufkommen soll. Zudem wird befürchtet, daß die Busse vor allem zu populären Touristenzielen überfüllt sein werden und kein Platz mehr für zahlende Busfahrer frei sein wird.

Under the rules, bus-pass holders’ trips will be paid for by the area authority in which passengers board the bus. Dozens of councils in popular tourism and shopping destinations will have to pay for journeys made by the thousands of elderly visitors who depart on their buses each year.

Um den Senioren-Pass finanzieren zu können, überlegen die Landkreise nun u.a., das Geld durch Anheben der für jeden Einwohner monatlich fälligen council tax sowie das Streichen bestimmter Busverbindungen (bzw. Reduzierung der Fahr-Häufigkeit) wieder reinzuholen. Das Worthing Borough Council in West Sussex beispielsweise muß 600.00 Pfund zusätzlich aufbringen und will deshalb Gelder für ein Schwimmbad sowie für Parkbepflanzungen streichen und die Kosten für Strandhütten erhöhen. In Portsmouth wurde fünf Bibliothekaren gekündigt, Weymouth und Chester wollen die council tax um fünf Prozent erhöhen.

Wie nun diese neue Möglichkeit tatsächlich angenommen und ausgelastet sein wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin erfreue ich mich weiterhin täglich der munteren Spätzchen auf der Bushaltestellen-Wartebank gegenüber unseres Küchenfensters. Und bin gespannt, wann dann die ersten mit Köfferchen für einen Drei-Tages-Trip nach Brighton an der Haltestelle sitzen.

Im November war ich durch Zufall in einen Laden gekommen, der ziemlich günstig Klamotten und Dekokitschmaterial verkauft. Die Aktion “Kauf drei, bezahl für zwei” war gerade am Laufen, und tatsächlich fielen mir für den Laden ungewöhnlich schöne Sofakissen auf, die ich für den Preis keinesfalls liegenlassen konnte.

Typisch für mich ließ ich jedoch eine Nacht darüber verstreichen, um mir das mit den Farben noch einmal zu überlegen und den Lieblingsmann um seine Meinung zu fragen.

Als ich am nächsten Tag wieder in den Shop kam - war sowohl das Angebot Dreifürzwei vorbei als auch die Kissen ausverkauft. Jedes. Einzelne.

Och nööö! Wie blöde! Und daß es doch immer dasselbe mit mir ist: Ich bin mir zwar sicher, daß es unbedingt dieses Stück und kein anderes sein muß - und das passiert selten genug -, aber dann kommt doch manchmal noch ein Schuß Zweifel mit dazu (Werden ihm die Kissen auch gefallen? Was hält er von der Farbe? Wird ihm die Textur zusagen?), daß ich dann desöfteren schon den Kürzeren gezogen habe. Oder gar keinen.

Aber hey, die A-Heldin ist ja lernfähig!

Und so geschah es also, daß ich mich gestern erneut in besagtem Laden umsah - und die doch glatt wieder dieselben Kissen da hatten! Logo, daß ich mir sofort zwei davon einpacken ließ. Und weil die so schön waren, hab ich mir gleich nochmal zwei zurücklegen lassen (Ja, v.a. das wäre ja schon im November die Option gewesen…), weil ich sehen wollte, ob nicht trotz ihrer immensen Größe vielleicht doch vier der Sofakissen davon bei uns Platz haben würden.

Geschaut, abgewogen, entschieden. Und so lief ich dann heute wieder los, um die restlichen zwei abzuholen…

… um im Shop dieses Zettelchen an ihnen klebend vorzufinden:

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Jetzt frage ich mich: Ist das mit dem Unterscheiden von n und m hier auf der Insel für manche Leute genauso beschwerlich, wie im Deutschen die Sache mit dem oder den?

2morrow weiß ich vielleicht mehr drüber… ;)

… you can certainly tell I’m on a roll here… and OMG… this time, we tried to go with some cheese on them… and hey… they turned out fabulous… again! :)

Since the formula of my pretzel-style rolls recipe is now connoisseur-proof, I may as well never return to Bavaria again… if my dear sister feels gracious enough to provide me with canned Bavarian-style white sausages furthermore, that is… hahaha.

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Now go on and try that recipe for yourself! It might make your weekend, who knows… ;)

Oi, wie aufregend! Vor ein paar Tagen haben wir erfahren, daß Teile des neuen “Bond. James Bond”-Filmes angeblich in unserer Gegend am Flughafen von Farnborough gedreht werden.

Die Newsquelle schreibt u.a.:

According to witnesses, an airport scene is to be shot there and a lot of the sign posts have been removed to make it appear that the location is that of a different country. Filming is scheduled to start on February 8th and is to take place in the evening and through night shoots.

Bei meiner Tollpatschigkeit, die mich öfter mal unverletzt gegen Wände und Türen rumpeln läßt, habe ich vielleicht Chancen, als Stunt-Frau im neuen Thriller dabeizusein - denn offensichtlich wird das Stunt-Personal vor Ort gecastet ;) (Wie auch in Bregenz ab letzten Freitag: 1500 Leute werden dort für Szenen auf der Freilichtbühne im See gesucht.)

— — — — —

* Forumsdiskussion zum Dreh am Flughafen von Farnborough

* Neuigkeiten rund um den Dreh

* Ist eigentlich schon mal jemandem von Euch beim Landen auf dem Flughafen Köln/Bonn aufgefallen, daß man dort, sowie man die “Ankunftshalle” betritt, von einer sympathischen Männerstimme begrüßt wird mit “Willkommen am Flughafen Bonn. Köln Bonn.”? Ich hatte wohl das fetteste Grinsen aller Passagiere auf meinem Gesicht, als ich das letztes Jahr im November zum ersten Mal bemerkte.

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