Sat 26 Aug 2006
Es ist 11 Uhr vormittags und ich sitze in einem alten VW Käfer, der über eine Landstraße bei Kaufbeuren klappert. Das Schöne an diesen alten Autos ist, dass man die Geschwindigkeit noch richtig spürt. Unmittelbares Fahren.

Wir sind auf dem Weg in die Alpen, wir wollen Bergsteigen gehen. Mit einem Regionalzug fahren wir über die schwäbische Alb, dösen, unterhalten uns, packen die Rucksäcke noch einmal nach. Vor uns wachsen die ersten Zweitausender zum Himmel.

Der Anstieg zum Nebelhorn ist hart. Jeder Schritt ist eine neue Kraftprobe, die dünne Luft macht den Atem kurz. Trotzdem ist der Weg zum Gipfel keine wirkliche Herausforderung, wir laufen nur 8 Kilometer.

Nach 60 Minuten sind wir oben. Ich und Leo stehen auf dem Grat und genießen den Ausblick. Es herrscht Windstille, Sonnenschein.
Den Weg zurück fahren wir mit der Seilbahn. Von Oberstdorf bis Augsburg sitzen wir wieder in den Zügen, erschöpft und mit dem leichten Brennen auf der Haut, das langer, kalter Wind hinterlässt.

Große Tage. Und lange Nächte.
6 Responses to “Am Nebelhorn”
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.
August 26th, 2006 at 9:29 pm
Wow, gefällt mir richtig gut. Schöne Bilder einer schönen Reise poetisch beschrieben.
August 28th, 2006 at 2:19 pm
Klingt irgendwie anstrengend
August 28th, 2006 at 2:44 pm
Wars auch
August 30th, 2006 at 2:58 pm
toll! da verzichtet man doch auch gern mal auf all-in-urlaub in der türkei. natur pur. ich will auch mal wieder!
August 31st, 2006 at 11:34 am
Simon, super! Sobald es wieder mal schöner wird am Wochenende, würde ich Deinen Ausflug sehr gerne nachlaufen… Wie kommt man da denn mit dem Zug hin?
September 2nd, 2006 at 8:55 am
Geht mit dem Bayernticket, etwa 2 Stunden Fahrt bis Oberstdorf. Dann einfach vom Bahnhof bis zur Nebelhornbahn laufen (10 min), von da aus ist der Weg ausgeschildert. Man kann dann direkt vom Boden aus loslaufen, aber der Weg geht über eine Teerstraße und bietet wenig Aussicht. Unsere Gruppe ist bis zur 1. Station (Seealpe) mit der Bahn gefahren, dann ausgestiegen und den Rest gelaufen. Die Strecke macht deftig Höhenmeter, geht aber auch über einen befestigten Weg, so dass sie sehr einfach zu laufen ist. Bis zur nächsten Station, Höfatsblick, läuft man etwa 1 1/2 Stunden.
Vom Höfatsblick aus kann man zum Gipfel weiterlaufen oder fahren, oder, wie wir, nach Rechts auf den Grat steigen und die Aussicht von dort genießen. In der Hütte gibt´s eine klasse Buttermilch.
Dinge, die man noch wissen sollte:
- Die Nebelhornbahn ist sauteuer - bis zum Höfatsblick rauf und runter hat uns pro Person 21 Euro gekostet.
- Die letzte Bahn herunter geht um 17:10. Also früh loslaufen!