Wed 19 Sep 2007
Ein bisschen scheu und nervös war ich, als ich erfuhr, dass Evas linker Arm schon seit einer Tumor-Operation 1983 komplett gelähmt ist. Als ich sie dann das erste Mal traf, blickte sie mich mit ihren strahlenden Augen an und lächelte mir offenherzig zu: “Schön, Sie kennen zu lernen.”
Schon zwei Stunden später war das “Sie” vergessen und Eva erzählte mir aus ihrem Leben. Dass sie 13 Jahre lang in England lebte und sich dann von ihrem Mann Bill trennte. Und sie ist davon überzeugt, dass mir dieses Land ebenfalls gefallen würde und ich darüber nachdenken sollte, es meiner Schwester gleich zu tun. Nach einem aufregend-abwechslungsreichem Leben mit Karneval, Dom-Messen, x-fach vielen Tumor-Operationen und ihren drei Kindern in Köln diagnostizierte man bei ihrem Ex-Mann Lungenkrebs. Er sollte vor 2,5 Jahren ins Hospiz eingewiesen werden. Doch um dies zu verhindern, heirateten die beiden 20 Jahre nach ihrer Trennung noch einmal und Eva nahm ihren Engländer zu sich - obwohl sie selbst schon nicht mehr ohne Hilfe konnte. Bill starb vor einem Jahr. Ein Tag nach seinem Tod gebahr Eva’s Tochter ihren ersten Sohn.
Am Montag hat Eva’s Pflegedienst den Rettungsdienst gerufen, weil sie plötzlich nicht mehr laufen konnte. Noch in der Nacht wurde sie an der Wirbelsäule operiert. Gestern Abend, nach der zweiten OP, konnte sie noch nicht wieder selbstständig atmen.
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