Mon 24 Sep 2007
Der Regen goß in Strömen aus dem dunkelgrauen, wüsten Himmel, als ich heute morgen aus dem Fenster schaute - ähnlich wie der nimmer enden wollende Wasserfluß im Juli und August diesen Jahres, der den Briten nicht wirklich einen Sommer bescherte.
Einzelne Böen jedoch stoben so stark durch unseren Hinterhof und die Straßen, daß die Regenflut wie eine Wand gegen unsere dünnen Fenster geschleudert wurde; die königlich das Vibrieren und Zittern anfingen, als würden sie jedem Moment in tausend Stücke zerbersten.
Beim ersten Schritt in die Küche fiel es mir dann auf: Irgend etwas stimmte nicht mit meinem rechten Küchenfenster. Seit wann konnte ich von meinem Eßtisch aus Leute vom Bushäusel gegenüber sehen?
Und dann der Schreck in meinen Gliedern: Der Blumenkasten ward nicht mehr!
In der Hoffnung, daß er niemandem auf den Kopf gefallen war, rannte ich eiligst die Treppen auf die Straße hinunter, um innerhalb von 30 Sekunden mit Blumenkasten ohne Schaden, aber durchnäßt bis auf die Knochen in die Wohnung zurückzukehren.
Daß das ganze Spektakel Teil eines über v.a. Südengland hinwegtobenden Tornados gewesen war, habe ich erst jetzt mitbekommen. Während der Himmel jetzt wieder blauer als blau erstrahlt, erzählen die Nachrichten folgendes, auch über unser Städtchen: Houses wrecked as tornados strike towns across England (edit 14.10h: Mittlerweile ist die Überschrift schon dahingehend mutiert: “Seven freak tornadoes bash Britain, wrecking homes” (”dozens of homes” as of 15.50h)) bzw. Parts of UK struck by tornadoes (offensichtlich ist im Plural sowohl -os als auch -oes erlaubt).
2 Responses to “Tornados über England”
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September 24th, 2007 at 2:09 pm
Das stell ich mir ganz unheimlich vor so mittendrin zu stecken… Wie gehts denn den Blümchen in dem Kasten?
September 24th, 2007 at 2:18 pm
Allet jot bis auf ein paar abgeknickte, dreckige Blüten und Stengel…
Aber wenn ich an den Kyrill-Hype in Deutschland denke, war dieser echt ein Witz im Vergleich zu heute und hier: Mehr Wind bei gleichzeitig null Panik.
Das erschauderlichste war, daß unsere dünnen, alten Fensterscheiben so gerüttelt haben… Gut, daß wir ein “second glazing” haben.