Es ist 11 Uhr vormittags und ich sitze in einem alten VW Käfer, der über eine Landstraße bei Kaufbeuren klappert. Das Schöne an diesen alten Autos ist, dass man die Geschwindigkeit noch richtig spürt. Unmittelbares Fahren.

Wir sind auf dem Weg in die Alpen, wir wollen Bergsteigen gehen. Mit einem Regionalzug fahren wir über die schwäbische Alb, dösen, unterhalten uns, packen die Rucksäcke noch einmal nach. Vor uns wachsen die ersten Zweitausender zum Himmel.

Der Anstieg zum Nebelhorn ist hart. Jeder Schritt ist eine neue Kraftprobe, die dünne Luft macht den Atem kurz. Trotzdem ist der Weg zum Gipfel keine wirkliche Herausforderung, wir laufen nur 8 Kilometer.

Nach 60 Minuten sind wir oben. Ich und Leo stehen auf dem Grat und genießen den Ausblick. Es herrscht Windstille, Sonnenschein.


Den Weg zurück fahren wir mit der Seilbahn. Von Oberstdorf bis Augsburg sitzen wir wieder in den Zügen, erschöpft und mit dem leichten Brennen auf der Haut, das langer, kalter Wind hinterlässt.

Große Tage. Und lange Nächte.