Wenn die Schwester auf Besuch ist, kann es lustig sein, sich zwei Stunden hinzulegen, um dann um drei Uhr morgens zum Weiterschreiben wieder aufzustehen: Die Schwester macht die Nacht zum Tag und lenkt mich ab, vom Schirmquadrat, auf dem ich nicht mehr schreiben mag.

Protokoll eines Augenblicks.

“Hey, und dann steht der Typ halt an der Bar mit mir und labert mich zu, was der Club doch für ein tolles Konzept hat und wie sehr es ihm hier gefällt und daß er eine große Zukunft hat, der Club”, sagt die E-Heldin vorhin um viertelnachfünf AM zu mir, “riech mal” und zieht ihr Club-Ausgeh-Top über den Nabel hoch an meine Nase, “das ist Zimttequila!”

Alle wären da gewesen, alle alten Bekannten, die sie über den Club kennt, von früher noch, “irgendwie ist das immer so, wenn ich hier auf Besuch bin, cool, oder?” fügt sie grinsend hinzu. “Jedenfalls hört der halt überhaupt nicht auf zu reden, und Du mußt Dir vorstellen, daß halt alle da waren, verstehst Du, ALLE! Und der Chef war auch da, an der Bar grinsend” hört sie nicht auf zu reden über den Lehramtsanwärter, “aus Niederbayern war der und irgendwie voll süß. Weißt Du, so Haare bis hier” sagt sie und hält ihre Hände auf Mundhöhe an ihr durchzechtes Gesicht. Und ich grinse und ziehe meine Augenbrauen hoch und sie plappert “Nein, also ich hab mich heute echt zurückgehalten, nee, Du, mit Alkohol, nö-hö, ich hab nix getrunken.”

Sie kennt den Club schon von Anfang an, das ist die Location, in der ihr Bruder seine ersten Gehversuche als DJ gemacht hat “und das hab ich halt auch versucht, dem Typen irgendwie beizubringen, also daß er mir nicht erzählen muß, wie toll der Club ist, schonend, weil irgendwie… .” Ansonsten hätte sie sich mit ihm wieder für Herbst verabredet, da, in dem Club, “und eigentlich wollte ich jetzt gar nicht duschen, A-Heldin, ich wollte nur ein paar frische Sachen holen und dann mal sehen, was mit dem Bartender noch geht frühstücken gehen.” Schwupps verschwindet sie im Gästezimmer, greift sich ein neues Top und ward verschlungen vom Taxi der Nacht, das die ganze Zeit über vor dem Haus gewartet hatte.

Liebe WCA-Attendees, wißt Ihr was? Das mit dem Treffen heute Abend, um 18 Uhr vor dem Kirchweih-Festzelt - also Ihr werdet gar keine Probleme haben, uns zu erkennen: Wir werden die zwei Mädels mit den Bergwerken unter den Augen sein, Augenringe so tief und dunkel wie Salzminengruben. Vom Feiern durch die Nacht die eine, vom Schreiben durch die Nacht die andere.