July 2006


Echtes Münsteraner Wetter in Augsburg heute, es blitzt, donnert und regnet Bindfäden.

Ich mag Wasser. Ich mag Regenwetter, und ich mag Gewitter. Manchmal wenn es regnet, dann ziehe ich die Skates an, oder hole das Fahrrad aus dem Keller, und dann fahre ich einfach los. Nass bin ich nach 2 Minuten, nasser kann ich danach nicht mehr werden, also was solls. Ich mag dieses Gefühl, wenn das Regenwasser mein Gesicht herunterläuft, wenn der Schweiß und der Staub und die Hitze von mir gespült werden.

Eben das habe ich heute auch gemacht, ich bin mit dem Fahrrad von Neusäß nach Augsburg gefahren, immer mitten durch die Pfützen, ich habe mich vom Sturm anschieben lassen und die Tropfen im Gesicht gespürt, ich bin an langen Schlangen wartender Autos vorbeigefahren, wurde von verwunderten Blicken verfolgt, aber ich habe nicht mit Grinsen aufgehört.

Schöner wohnen mit Mann oder auch mit Frau. Ich habe jedenfalls seit heute morgen eine neue Wohnung. Naja genau genommen habe ich sie erst in vierzehn Tagen, aber ich fühl mich schon ein wenig so als wäre sie mein. Jetzt muss ich nur noch die alte ausräumen und streichen.

Ich seh mich schon mit einem Eimer Farbe auf der Leiter stehen, die Decke streichen und mir dauernd Farbe aus dem Gesicht wischend. Mir ist vor Jahren übrigens schonmal aufgefallen, dass sich Frauen für diese Sorte Arbeit deutlich besser eignen als Männer. Warum weiss ich auch nicht, aber Frauen sehen deutlich besser dabei aus und das Ergebnis ist meist gar nicht schlecht.

Ich glaub jetzt geh ich mal meine bessere Hälfte ein wenig einlullen und werd ihr solange zusetzen bis sie einfach “Ja” sagt, sich den sexy Maler-Overall anzieht und loslegt.

Einer meiner Träume ist es, irgendwann mal ein Café zu besitzen.

Kein spezielles, sondern ein völlig normales. Eins von diesen Cafés, die es in jeder größeren Stadt gibt, besonders viele davon in Berlin. Eins von denen, die ein bisschen alt wirken, aber trotzdem nicht schäbig sind, und in denen die Kellner die Gäste beim Namen kennen. Wir würden guten Rotwein verkaufen und vegetarische Snacks anbieten, sonst kein Essen, und die Leute würden zu uns kommen, weil man sich da gut unterhalten kann und es irgendwie Stil hat. Kein Stil, der sich aufdrängt. Gepflegtes Understatement.

Ich würde auf jeden Fall Sofas in mein Café stellen. Wahrscheinlich graue, unglaublich bequeme, aber ein wenig hässliche Ledersessel, in die man sich setzen kann und die Zeitungen und Bücher lesen, die ich daneben gelegt habe. Dann sollte mein Café natürlich noch eine lange Bar haben, an der man sitzen und mit dem Barkeeper reden kann. Keine Spirituosen hinter der Bar, das wäre zu übertrieben, mein Café sollte ein entspanntes Café sein, keine Bar, kein In-Treff. Der Barkeeper sollte keinen stressigen Job haben. Er muss ein relaxter Typ sein, der nicht viel redet, aber gerne zuhört, und der erkennen muss, wann ein Gast einen starken Schnaps nötig hat - und wann nicht mehr.

Ich würde Kellner einstellen, die ihren Job verstehen. Echte Profi-Kellner, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Nicht solche hübschen, aber technisch schlechten Studenten, sondern Leute, die ihren Job verstehen. Ich würde meine Kellner gut bezahlen und sie nicht zu viele Überstunden machen lassen, weil ich will, dass sie von ihrem Job leben können. Ich würde alle meine Angestellten ihre Lieblings-CDs mit zur Arbeit bringen lassen, und deswegen würden wir die ganze Zeit irgendwelche abgefahren Musik laufen haben, Edith Piaf oder Magnetic Fields oder irgendwelchen Ambient-Elektro. Ich würde wollen, dass ab und zu Menschen an die Bar kommen und fragen, hey, was ist denn das, und dann würde ich sagen, na klar, das ist BeigeGT, soll ich dir das mal ausleihen.

Ich würde kleine, seltsame Bands in meinem Café spielen lassen. Gute Bands natürlich, aber keine von den bekannten Gruppen. Dann würden 15 Leute auf ihren Stühlen sitzen und zuhören, zur Musik mit dem Kopf nicken und Spaß haben. Nachher würden wir uns alle mit der Band betrinken und die Soundanlage erst am nächsten Morgen abbauen.

Ich würde gar nicht selbst arbeiten wollen in meinem Café. Ich würde woanders mein Geld verdienen, nur abends vorbeikommen, meine Arbeitskleidung über den Garderobenständer hängen und mit den Stammgästen reden. Das Tagesgeschäft würde ich einem Freund von mir überlassen, der auch von den Einnahmen des Cafés leben kann, ich selbst würde nichts wollen von dem Geld, würde mich auch nicht zu sehr nach dem Publikumsgeschmack richten wollen, die Preise nicht zu sehr nach oben treiben. Ich hätte dieses Café gerne nur als so eine Art erweitertes Wohnzimmer, mit Menschen darin, die sich wohl fühlen, mit denen ich Schach spielen kann und Schwarz-Weiß-Filmsessions abhalten, wo Mini-Poetry-Slams stattfinden und sich Pärchen zum dritten Date verabreden.

Warscheinlich würde ich das Café „The Owl“ nennen, nach dem Café, das in Robert Chalmers´ „Who is Who in Hell“ vorkommt.


Diesen Text ist vor fast einem Jahr schon einmal in meinem alten Blog erschienen. Weil ich dieses Blog allerdings in der Zwischenzeit gelöscht habe, weil das einer meiner Lieblingstexte war, und weil ich denke, dass auch die Leser von Sistaweb ihn mögen werden, veröffentliche ich ihn hier noch mal.

Ich bin kein A-List-Blogger, ich bin kein Medienrater, ich habe keinen Stadtpalast in Pasing, und ich besitze keinen Fiat Barchetta. Stattdessen bin ich Student, ich wohne in einem winzigen Zimmer in Gievenbeck und bewege mich auf einem verrosteten Hollandrad fort.

Ich habe auch keine Dachterasse. Aber ich habe Freunde, die eine haben, und auf der sitze ich gerade. Und während um mich herum die Grills angeheizt werden, die ersten Bierflaschen geköpft, die Salate herumgereicht, kann ich nichts tun, als ehrfürchtig zum Himmel zu starren.

Ich stehe über den Dingen an diesem Abend, die Party fließt um mich herum. Halblaute Gespräche, das Knistern der heißen Kohle, Musik. Die Red Hot Chili Peppers spielen für uns, und als Anthony Kiedis singt, stimmt jedes einzelne Wort. Jeder Ton. Jede Melodie.

In Sonnenstrahlen gegossene Wahrheit.


And if I saw the sun fall down

I’d pick it up and make a crown

One that was a perfect fit for you

(Red Hot Chili Peppers - If)

Ich habe Sonnenbrand, weil ich den Tag über Baden war. Das leichte Ziehen ist wie ein Echo der Hitze von heute Mittag, das auf meiner Haut nachhallt.

Ich besitze keinen Kronleuchter. Aber bald werden die Sterne für mich leuchten.

Schon lustig, wo man Blog-Content überall finden kann. Diesen hier habe ich gerade eben beim Aufräumen im unter einem Berg Winterjacken gefunden - ein Zettel mit Sprichwortverdrehern. Das ist ein Spiel, das in meiner WG seit Jahren gespielt wird. Ich hatte schon ganz vergessen, dass wir die Highlights auch mal aufgeschrieben hatten:

Da hat einer Feuer geleckt

Da läuft einem ja die Gänsehaut den Rücken herunter

Bellende Hunde sind tief

Stille Wasser beißen nicht

Die Axt im Haus macht noch keine Schwalbe

Wer den Pfennig nicht ehrt, hat kurze Beine

Früher Vogel lacht am Besten

Das spielt hier nichts zu Sache

Eine Krähe wäscht die andere

Wie die Nase eines Mannes, so schallt es heraus

Wer zuletzt lacht, lacht als letzter

In der Not frisst der Teufel die Katze im Sack

Wer hoch steigt, soll nicht mit Steinen werfen

Eine Hand schlägt der anderen kein Auge aus

Die Meldung das der Simon und ich hier die Urlaubsvertretung machen dürfen ruft irgendwie zwei Reaktionen hervor:

1. Mist, das hätte ich eher wissen müssen.

2. Ich will auch Urlaub.

Hätte ich das eher gewusst hätte ich mich besser darauf einstellen können und Euch was besseres als den unten stehenden Link bieten können.

Und ja ich will auch Urlaub. Geht aber leider gerade nicht. Das einzige was mir bleibt ist das Werfen von Papierkügelchen. Mal schauen ob ich meine Kollegen ein wenig bewerfen kann. Oder Büro-basketball spielen. Papierkörbe hat es genug.

Das coole ist, dass man das jetzt auch Digital machen kann. Und zwar hier: langeneggers.ch.

nur ganz kurz:

- wtc war schön. bericht mit lustigen fotos usw. kommt noch. versprochen!
- a-heldin hat ihre magisterarbeit nach einer langen, langen nacht abgeschlossen!
- e-heldin hatte nichts mit dem barmann!
- rube, a-heldin und meiner einer sind ziemlich urlaubsreif und werden ab morgen früh eine woche lang offline erholung suchen. bis dahin hoffen wir darauf, dass unsere gastblogger mann quadrat und simon schön auf unseren kleinen blog aufpassen ;-)

macht’s gut! bis dann!
und tschö mit ö

Schade, dass mir dieser Artikel nicht schon früher untergekommen ist. Mathew Stibbe, Journalist aus Amerika, schreibt über How to concentrate on writing:

“1. Switch off email. I don’t start Outlook (or if I do, I disable all the notifications that tell me I have new mail).
2. Isolate myself. I use Bose noise-canceling headphones but don’t plug them into anything. The silence really is golden. (…)
4. Stop with the blog already. When I’m pressed for time, distractions like blogging and hoovering become very compelling. Knowing this makes it easier to resist. (…)
10. Change location. Sometimes, if I’m really struggling to get started, taking a laptop or my notebook to a cafe and scribbling out something there - a fresh new location - is a good way to jolt-start an assignment.”

Für´s nächste Mal dann.

Wenn die Schwester auf Besuch ist, kann es lustig sein, sich zwei Stunden hinzulegen, um dann um drei Uhr morgens zum Weiterschreiben wieder aufzustehen: Die Schwester macht die Nacht zum Tag und lenkt mich ab, vom Schirmquadrat, auf dem ich nicht mehr schreiben mag.

Protokoll eines Augenblicks.

“Hey, und dann steht der Typ halt an der Bar mit mir und labert mich zu, was der Club doch für ein tolles Konzept hat und wie sehr es ihm hier gefällt und daß er eine große Zukunft hat, der Club”, sagt die E-Heldin vorhin um viertelnachfünf AM zu mir, “riech mal” und zieht ihr Club-Ausgeh-Top über den Nabel hoch an meine Nase, “das ist Zimttequila!”

Alle wären da gewesen, alle alten Bekannten, die sie über den Club kennt, von früher noch, “irgendwie ist das immer so, wenn ich hier auf Besuch bin, cool, oder?” fügt sie grinsend hinzu. “Jedenfalls hört der halt überhaupt nicht auf zu reden, und Du mußt Dir vorstellen, daß halt alle da waren, verstehst Du, ALLE! Und der Chef war auch da, an der Bar grinsend” hört sie nicht auf zu reden über den Lehramtsanwärter, “aus Niederbayern war der und irgendwie voll süß. Weißt Du, so Haare bis hier” sagt sie und hält ihre Hände auf Mundhöhe an ihr durchzechtes Gesicht. Und ich grinse und ziehe meine Augenbrauen hoch und sie plappert “Nein, also ich hab mich heute echt zurückgehalten, nee, Du, mit Alkohol, nö-hö, ich hab nix getrunken.”

Sie kennt den Club schon von Anfang an, das ist die Location, in der ihr Bruder seine ersten Gehversuche als DJ gemacht hat “und das hab ich halt auch versucht, dem Typen irgendwie beizubringen, also daß er mir nicht erzählen muß, wie toll der Club ist, schonend, weil irgendwie… .” Ansonsten hätte sie sich mit ihm wieder für Herbst verabredet, da, in dem Club, “und eigentlich wollte ich jetzt gar nicht duschen, A-Heldin, ich wollte nur ein paar frische Sachen holen und dann mal sehen, was mit dem Bartender noch geht frühstücken gehen.” Schwupps verschwindet sie im Gästezimmer, greift sich ein neues Top und ward verschlungen vom Taxi der Nacht, das die ganze Zeit über vor dem Haus gewartet hatte.

Liebe WCA-Attendees, wißt Ihr was? Das mit dem Treffen heute Abend, um 18 Uhr vor dem Kirchweih-Festzelt - also Ihr werdet gar keine Probleme haben, uns zu erkennen: Wir werden die zwei Mädels mit den Bergwerken unter den Augen sein, Augenringe so tief und dunkel wie Salzminengruben. Vom Feiern durch die Nacht die eine, vom Schreiben durch die Nacht die andere.

Dieser Beitrag ist für alle, die gerade in ihren Büros sitzen, vor ihren nach Ozon stinkenden Monitoren, für alle, denen gerade die dritte Schicht Achselschweiß unter den Armen eintrocknet, für alle, die keine Klimaanlage haben. Überhaupt für alle, die gerade arbeiten müssen.

Anstatt das zu tun:

Eiskanal

Oder das:

Lesen

Oder das:

Lech

Oder das:

Blätterdach

Das Wochende kommt ja bald. Und der Feierabend auch. Ich gehe jetzt baden.

Noch zwei Tage.

Schöhön! Der Provinzblogger Sepp 1 scheint’s am Sonntag zur WCA zu schaffen!! Dann werden wir voraussichtlich 12 Leute sein… oder? Oder gebt Ihr Euren Bodyguards da frei?

(Dich ins Logo einzubauen,bekomm’ ich leider nicht mehr hin… sorry… Ich steh’ im Moment ja auch so auf’s Drinnensitzen und Lernen respektive Schreiben… ;) Update 22.07. : Photoshoppen kann so entspannend sein… )

habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich gleich aus dem sauna-ähnlichen büro flüchten werde? und dann - nach einem ausgiebigen willkommens-grillen in der heimat - meine mutter nach hause bringe? um dann urlaub in bayern, nrw und nl zu haben? :-)

Verkrustete Brust
Der Kokon fällt ab
Das Leuchten der Bröstvårta!

(Kontext, Haiku, Bröstvårta)

nachts wird man beim fernsehen von ihnen angesprungen und in der pubertät hat man sie auch schonmal gewählt: die hotline-nummern der telefonsex-anbieter.

während die damen den anrufern ein bisschen was vorstöhnen, etwas über harte schwänze und nasse mösen geschlechtsverkehrstellungen erzählen, fühlt herr kunde sich gut aufgehoben und startet durch zum höhepunkt.
soviel zum professionellen part.

aber was ist eigentlich mit privatem telefonsex?
stehen viele menschen darauf? gibt es viele paare, die sich gern am telefon stöhnen hören? die sich gegenseitig erzählen, wie sie sich grad befriedigen und woran sie dabei denken?

und ist privater telefonsex eigentlich ein tabu-thema?

Noch drei Tage. Dann geht die Post ab.

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Es kann dir passieren, Alter, daß dein Arbeitsplatz mal von Balkon-Tomaten und Bambuss überwachsen wird.

Ich wollte eigentlich nie ausplaudern, daß Amerikaner echt gut massieren können (Wikipedia: Massage)… been there, done that. Aber dann sehe ich heute, daß Amerikaner damit bisweilen hausieren gehen… auf global-politischer Ebene!

Deutschlands auflagenstärkste Zeitung berichtet gestern:


(click to enlarge)

Wenn die nur die Hoheit im Gesten-Deuten besäßen! Dann würde ich, dem abschließenden Auszug eines Testberichts Glauben schenkend, frohgemut in die Zukunft blicken! So ein bißchen Entspannung hat noch keinem geschadet, nö!

In welcher Zeitung erfährt man die neusten News als erstes. Die Bildzeitung weiß heute schon was die Regierung in fünf Jahren vor [sic]. Sie weiß heute schon wer sich nächstes Jahr von wem trennt. Die Bild kennt die Neueinkäufe der Bayern für die nächsten acht Jahre. Wenn sie könnte würde sie als erstes mit dem Toten sprechen.

(A tip o’ th’ Sistaweb fedora to Herman)

mama ist zu besuch.
mama ist’s langweilig.
mama kümmert sich um meine blumen.
mama sieht in meinem schrank chaos.
mama packt das winterbett weg.
mama bügelt meine klamotten.

und ich komm’ nichtsahnend nach hause und meine wohnung sieht aus, als ob eine bombe eingeschlagen hätte!!!! meine vielen pflanzen in küche und bad verteilt; die klamotten im bad, gästezimmer, wohnzimmer; bettzeug und einkaufstüten-chaos auf meinen sofas!

wieviel lieber ist mir da der besuch, der einfach nur zum essen und schlafen bei mir ist, den rest des tages seine freie zeit genießt und vielleicht das ein oder andere mal abspült…

Ich liebe meinen iPod. Aber ich würde den glatt tauschen:

Nicht hierhin klicken. Du wirst es den ganzen Tag bereuen.

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