Heute im Bus hat eine Spinne versucht, ein Netz in meiner Hand zu bauen. Es war eine kleine Spinne, überhaupt nicht eklig. Sie krabbelte auf meinen Fingern herum, ließ sich ab und zu ein paar Zentimeter herunterbaumeln und krabbelte dann wieder hoch. Ich hielt meine Hand ganz still, damit ich sie nicht beim Netzbauen störe.
Ab und zu ließ sie kleine, fast unsichtbare Fäden in die Luft wehen. Die schwebten dann langsam und majestätisch von meiner Hand weg, bis die Spinne sie wieder einholte. Sie wickelte sie mit ihren winzigen Beinchen wieder auf, rasend schnell, dann krabbelte sie wieder ein bisschen durch die Gegend. Erkundete meine Handfläche.

Irgendwann verfing sich einer der Fäden im Haar des Mannes, der vor mir saß. Bevor ich reagieren konnte, war die Spinne schon daran entlanggeklettert, landete auf seiner Jacke. Fasziniert beobachtete ich, wie die Spinne langsam an meinem Vordermann emporkletterte, dann auf den Kragen. Sollte ich versuchen, sie heimlich zurückzuholen? Ich konnte mich nicht entscheiden. Sie erreichte den Hals, krabbelte gen Haaransatz. Der Mann kratzte sich kurz, dann fiel die Spinne als zerquetschter Klumpen herab, in den Kragen hinein. Tja.