August 2006


8h00 Kaffee trinken
8h12 Die verdreckten Fenster anstarren
8h14 Klamotten vom Boden in Wäschebox und Schrank sortieren
8h22 Kaffee trinken, Zigarette rauchen
8h28 Ganze Wohnung staubsaugen
8h43 Darüber wundern, dass der Boden so hell sein kann
8h45 Motiviert die Fenster (alle!) putzen
9h23 Belohnungs-Zigarette
9h29 Großen Geschirrberg beseitigen
9h49 Den Schornsteinfeger einlassen und mich selbst für die Arbeit fertig machen

Wie es halt immer so geht

Saxndi!! Flattert mir heute ein Brief ins Haus, nach dem ich die gem. § 3 Magisterprüfungsordnung geforderten Zulassungsvoraussetzungen für die Magisterabschlußprüfung nicht erfüllt hätte! Kreidebleich mit stockendem Atem ein Anruf beim Prüfungsamt, was dies denn bedeute. Fünf Papierkruschtler später: Ja, also zunächst fehlt da ja mal ein Hauptseminarschein… und dann… ja also… da fehlt dann noch die Bestätigung, daß Sie die Magisterarbeit bestanden haben… Bejus on a bicycle… hab ich mir gedacht… das kann doch wohl nicht wahr sein! Und überhöre dann fast, was es weiter aus der Telefonmuschel mauscht: Also warten’s mal… eine Bestätigung ist schon da, daß Sie die Arbeit bestanden haben… von der Zweitkorrektorin… aber die andere? Wer ist denn da Ihr Betreuer gewesen? Wie? Achjaaa… der Herr E***… meine Güte… der ist heute ja eigentlich hier und hätte auch vorbeischauen sollen…

Puuh… Und eigentlich: Aaargh! Wie typisch! Hatte ich schon erwähnt, welche Probleme ich von Anfang an mit diesem Betreuer of mine hatte, der daselbst im nahen Europäischen Ausland doziert und kein einziges Mal betreuend tätig geworden ist? Die Fahrten für Prüfungen an seine alte Uni haßt - und es trotzdem noch macht?

Ich muß jetzt jedenfalls nur noch den schon abgegeben geglaubten Schein nachliefern. Und der E*** seinen Arsch hochkriegen und endlich ein erstes Statement zur Arbeit abgeben.

Wißt’s was: Wenn des ganze Gschieß rum ist, lade ich jeden auf ein Bierchen ein, der mir jetzt mein aufgeregt-nervöses Gemüt streichelt… So wie damals der Schnobi-Bruder bei Marble Madness, eines meiner bis heute favorisierten Lieblingsspiele am Amiga 500. Wo er mir den flattrigen Bauch massiert hat, damit ich die Endrunde schaffe.

Was funktioniert hat - und ich heute dem Pathos und der Erinnerung an alte Zeiten halber als den Geheimtip an Euch und Eure Lieben herausgeben möchte: Massiert’s Euch halt ein bisserl öfter die Schultern, den Nacken, den Bauch. Dann klappt’s mit dem Entspanntsein und den Endrunden auch.

Ahem.

… wann i mia af dera schena Erdn fia fuchzeh Eiro koa CD, sundern af’m Voiksfest a Maß kaffa dua - und da Vroni a gscheits Trinkgaid ins Dekolleteé einastecka derf. A Musi hob i scho gern, oba do wardna Prioritäten gfrogt.

Bloß weils mi amoi gfrogt hom, wia etzta des geht, daß i mi net so auskannad mit de Nom von de Bands und Sänger.

UPDATE:

Forschenden Gemütern an die Hand gereicht:

… wenn ich mir auf dieser schönen Erde für fünfzehn Euro keine CD, sondern auf dem Volksfest eine Maß kaufe - und der Vroni ein angemessenes Trinkgeld ins DEkolleteé hineinstecken darf. Musik mag ich schon gern, aber hier wären Prioritäten gefragt.

Bloß weil ich mal gefragt worden bin, wie das jetzt geht, daß ich mich mit Namen von Bands und Sängern nicht so auskenne.

Nachdem ich schon eine Weile keine Rezepte mehr von mir gegeben habe, kam mir der Gedanke den Kuchen den die Verlobte am Wochenende gebacken hat mal hier anzupreisen. Natürlich nicht nur den Kuchen sondern auch die Verlobte.

Zutaten

  • 5 Eigelb
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 250 g Zucker
  • 125 ml lauwarmesWasser
  • 250 ml Öl
  • 375 g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 5 Eiweiß
  • 2 EL Kakaopulver
  • 150 g Puderzucker
  • 3 EL Wasser

Zubereitung

  • Eigelb, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, Wasser und Öl unterrühren.
  • Mehl und Backpulver mischen, nach und nach unterrühren.
  • Eiweiß steif schlagen und unterziehen.
  • Den Teig in zwei Hälften teilen
  • Unter eine Hälfte des Teigs den Kakao rühren.
  • Zunächst 2 EL des hellen Teigs in die Mitte der Springform geben. Auf den hellen Teig 2 EL vom dunklen Teig.
  • Vorgang wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.

Das wars auch schon. Das ganze dann 40-60 Minuten backen bei 170-200 Grad. Obendrauf zum Abschluß ein Guss (Puderzucker und so viel Wasser verrühren, dass ein dünnflüssiger Guss entsteht)

Für den Verzehr ist dann jeder selbst zuständig.

… finde ich mich nach dem lange anstehenden Kauf einer elektrischen Zahnbürstö also im Bad wieder, permanent das vom Unterbrechen der Putzbewegung begleitete Zweiminutensignal übersehend, und versuche seit ein paar Tagen herauszufinden, wie weit der Mund jeweils beim Putzen aufgesperrt sein muß, damit man so viele unterschiedliche Brummtöne wie möglich erzeugen kann… Aah… die kleinen Freuden des Alltags…

Es ist 11 Uhr vormittags und ich sitze in einem alten VW Käfer, der über eine Landstraße bei Kaufbeuren klappert. Das Schöne an diesen alten Autos ist, dass man die Geschwindigkeit noch richtig spürt. Unmittelbares Fahren.

Wir sind auf dem Weg in die Alpen, wir wollen Bergsteigen gehen. Mit einem Regionalzug fahren wir über die schwäbische Alb, dösen, unterhalten uns, packen die Rucksäcke noch einmal nach. Vor uns wachsen die ersten Zweitausender zum Himmel.

Der Anstieg zum Nebelhorn ist hart. Jeder Schritt ist eine neue Kraftprobe, die dünne Luft macht den Atem kurz. Trotzdem ist der Weg zum Gipfel keine wirkliche Herausforderung, wir laufen nur 8 Kilometer.

Nach 60 Minuten sind wir oben. Ich und Leo stehen auf dem Grat und genießen den Ausblick. Es herrscht Windstille, Sonnenschein.


Den Weg zurück fahren wir mit der Seilbahn. Von Oberstdorf bis Augsburg sitzen wir wieder in den Zügen, erschöpft und mit dem leichten Brennen auf der Haut, das langer, kalter Wind hinterlässt.

Große Tage. Und lange Nächte.

Hat der Depp gestern doch echt nichts besseres zu sagen als Du tust den Boden auch immer falsch rum in die Springform, wie meine Mutter, die macht das auch immer falsch. Pffft. Als hätte der eine Ahnung vom Kuchenbacken, so als Programmierfreak, dessen theoretische Begründung vielleicht clever daherkommt (Dann kann man den Boden leichter abspülen, weil die nach innen gebogene Kante ja jetzt auf der anderen Seite ist), faktisch es aber so ist, daß diese Kante innen rein gehört, weil die andere Seite des Bodenblechs gefärbt ist. Und ich keine Farbchemikalien in meinem Kuchen haben möchte.

Hat ja echt überhaupt keine Ahnung, dieser smart ass!

Your results:
You are Supergirl

Supergirl
97%
Superman
95%
Wonder Woman
92%
Robin
75%
The Flash
70%
Spider-Man
65%
Green Lantern
65%
Iron Man
60%
Catwoman
55%
Hulk
35%
Batman
35%
Lean, muscular and feminine.
Honest and a defender of the innocent.


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Jippie, heute geht’s wieder los: Das Neusser Schützenfest steht vor der Tür.

Wenn man die Neusser fragt, haben sie das größte Schützenfest weltweit. Doch neben Neuss gibt es noch Hannover, die diesen Titel offiziell tragen dürfen.

Ich freu mich: Auf die vielen vielen Umzüge der knapp 6.500 Schützen durch die geschmückten Neusser Straßen, auf die vielen Bälle in Stadthalle, Zeughaus und Festzelt, auf die OpenAir-Partys, auf die Kirmes… Ich freu mich darauf, die vielen Gesichter, auf die man nur einmal im Jahr trifft, wieder zu sehen. Und ich freu mich auf das Neusser Heimatlied, das ich in den nächsten Tagen sicherlich tausendmal hören werde.

Und wer nicht dabei sein kann, kann sich den Festzug live am Sonntag (ca. 10h bis 14h) hier im Internet anschauen. Die Neusser Webcams gibt’s hier.

* Welcher Tag ist heute? Ist schon Freitag?

* Führende Astronomen haben am gestrigen Donnerstag eine Erklärung herausgegeben, wonach der im Jahr 1930 entdeckte Planet Pluto seinen Planetenstatus verliert. Den neuesten astronomischen Richtlinien entsprechend wurde das Sonnensystem damit von neun auf acht Planeten reduziert.

Der Meinungsstreit um Pluto ist indes uralt: Pluto ist viel kleiner als alle anderen acht Planeten, unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung komplett von ihnen und hat eine so komische, schiefe Umlaufbahn, daß er nicht richtig zu den anderen gehören kann.

Im letzten Sommer ist jedoch ein neues Objekt entdeckt worden, das Pluto ähnelt, jedoch größer ist, und damit kam die Diskussion wieder in Gang: Wenn Pluto ein Planet ist, dann muß das so genannte 2003 UB313 auch einer sein. Wenn 2003 UB313 kein Planet ist, dann kann Pluto auch keiner sein. So einfach.

Doch die ersten Proteste werden laut. Du bist ein Pluto-Liebhaber? Dann könnte Dir vielleicht dieser Aufkleber gefallen. Du willst Dich anderweitig einsetzen und Werbung für ihn machen? Hier findest Du die ersten Promotion-Ergebnisse, in die Du Dich lückenlos einreihen kannst.

* Vanuta Post hat die weltweite erste Unterwasser-Post eröffnet. Sie ist beinahe täglich für eine Stunde oder bei Bedarf auch länger geöffnet. Aus den FAQ:

What makes the postcard waterproof?

The postcards are a synthetic product called Syntek and the weight is 340gsm. So a plastic like product. The Syntec material is basically made of a mixture of clay (calcium carbonate) and polypropylene resin. It is non-toxic and has the look, feel and printability of paper, plus the durability of plastic. They are tough, waterproof, tear-resistant, impervious to grease, oils, chemicals and the elements. They can also withstand high temperatures and humidity.

How does the underwater embossing work?

The embossing is done by a small hand held machine that makes raised areas in the shape of the cancellation. (…)

* 50 typische Fragen bei einem Bewerbungsgespräch. Mit den besten Antworten.

* Für den Vorgesetzten, der schon alles hat: der Ameisen-Schreibtisch. Halb Schreibtisch, halb Ameisenfarm.

How creepy is it to work at your desk while hundreds of ants scurry all around you? Is it distracting? Fascinating? Did some of them get out? Do you think you feel them crawling on your legs? It’s the ultimate desk for nature lovers, bug lovers, and, well, other people who want a weird desk. (…)

Für den Studenten, der richtig cool sein will: Sieben Sachen, die für seine Coolness sorgen. Vom ersten Tag an.

gestern ruft mich philip an: “hey, e., du warst die letzten zehn tage nicht beim training. was ist denn los?”
etwas irritiert, dass ihm meine abwesenheit aufgefallen ist, erzähle ich ihm meine krankengeschichte. “na, dann sollten wir jetzt wieder ganz langsam anfangen. ich bin am sonntag da und hab zeit für dich. dann können wir nochmal ausführlich deinen trainingsplan besprechen. man soll’s ja nach einer grippe nicht übertreiben!”

das nenn’ ich mal einen gelungenen motivations service!

weihnachtsfeier 2005: die kollegin s. aus der marketingabteilung und der technische projektleiter d. kommen sich näher. acht monate später eine rundmail von s.: “ich gehe in den mutterschutz”. gestern abend bei “unser neues zuhause” auf rtl: das glücklich verliebte arbeitskollegen-paar, das sich über die doku-soap eine hübsche eigentumswohnung in köln gesucht hat!

danke, s. und d., der bürotratsch ist gesichert!

Nach einem kurzen Nickerchen geht’s jetzt schon wieder, aber als ich heute Mittag von einer halbstündigen Zahnbehandlung zurückgekommen war, war ich echt müde. Diese Müdigkeit strahlte dumpf vor allem von meiner tauben Oberlippe und allem Tauben, was sich drei bis fünf Zentimeter darüber befand, aus, so daß auch meine Gesichtserkerspitze und ein Teil der Gesichtserkerflügel nur eines wollten: so schnell wie möglich ins Bett.

Siehst richtig geschwollen aus an den Wangen, begrüßte mich der Lieblingsmann - und ach, wenn er zu diesem Zeitpunkt nur geahnt hätte, was diese Schwillerei so mit sich gebracht hatte!

Zwei Spritzen wären das, hatte der pockennarbige Zahnarzt zu mir gesagt, wir wollen ja nicht, daß Sie irgendwas vom Bohren spüren! Schwups waren die Nadeln auch schon drin und kaum daß ich mich versah, war meine Oberlippe taub. Ein kleines bißchen dauert’s noch, bis auch die Zähne taub sind. Aber seien Sie froh, daß ich Ihnen die Spritze nicht vorne geben mußte. Dann würden Sie nämlich Ihre Nase nicht mehr spüren und hätten das Gefühl, Sie hätten eine dicke Knolle im Gesicht. Wie beruhigend, dachte ich mir, sowas wäre aber auch wirklich unangenehm. Doch des jungen Arztes Einfühlvermögen und Witzigkeit taten nur begrenzt seine beruhigende Wirkung: So. Und jetzt spülen Sie bitte nochmal Ihren Mund aus. Solange es noch geht, war seine nächste Anweisung. So lange es noch geht?

Ich dachte ich hör’ nicht richtig! Schließlich konnte mir doch nichts Schlimmeres passieren als das Gefühl, eine riesige Saufnase im Gesicht zu haben, mit der ständig tastenden Hand zu vertreiben!

Ich richtete mich etwas irritiert auf und griff zum bereitgestellten Wasserbecher. Nahm einen großen Schluck und setzte an zu einem beherzten Gurgler.

Und die einfältige Rechnung tatsächlich ohne des Doktors Weißheit gemacht.

Ehe ich auch nur zwinkern konnte, spritzte das Wasser aus den unmöglichsten Ritzen zwischen meinen Lippen heraus. Absoluter Kontrollverlust über den nunmehr pelzigen Obermund, der schief den Arzt und seine Helferin anzugrinsen versuchte. Meine Jüte!

Die Behandlung danach war erste Sahne, ich spürte bis auf meine zitternde Unterlippe überhaupt nichts mehr, und auch das Zittern stellte sich ein, als mir gesagt wurde, ich müsse den Mund nicht so weit aufmachen.

Den Mund nicht so weit aufmachen, ach was! Woher hätte ich denn gewußt, daß mein Mund überhaupt offen ist? Ein ganz ganz komische Situation war das, sage ich Euch. Wenn man so absolut orientierungs- und gefühllos ist.

Trotzdem hatte ich bei all dem ständig Lust, irre draufloszukichern, denn hey, wann kommt man schon mal in den Genuß, mit einer tauben, scheinbar plump herunterhängenden Oberlippe durch die Stadt zu laufen!

Auf dem Schulhof wäre ich der Held gewesen, ganz sicher, und jeder hätte mich mal kneifen dürfen zum Beweis, daß ich keine Schmerzen spüre.

So gab es aber nur einen letzten Ratschlag des umsichtigen Zahnarztes: Und jetzt passen Sie aber auf und halten sich dran: nichts essen, bevor Sie nicht Ihre Lippe wieder spüren! Das kann sonst ganz böse enden und Sie essen sich am Ende selbst auf!

Oh, wie ich sie liebte. Birgit Minichmayer als Polly in der Dreigroschenoper. Mit ihrer tiefen, röhrigen Stimme hat sie mich in den Bann gezogen: “Und ein Schiff mit acht Segeln, Und mit fünfzig Kanonen,
Dazu dann Mackie Messer, gespielt von Campino, der nunmal kein Schauspieler ist, sich allerdings als böser Frauenschwarm mit geschniegelten Haaren (!!!) ganz wunderbar verkauft hat. War er zum Ende etwas zu euphorisch, so dass man seine Toten-Hosen-Konzert-typischen Bewegungen in dem Brecht-Stück wiederfand? Oder war er erschöpft, nach 2,5 stündigen und pausenlosen Spiel, so dass seine Stimme immer dünner wurde? Respekt an ihn, eine solche Herausforderung als Hauptdarsteller nochmals anzunehmen. Aber andererseits: Wer würde schon ablehnen, wenn Klaus Maria Brandauer anruft und dich bittet, mit ihm zu arbeiten…

campino

Ein außergewöhnlicher Theaterabend - insbesondere weil 50% des Publikums aus “herausgeputzten” Toten-Hosen-Fans bestand, die man vor allem an den zu den schief sitzenden Anzügen passenden schweren Lederstiefeln erkannte. Und, weil die Dreigroschenoper im Admiralspalast mit einem so hohen Star-Aufkommen wirklich gerockt hat! Und das soll mal ein anderes Theater mit Brecht-Stück nachmachen!

liebe firma,

täglich opfere ich viele stunden meiner lebenszeit für dich und deinen umsatz. täglich fahre ich über hundert kilometer mit deinem auto zu dem arbeitsplatz, den du mir zur verfügung stellst. täglich arbeite ich mit menschen zusammen, von denen du glaubst, dass sie professionell sind und einen guten dienst tun. ich setze mich für dich ein, weil ich glaube, dass es toll ist, was du leisten kannst.

aber bitte, liebe firma, nehm mich ernst und sei fair zu mir.
sonst könnte es sein, dass ich dich und deine mitarbeiter irgendwann so richtig ficke!

danke!
deine mitarbeiterin

Fällt Euch zu Folgendem ein Beispiel ein?

Die Regierung tut etwas - und jeder haßt es. Etwas, das überhaupt nichts dazu beiträgt, daß der Staat oder die Wirtschaft funktionsfähig bleibt. Das aber dennoch eine beträchtliche Belastung für die Allgemeinheit darstellt.

Hier in Deutschland gibt es so etwas - und nennt sich GEZ oder Gebühreneinzugszentrale. Ich würde hier eigentlich einen Link auf selbige setzen, aber dieses Biest ist so etwas wie der IRS, das CAIR und die RIAA in einem. Als ein Konglomerat dieser drei checken die wahrscheinlich ihren Sitemeter nach Referrals von Leuten, die über sie meckern. Jeder, dessen Leben nicht von diesem Verein abhängt, hat nichts als Verachtung für die GEZ übrig.

Was ist die GEZ?

Die GEZ ist ein spezieller Teil der deutschen Regierung, die monatlich Gelder für Fernsehen, Computer und eigentlich alles, was Dir einfällt, einkassiert. Wenn man einen Fernseher, ein Radio oder im Endeffekt irgendetwas besitzt, das Informationen senden oder empfangen kann, muß man eine monatliche Gebühr bezahlen. Für den ersten Fernseher oder eine Kombination aus Radio und Fernseher sind das 17,03 Euro im Monat. Ein Radio kostet 5,52 Euro. Für einen internetfähigen PC sind es ab Januar 2007 nochmal 17,03 Euro, womit ein Privathaushalt mit Radio, Fernseher und internetfähigem Computer locker mal 39,58 Euro hinblättern darf.

Wohin geht das Geld?

Im Jahr 2005 hat die GEZ 7,12 Milliarden Euro eingezogen. Wenn man daran denkt, daß in Deutschland 80 Millionen Menschen leben, sind das beinahe 100 Euro für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind. Wie man der GEZ-Homepage entnehmen kann, wurde die Beute folgendermaßen verteilt:

Wie man erkennen kann, hat allein die ARD 5,247 Milliarden Euro bekommen. 5,247 Euro, die von Deutschlands Einwohnern mit Gewalt, unter Androhung von Geldbußen und Gefängnisstrafen, eingezogen worden sind. Jede Organisation auf dieser Liste steht unter aller Kritik. Das sind Piraten im Auftrag, die vom Plündern der hart arbeitenden Bevölkerung Deutschlands profitieren.

What the fuck?!

Gute Frage. Die offiziell-rationale Erklärung dafür lautet, daß mit den Gebühren ein unabhängiges Programm möglich gemacht wird. Bei dieser Erklärung handelt es sich ein bißchen um so etwas wie doublespeak, auf die Orwell stolz gewesen wäre. Denn die GEZ handelt im Gegenteil nicht unabhängig, da das Geld ja von einer zentralen, regierungsüberwachten Organisation eingezogen wird; den Volksangehörigen abgenötigt wird, die keine andere Wahl haben.

Alles, was damit erreicht wird, ist der Untergang des deutschen Fernsehmarktes mit Mitteln, die der Sklavenarbeit gleichkommen, und das Erdrosseln von unabhängigen Nachrichtenquellen, die weder Berlin noch der GEZ verpflichtet sind. So würden beispielsweise GEZ-unterstützte Nachrichtenquellen niemals Artikel bringen, die die Regierung oder ihre Politik in Verlegenheit bringen. Und es sollte schon erst mal einen kalten Tag in der Hölle geben, bevor die GEZ unverblümt kritisiert werden würde.

Die GEZ ist in Deutschland so verhaßt, daß eine Partei, die an die Macht kommen möchte, nur das Wahlversprechen geben müßte, die GEZ abzuschaffen. Die sogenannten libertarians der FDP haben bei der letzten Wahl leider vergessen, dieses Thema ein bißchen mehr aufzubauschen.

(Artikel ursprünglich bei Youbitch)

Vor ca. drei Stunden versuchte ein Autofahrer stadtauswärts auf der vierspurigen Kulturvorstadts-Hauptstraße zu wenden. Wie schon so viele vor ihm ignorierte er kurz vor dem Jakobertor gekonnt die durchgezogene weiße Linie, die den Straßenbahn- und Busfahrbereich markiert. Offensichtlich hatte er auf der vielbefahrenen Straße nur darauf geachtet, daß die gegenüberliegende, durch den Straßenbahn- und Busverkehr getrennte Fahrbahn, frei ist und übersah deshalb eine von hinten kommende Straßenbahn, die ihn massiv an der linken Autoseite erwischte.

Jemanden massiv an der linken Autoseite erwischen ist ein Ausdruck, der für einen journalistisch aufbereiteten Unfallbericht sicherlich selten in Betracht gezogen wird. Ebenso wie die Zeitangabe vor ca. drei Stunden zeichnen die fehlenden Angaben zu Marke und Farbe des Autos, genauere Informationen zum Fahrer und der überflüssige Hinweis wie schon so viele vor ihm einen typischen Blog-Eintrag aus, wie er im Sinne des Bürgerjournalismus heutzutage zigmal zu lesen ist.

Auf der anderen Seite ist ein Bürgerjournalist aber auch dazu fähig, zwei handtellergroße Dellen auf der Motorhaube des weißen VW Passats oder Jettas zu reportieren, kleinere Plastikteile auf der Straße, die von der ansonsten wenig in Mitleidenschaft gezogenen Straßenbahn stammen könnten, und schließlich den weiteren Verlauf des Unfalls: daß nämlich neben den Dutzenden von Rubberneckern ein zufällig vorbeifahrender ADAC-Wagen der erste Professionelle am Unfallort war, daß desweiteren ein Feuerwehraufgebot mit unglaublichen drei Löschwägen und zwei bis vier kleineren Wägen vorfuhr, daß außerdem endlich ein Krankenwagen eintraf, dem nur noch ein Polizist auf einem Motorrad, zwei Notarztwägen, zwei Autos der städtischen Verkehrsbetriebe und ein weiterer Krankenwagen-Nachzügler folgten.

Mit dem nächsten Abschnitt kommen wir dann jedoch zu dem Punkt, der bisher und meines Erachtens auch weiterhin den professionellen vom Bürger-Journalisten unterscheiden wird:

Während in diesem Falle yours truly - so einfältig es auch klingen mag - vom Fenster aus eine unerwartet abwechslungsreiche Nachmittagsunterhaltung hatte, kam die lokale Photoredakteurin fünfzehn Minuten zu spät: und hatte Kraft ihres Berufes die Möglichkeit, zum mittlerweile gut abgeriegelten Unfallort vorzudringen, um den beteiligten Rettungsmanschaften Fragen nach dem Namen des Verunglückten, körperlichen Auswirkungen und Einschätzungen zum Krankheitsverlauf zu stellen. Als einfacher Bürgerjournalist, der einen privaten Weblog führt, hat man kaum einen Chance, so weit vorzudringen, um scheinbar relevante Informationen zu erfassen.

Auf der anderen Seite sieht es aber doch so aus: Will der Leser unbedingt wissen, daß der türkisch aussehende Fahrer so Ende dreißig gewesen sein mochte, daß er auf dem Heimweg zu seiner fünfköpfigen Familie vergessen hatte, die drei Pfund Couscous mitzubringen und deshalb nochmal umgedreht war? Daß der einsatzleitende Feuerwehrkommandant, 52, mit Namen sowieso ebendrum den enormen Löschzug damit begründete, daß für Straßenbahn, Auto und umliegende Läden Feuergefahr bestanden hätte? Und daß das keine Seltenheit ist, hier an dieser Stelle, daß sie schon x-mal zu Einsätzen dieser Art ausgerückt wären?

Als jemand, der zufällig am Fenster saß und die ganze Sache auf Photo und Film festgehalten hat, weiß ich von all dem nichts. Aber ich weiß, daß der Mann nicht lebensgefährlich verletzt zu sein schien, obwohl er bis zum Eintreffen des Krankenwagens im Auto geblieben war. Nachdem er eine Infusion, einen Kopfverband und eine Halskrause bekommen hatte, nachdem er schließlich von der Öffentlichkeit mit einem Tuch abgeschirmt auf die mit einer körperstabilisierenden Unterlage belegten Bahre gehoben und zum Notarztwagen gefahren wurde. Nach all dem hatte der Wagen gar keine Eile, mit dem Mann ins Krankenhaus zu kommen, sondern stand so lange vor Ort, bis offensichtlich alle Formalitäten geklärt waren und sich auch ein Mann fand, der ihn zum Krankenhaus begleitete.

Was ich jedoch weiß, ist daß Photos Bände sprechen können. Und daß Bilder oftmals genau deshalb viel mehr aussagen können, als detailliert recherchierte Umstände. Vor allem dann, wenn sie zeitnah erscheinen - und nicht erst am nächsten Tag.

Deshalb bin ich sehr gespannt, wie der entsprechende Artikel in der morgigen Tageszeitung aussehen wird: mit einer fünfzehn Minuten zu spät erschienen Photographin und schätzungsweise im Nachhinein recherchierten Detail-Informationen.

Noch eine Bemerkung, um die Qualität dieses Blog-Eintrages zu unterstreichen: Der Notarztmann mit der Brille. Mit dem würde ich schon mal ein Tässchen Tee trinken gehen.

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Es gibt ja angeblich Leute, die prüfen ihre Lebensabschnittsgefährten auf Kompatibilität, indem man die Musiksammlungen vergleicht. In diesem Fall dürfte ich meine bessere Hälfte auf gar keinen Fall heiraten. Umso besser ist allerdings das unser Büchersammlungen sich hervorragend ergänzen.

2 IVAR-Regale gemeinsame Theologie
1 Regalboden Kirchengeschichte
1 Regalboden Sprachen
2 Regale Romane und Trivialliteratur
2 Regalböden Sonstiges

Das sieht mir nach einem sehr hohen Kompatibilitätsgrund aus und scheint mir ein weiterer wichtiger Punkt auf der Liste “Gründe diese Frau zu heiraten” zu sein.

* Online-Dating-Service für Affen geplant:

Single male (red hair, long arms, interests include hanging in trees and grooming) seeks female for long-distance relationship and possibility of meeting up in future to help save species.

Zookeepers in the Netherlands are planning to hook up Dutch and Indonesian orangutans over the Internet and believe the link could at some stage be used as an online dating service where apes could get to know one another and keepers could work out whether they would be compatible mates.

Wartet mal ab, wann die anfangen, Weblogs für Affen aufzusetzen. So mit Touchscreen und so.

Auf der anderen Seite gibt’s davon ja schon genügend. Wenn auch ohne Touchscreen. Und biologisch ausgewiesener Affen-Identität.

* Bound for Glory nennt sich die erste größere Ausstellung von bisher fast unbekannten Farbphotos, die von Photographen der Farm Security Administration/Office of War Information (FSA/OWI) zwischen 1939 und 1943 gemacht worden sind. Ursprünglich sollte damit dokumentiert werden, welche Auswirkungen die wirtschaftliche Krise, das industrielle Wachstum und die Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg auf das ländliche Amerika und seine Kleinstadt-Bewohner hatte. Auf einer ausstellungbegleitenden Webseite findet man einen Teil der lebhaften Bilder, die eindrucksvoll das Amerika während des Krieges illustrieren.

* Am Wochenende kein Geld, um auf das Straubinger Gäubodenfest zu fahren? Dann ran an Papier und Bleistift und sich eifrig am Portraitzeichnen geübt! Mit Hilfe dieser audio-visuell gestalteten Schritt-für-Schritt-Anleitung sollte es absehbar sein, ab wann Ihr Euch in der Fußgängerzone mit Portraitzeichnungen dumm und dusslig verdient!

* Im Mai 1955 erschien in Housekeeping Monthly ein Leitfaden für die gute Ehefrau. Unglaublich, wie sich die Faktoren für eine gute Beziehung gar nicht geändert haben!

Have dinner ready. Plan ahead, even the night before, to have a delicious meal ready, on time for his return. This is a way of letting him know that you have been thinking about him and are concerned about his needs. Most men are hungry when they come home and the prospect of a good meal is part of the warm welcome needed.

Prepare yourself. Take 15 minutes to rest so you’ll be refreshed when he arrives. Touch up your make-up, put a ribbon in your hair and be fresh-looking. He has just been with a lot of work-weary people.

* Noch mehr alte Sachen gefällig? Dann schaut Euch mal diese Galerie hier an. Blow in my face and I’m about to have your head cut off.

Ihr helft mir schon ganz schön dabei, erwachsen zu werden, hatte die E-Heldin im Holland-Urlaub zu uns gesagt. Sie hatte sich ein paar Minuten zuvor die erste Kühlbox ihres Lebens gekauft und schaute sich halb ratlos, halb amüsiert das blaue Ding an, das fortan auf Ausflügen ihre Picknickvorräte und Biervorräte kühlen wird.

Jede Wette: Wäre die E-Heldin etwas fauler als sie es wirklich ist, lebte sie in einem anderen Land als sie es tatsächlich tut - sie hätte sich garantiert statt der einfachen Kühlbox einen cruzin cooler gekauft! Diese fahrbare Kühlbox

combines two basic necessities of life, the ability to have cold food or a beverage handy along with the means to get somewhere, without walking. With modern technology, the Cruzin Cooler is light-weight and comes in various sizes and is available in gas and electric models, with a 10 mile range on electric models and 30 miles on the gas models.

Nicht zuletzt folgende Möglichkeit läßt die Seglerin in spe sicherlich ernsthaft einen Erwerb des famosen Stückes überdenken:

Marine use will be popular for the new cooler allowing you to take your fish/drinks/food/ ice to and from your boat with powered assistance and braking. Simply ride or power your way up and down ramps.

Und wer weiß? Wenn sie sich eines Tages ihren Wunsch erfüllt und nicht nur stolze Besitzerin eines Segelscheins, sondern auch eines Hundes ist, dann wissen wir, daß wir uns nicht getäuscht haben bei dem Gedanken Huch, das könnt’ ja glatt die E-Heldin gewesen sein! - wenn wir das nächste Mal im Düsseldorfer Medienhafen halb ratlos, halb amüsiert diesem Gespann nachgaffen.

Auf der anderen Seite würde sie uns den Kauf dieser Box erstmal verschweigen. Um dann irgendwann sturzbesoffen von einer langweiligen Party aus anzurufen und von ihrer neuesten Errungenschaft zu erzählen. Ein Telefonat, bei dem wir diesen Satz ganz sicher nicht hören werden: Ihr helft mir schon ganz schön dabei, erwachsen zu werden!

Was ist das denn mit so einer Kühlbox, fühlt Ihr Euch auch erwachsener damit? Oder habt Ihr so ein Ding überhaupt?

schön, dass männer immer so unkompliziert mit ihrem eigenen alter umgehen. da gibt’s dann im kollegenkreis unterhaltungen wie diese:
kollege (41j.): “sag mal, e., wen hast du eigentlich mehr während des urlaubs vermisst. ihn oder mich?”
kollege (45j.): “naja, e. steht doch auf ältere. als müsste sie mich ja mehr vermisst haben.”
kollege (41j.): “mach dich doch nicht älter als du bist!”

ganz anders die ü-40-sekretärinnen, die zum heulen auf dem klo verschwinden, wenn ihr geburtstag ansteht und man sie nicht ausreichend mit jugendlichen komplimenten überhäuft hat.

habt ihr eigentlich ein problem mit dem älter werden?

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