Thu 6 Mar 2008
Nirgendswo treffen Vergangenheit und das Hier und Jetzt so schlicht und unaufdringlich aufgelistet aufeinander wie in den Kontakten des Mobiltelefons.
Da steht der Name des Chefs kurz vor dem Namen des (vielleicht) zukünftigen Arbeitgebers. Da trifft man auf private Handynummern von Radio Fantasy Moderatoren (und ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, warum ich die hatte. Geschweige denn, ob ich sie jemals wählte!) dicht gefolgt von Namen, die man keiner Person mehr zuordnen kann und wo selbst Xing und Google nicht die notwendigen Hinweise zur Gedächtnisauffrischung liefern können.
Und hier und da sind Namen, die verdrängte Emotionen auslösen und deren Kontaktdaten man einfach nicht zu löschen über’s Herz bringt. Nicht, dass man jemals wieder genau diese Person sprechen wollen würde, aber das Verbannen aus dem Telefon hat so etwas Endgültiges.
Der Eintrag “Luca Barcelona” lässt mich das Fotoalbum herauskramen, in das ich die vielen bunten Schnappschüsse geklebt habe, und den Erinnerungen hinterher träumen an meinen wunderschönen Geburtstag vor zwei Jahren in Spanien.
Kurze Zeit später entdecke ich einen alten Klassenkamerad “Marcello” im Netz. Damals noch mit wilden Punksträhnen lächelt er heute im Business-Look passend zu seinem Vertriebsjob. Genauso verschmitzt wie vor einigen Jahren, als wir auf den Tischen der Münchner Clubs tanzten.
Für die Einen sind es nur Namen und Nummern. Für die Anderen bewegende Geschichten und prägende Momente.
3 Responses to “Namen, Nummern und Geschichten”
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March 10th, 2008 at 2:08 am
Hihi, guter Eintrag, hört sich an wie das Handy-Telefonbuch aus meinen “wilden Zeiten”…
March 10th, 2008 at 1:10 pm
Sie hatten mal wilde Zeiten, Herr Lietz?
March 12th, 2008 at 2:50 pm
Ja, dit kenn’ ich…
Bei mir ist das mittlerweile so, daß die verdrängten alten Bekannten, heute wahrscheinlich genau so Looser wie damals, jetzt anfangen, Emails mit “Hey, scho lang nix mehr ghört, was machsch Du’n so…” schreiben.
Gewisse Kontakte bricht man ob ihres ungesunden Charakters irgendwann Gott sei Dank ab - und jetzt nach Jahren kann ich diese Entscheidung noch einmal bestärken.
Und nicht zurückschreiben.
(Hach, das wär’, glaub ich, gleich einen ganzen Blogeintrag wert…)