Mon 25 Sep 2006
Und nachdem die A-Heldin vorgelegt hat, lege ich gleich mal nach.
Bei Natascha Krampusch ließ sich der schleimige Voyeurismus, dem sich nicht nur die BILD-Zeitung, sondern auch der Rest der deutschsprachigen Medien angeschlossen hatte, ja noch als “Recht der Öffentlichkeit” verleugnen:
“Sie sind sich, so schreiben Sie, bewußt, daß wir Ihnen eine „gewisse Neugier“ entgegenbringen, und versichern uns gleichzeitig, daß Sie „keinerlei Fragen über intime oder persönliche Details beantworten“ werden. Sie warnen uns vor der Überschreitung „voyeuristischer Grenzen“.
Wir können diese Wünsche gut verstehen. Sie haben mit Sicherheit Respekt und Rücksicht in besonderem Maße verdient. Und die meisten von uns würden persönlich nichts lieber tun, als Sie in Ruhe zu lassen. Aber…”
(Offener Brief von Harald Staun an Natascha Krampusch, FAZ 3.9.06)
Ich war ja schon damals erstaunt, welche Untiefen in der deutschen Presselandschaft sich da auftun. Hier ging es nie um “Rücksicht im besonderen Maße” - Natascha Krampusch war ein Medienereignis, folglich auszuschlachten. Aber, es geht durchaus noch ekelhafter:

Diese Frau hat einen Namen. Er ist nicht “ungarische Natascha”.
Diese Frau hat eine Geschichte. Sie ist nicht die Geschichte der Natascha Krampusch.
Diese Frau hat ein Recht auf Privatsphäre.
Und noch mehr als das, hat sie ein Recht auf Respekt.
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