October 2008


Im Scheinwerferlicht meines neuen Wagens sieht die kleine Fabia traurig aus. Verfroren und überzogen mit einer dicken Eisschicht steht sie am Waldesrand und wartet auf den Abholservice. Ein letztes Mal drehe ich den Zündschlüssel und höre all die vertrauten Motorgeräusche der letzten drei Jahre. Ein letztes Mal sammle ich die leeren Plastikflaschen aus dem Fußraum hinter den Sitzen zusammen und ein letztes Mal knalle ich den Kofferraum zu.

Ich denke daran, wieviele Umzugskartons hier schon Platz gefunden haben. Und ich erinnere mich an die vielen betrunkenen Gäste in meinem Auto, die wir gut nach Hause gebracht haben. Und ich muss kichern, weil Fabia ein richtig jungfräuliches Leben in meiner Obhut hatte und nur auf der Autobahn so richtig durchgeblasen wurde. Dann aber auch bis zu einer Spitzengeschwindigkeit von 210! Hach, schön war’s!

Adieu, kleine Fabia.
Hallo, knuffiger Corsa.

Während die A-Heldin in England Kürbisköpfe schnitzt
… überlegt die andere Heldin, wie sie die permanent schlechte Laune der letzten Tage verbannen kann.

Möglichkeit A: Mal wieder so richtig ausgehen
Da ich allerdings kein Halloween-Anhänger bin und auch mit verkleideten Themenfeten sehr wenig anfangen kann, kann ich den geplanten Ausgehabend am Freitag schon einmal canceln.

Möglichkeit B: Im Bett bleiben
Das geht irgendwie nie. Zumindest nicht dann, wenn man nicht krank ist. Und nachdem ich in den vorangegangenen Wochen schon fast zwei Wochen kränkelnd im Bett gehangen habe, ist das Nichtaufstehen für den normal Berufstätigen leider keine realistische Waffe gegen schlechte Laune.

Möglichkeit C: Naschwerk vernichten
Hach, wenn man dabei nicht so schnell fett werden würde…

Heute Nacht habe ich extrem unruhig geschlafen. Meine Träume waren wild und wirr und unter anderem fand ich mich in dem kleinen Gästezimmer meiner Tante wider, die uns Land-Mädchen mit großstädtischen Second-Hand-Klamotten und Accessoires überhäufte.

Nachdem mein Kellerschrank nun eine komplette Kistenladung zu kleiner, großer, abgetragener oder nie getragener Shirts, Hosen und Pullis abgeworfen hat, erinnerte ich mich an das großartige Gefühl, das ich damals im kostenlosen Klamottenrausch hatte. Die strahlenden Augen der beiden Mädels meiner alleinerziehenden Nachbarin bestätigten mir heute, dass es noch viel schöner ist, genau dieses Gefühl zu verschenken.

Wenn man sich Sorgen um den Menschen macht, von dem es heißt, Abschied zu nehmen, ist das der schwerste Schritt.

Dann sagt man mit professionellem Lächeln Sachen wie “Danke für die Unterstützung.”, “Alles Gute.” und “Bis bald.” und weiß tief in sich drin, dass es kein Wiedersehen geben wird. Zu einem anderen Zeitpunkt, anderen Umständen oder in einem anderen Leben - leise weiterhoffen auf die Wiederholung oder ein Anknüpfen des erfolgreichen “Best of”.

Ich weiß schon, warum ich auf Neusser Zeitungen verzichte. Nicht nur, dass in Neuss ja eh der Hund begraben ist und in der Kleinstadtpolitik das Weltmännischste eine Diskussion über Straßenbahnschienen im Zentrum ist, nein, dies alles wird übertroffen mit einer 1:1 Berichterstattung der Lokalanzeiger. Unaufgemotzt, könnte man es nennen oder auch rundrum ehrlich. Eben genau die Sorte von Artikel, die genau das Vorstadtflair widerspiegeln, wie es unaufgeregter gar nicht sein könnte!

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Ich lebe in einer Stadt, in der sich für den lieben Bürgermeister und sein Gefolge nur Rentner interessieren. Und wo der Lokalanzeiger einzig als Werbeblättchen mit redaktionell dünnem Inhalt überlebt, weil die ansässige Stadtsparkasse regelmäßig ganzseitige Anzeigen aufgibt.

Leute, in 11 Wochen ist Weihnachten! Und weil ich kurz vor dem Fest nie weiß, was ich mir von den Liebsten wünschen soll, fang ich hier mit dem notieren an.

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Heute entdeckt: der traditionelle Jungbauernkalender ist wieder da!
Und in diesem Jahr war ich kurz davor mir die Herren der Schöpfung sofort zu bestellen und musste mich schwerst zügeln, sie eben doch nur auf meine Wunschliste zu setzen. Die Bäuerinnen kann man sich übrigens hier in voller Pracht ansehen.

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Außerdem ganz oben auf meiner Wunschliste: die Pink-Konzert-DVD (nicht neu, aber sicher toll!)

Galant nimmt er mich an der Hand, wirbelt mich zu wunderbaren Drehungen, führt mich im großen Bogen einmal um ihn herum, flirtet mit fließenden Armbewegungen, um mich dann wieder zurück zu führen in den rhythmischen Grundschritt.

Nach fünf Stunden im Grundkurs, in dem ich das Glück hatte, vor allem den Tanzlehrer als Partner zu haben, hat es mich gepackt: Das Salsa-Fieber! Und ich erinnere mich wieder an die wöchentliche Tanzstunde in früheren Jahren, als man sich als Teenie gefreut hat, dass gleichaltrige Jungs nicht nur Tanzen sondern auch charmantes Benehmen erlernten…

Über die erste CD (White turns blue) von Maria Mena hab ich mich ja riesig gefreut, aber als ich heute bei Saturn (verkaufsoffener Sonntag und so) in die Neuerscheinung gehört habe, war ich richtig enttäsucht.

Dann doch lieber nochmal mit Apparently Unaffected den angehenden Herbst erleben…

Es tut mir leid. Und ich habe ein schlechtes Gewissen.

Am 21. Juni 2008, einen Tag nach meinem ersten 10km Wettkampflauf, habe ich so gegen 18h eine Zigarette geraucht. Im weiteren Verlauf des Abends wurden es sicher zwanzig Stück, die ich mir bei meinen erstaunten Raucherfreunden als “schöner Anlass Kippen” zusammengeschnorrt und genüsslich gequarzt habe.

Rund zwei Wochen später, am 04. Juli 2008 (pünktlich zur Einführung des Nichtrauchergesetzes in NRW und nach über 1,5 Jahren Abstinenz), habe ich mir wieder eine Schachtel Zigaretten gekauft und seit diesem Tag in unregelmäßiger Regelmäßigkeit, mit und ohne Alkohol, drinnen und draußen, im Stress und in entspannten Situationen, geraucht.

Ich habe diesen Ausflug in die alten Verhaltensweisen geliebt, gehasst, genossen und verdrängt. Und mit jedem Tag (more…)

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