Heutige Links führen Euch zu Bildern von alten Dokumenten, die ich vorgestern auf einem Sperrmüllhaufen gefunden habe. An sich hatte mich nur das kleine, gut erhaltene 070323_koffer.jpg Lederköfferchen interessiert, bei dem sogar noch der Schlüssel dabei war. Aber sein Inhalt kommt einem Schatz alter Behörden-Briefe, Zeugnisse und Rechnungen gleich, die eine ganze Lebensgeschichte erzählen. Die Geschichte der am 8. Mai 1894 in der königlichen Universitäts-Frauenklinik zu München illegal geborenen Amalia.

Leider tu’ ich mir schwer mit dem Entziffern der Schrift auf dem Geburts- und Taufzeugnis. Fällt das jemandem von Euch leichter?

Unter den weiteren Dokumenten befinden sich Schmuck- und Grabrechnungen, die (Arbeits-) Zeugnisse von Amalia (die sich 1928 selbständig gemacht hat!), ein gemeinsamer letzter Wille, ein Antrag auf ein gemeinsames Eheleute-Konto, Tierschutzverein-Briefe, Rentenbeitragszahlungszettel, Mahnungen von Grabeinfassungskosten, die Todesurkunde von Amalias Mann, Altenheim-Rechnungen und schließlich die Sterbeanzeige von Amalia selbst.

Als ich fertig mit dem Durchsehen der Papiere war (von denen ich weiß, daß zwischen ihnen noch ein alter Wehrpaß und Fotos gelegen haben müssen, die ein älterer Herr und Sammler zwei Minuten, bevor ich den Koffer mitgenommen habe, aus selbigem herausgenommen hat), war mir schon irgendwie mulmelig zumute.

So konnte das also aussehen, ein “erfülltes Leben”. Wovon nur noch Zeugnisse, Behörden-Briefe und Rechnungen zeugen, die eine ganz andere, eine leblose, bürokratische Sprache sprechen. Und in einen kleinen DIN A4-Koffer passen. Den Koffer von Amalias früh verstorbenem Mann “Karl Kienle, Kraftfahrer”.

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Wie das bei uns mal aussehen wird? Ob das statt eines Koffers ein cd case sein wird, mit CDs, deren Inhalt man nur noch mit antiquarischen Geräten wiederherstellen kann?