Update 16.51h:

Fröbelsternbasteln. Eine knifflige Angelegenheit, um sich das Warten auf die Leute kurzweiliger zu machen.

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Update 11.29h:

Ob wir ein Doppelbett zu verkaufen hätten. Jo, so eines mit 1,40×2,00m. “Französisch also, oder? So mit einer Matratze?”

Hmm. Das mußte ich jetzt echt mal nachschlagen, weil ich’s im Detail immer schon wissen wollte: Heißt französisch, daß es eine Matratze ist oder hängt das mit der Breite der Matratze(n) zusammen? Wikipedia sagt folgendes:

Französisches Bett
Ein breites Bett für zwei Personen wird Französisches Bett genannt. Die Breite variiert von 125 cm bis 180 cm. Die Bezeichnung hat den französischen Lebensstil, der angeblich der körperlichen Liebe größere Bedeutung als andere Länder zumisst, als Vorbild. Für das französische Bett wird manchmal auch die Bezeichnung Grandlit verwendet.

Grandlit find’ ich gut. Körperliche Liebe auch.

Und noch was finde ich in diesem Zusammenhang. Hat jemand von Euch schon mal was von einer “Liebesbrücke” gehört? Aussehen tut sie so. Hihihi, was für ein Begriff. Dann doch lieber französisches Bett, von schwedischem Hersteller - ohne Besucherritze.

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Update 10.44 h:

Um viertelnachzehn klingelte der erste Herr an der Tür. In einem ca. 35km von hier entfernten Städtchen wohnend, hatte er heute morgen um halbneun angerufen, weil er auf der Suche nach Teppichen sei.

Er war jetzt trotzdem da, zwei Stunden zu früh. Obwohl wir nur drei Ikea-Teppiche v.a. aus Sisal verkaufen, die nicht wirklich etwas mit vom Flaneur gesuchten Kaschmir, Seide oder Persien zu tun haben.

Wie eitel Herren mit einem geschätzten Alter von 71 sein können! Während er im Bad stand und den Trockner begutachtete, wies ich ihn darauf hin, daß wir auch unser Birken-Spiegel-Badschränkchen verkaufen. Flugs hatte er sich umgedreht und die Hände links und rechts am Kopf, mit wohl zehn wiederholenden Bewegungen seine lichten Silberfüchschen nach hinten streichend.

“So richtig alte Bücher, die Dame?” Nö. Hatte ich ihm aber am Telefon schon gesagt.

“Blumen, Blumen jeder Art! Ich liebe Blumen, höhö, ahem.”
“Oh, wenn ich das gewußt hätte. Tut mir leid, aber die haben wir alle schon verkauft.”
“Und der hier?” Der Herr zeigt auf einen acht Jahre alten Drachenbaum.
“Oh, ja der. Nein, sorry. Den wollten schon einige mitnehmen, aber der liegt uns sehr am Herzen.”
“Na, den haben Sie aber auch richtig gut gehegt und gepflegt, so wie der dasteht.”

“Und Deko, Deko sammle ich auch.” Aha. Du auch? Machst Deine Wohnung auch gerne gemütlich für Dich - und Deinen Freund, höhö, ahem? Ich nämlich auch :)

Und dann war er schon zur Tür rausgeschwuchtelt.

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Und wie’s mit dem ersten Interessenten so war, der sich auf unsere Anzeige gemeldet hatte.

Er: Alo, isch ruf an wege di’ Wohnungsauflösung. Wo ‘ohns Du, Sie denn?
Ich: Am *** Tor. Gibt’s irgendetwas bestimmtes, wofür Sie sich interessieren?
Er: So Flohmarktartikel, nix große Möbel oda so. Wo ‘ohns Du?
Ich: Ja, ich glaub, da ist dann eher weniger dabei. Wir haben vor allem Teppiche, Lampen und Möbel. An Kleinzeug gibt’s ein paar Bücher und Computerzubehör.
Er: Wie alt sin’ Sie?
Ich: Wie? Dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern.
Er: Ja, Frauen frag mannich nach Alter.
Ich: Nein, das war jetzt frech von Ihnen.
Er: Sie ‘abe schöne Stimme?
Ich: Dankeschön…
Er: … Ich möchte Sie zum Kaffee einlade’…
Ich: Danke, das ist nett. Aber das geht jetzt zu weit. Danke für Ihren Anruf und einen schönen Tag noch!
Er: Ich rufe dann wieda an, wegen Kaffee.