Es tut mir leid. Und ich habe ein schlechtes Gewissen.

Am 21. Juni 2008, einen Tag nach meinem ersten 10km Wettkampflauf, habe ich so gegen 18h eine Zigarette geraucht. Im weiteren Verlauf des Abends wurden es sicher zwanzig Stück, die ich mir bei meinen erstaunten Raucherfreunden als “schöner Anlass Kippen” zusammengeschnorrt und genüsslich gequarzt habe.

Rund zwei Wochen später, am 04. Juli 2008 (pünktlich zur Einführung des Nichtrauchergesetzes in NRW und nach über 1,5 Jahren Abstinenz), habe ich mir wieder eine Schachtel Zigaretten gekauft und seit diesem Tag in unregelmäßiger Regelmäßigkeit, mit und ohne Alkohol, drinnen und draußen, im Stress und in entspannten Situationen, geraucht.

Ich habe diesen Ausflug in die alten Verhaltensweisen geliebt, gehasst, genossen und verdrängt. Und mit jedem Tag dieser Raucherei habe ich gemerkt, was ich mir zerstöre:

    Zigarettenkosten: rund 450€ zum Fenster hinaus geworfen.

    Kondition: Nach 15 Minuten Laufen ist mir die Luft weggeblieben. Sportliche Betätigungen jeglicher Art fallen schwer.

    Nasenschleimhäute: Geruchssinn schwindet, Essen ist nicht mehr lecker, die Schleimhäute verkrusten sich.
    Verdauung: Unregelmäßig, abhängig vom Zigarettenkonsum.
    Allgemeiner Zustand: Unreinere Haut, erhöhter Haarausfall. Vom nikotinträchtigen Mundgeruch mal völlig abgesehen.

Die Vernunft kam schneller als erwartet und so bin ich seit Montag wieder rauchfrei. Es fällt mir leichter als ich dachte - zumindest was Alltagssituationen angeht. Und dann gibt es wieder Extreme, wie z.B. an meinem ersten Tag:

Schon am frühen Morgen war ein Flug ins schöne Ostdeutschland für einen beruflichen Tagestrip gebucht. Da ich dank eines Staus und dem überfüllten Parkhaus am Flughafen statt 45 Minuten nur 35 Minuten vor Abflug am Checkin-Schalter ankam, machten mir die unfreundlichen Airberlin-Mitarbeiterinnen klar, dass ich diese Maschine wohl jetzt verpasst hätte. Meine Kundin, die für den gleichen Flug bereits am Gate wartete und selbstverständlich nicht erfreut über diese Nachricht war, diskutierte noch mit den weiteren Fluggesellschaftsdamen, doch trotz Verspätung des Flugs um rund 10 Minuten folgten sie strikt ihren Anweisungen.

Die Lufthansa war da etwas kulanter. Rund 35 Minuten vor deren Flug in den Osten zahlte ich das Ticket und wurde gebeten mich “so langsam Richtung Gate” zu bewegen. Dass man für Freundlichkeit und Service in Deutschland einen Aufpreis von 350€ one way zahlen muss, wusste ich zuvor nicht…

Am Ziel schließlich angekommen erwartete mich meine Kundin mit den Worten: “Was für ein stressiger Morgen. Ich weiß ja nicht, ob sie rauchen, aber ich brauche darauf jetzt erstmal eine Zigarette.” Erst zögerte ich, aber dann sagte ich bestimmt: “Oh, nein, ich habe aufgehört. Aber es stört mich nicht.”

Mit dieser Dame habe ich Montag bis Mittwoch jeden Tag rund 12 Stunden verbracht. Und bin standhaft geblieben.