January 2006


Hat irgend jemand von euch schon mal was davon gehört, von der de-lurking week? Vor ein paar Tagen habe ich davon zum ersten Mal bei Dax gelesen und heute, nach ein bißchen Recherche, hier mehr gefunden; möglicherweise der Bloggerin, die das ganze letztes Jahr gestartet hat. Demnach liegt der Sinn dieser Woche darin, daß man auf den Weblogs, die man liest, einen Kommentar hinterläßt. Um zu zeigen, daß man da war. Und nicht nur rumschleicht, rumstalkt, rumlauert.

Nun ist es aber so, daß man ja tagein, tagaus mitunter dutzende von Weblogs liest - schlichtweg aber keine Zeit hat, zu kommentieren. Oder einem nichts einfällt. Herrjemine, muß ich denn beständig was schreiben, nur um des Bloggers Ego zu streicheln?

Nein!, eben nicht, hab ich vorhin im allwissenden Netz gelesen. Denn dafür ist die de-lurking week da, eine ganze Woche, in der ich mir nicht den Kopf zerbrechen muß, welch geistreiche Sätze ich auf den betreffenden Weblogs hinterlassen werde, sondern ganz einfach irgendeinen Kommentar hinterlasse. Den Titel meines Lieblingsbuches. Das Datum, wann ich den Blog zu lesen begann. Das erste Wort, das mir einfällt. Was auch immer.

Dem oben schon erwähnten Daxman ist dazu was ganz besonderes eingefallen…

I am the lurker. I visit many, many Blogs everyday. Most of the time, I visit through the news reader, but also through links from other Bloggers. I quietly read the post and think about what was written. Sometimes a comment strikes me, but most of the time not.

Maybe because I’m an asshole, but maybe because I think it might be interesting, I’ve decided to leave a simple comment on every Blog I visit. “Lurking…â€? is all I’m going to post, unless, I actually do have a comment to leave. (…)

Woran ihr mich erkennen werdet, werte Leser? Am stalking. Stalking is the new lurking, und fangen wir in der deutschsprachigen Blogosphäre damit doch gleich am heutigen Sonntag an:

Das ist die Woche, auf die ihr gewartet habt! Die IZMD-Woche, die Ich-Zeig-Mich-Dir-Woche! :)

Also dann… auf geht’s! Wir sind spät dran, die englischsprachige Blogosphäre hatte ihre Woche schon. Und wie Sheryl ja schon zu bemerken wagte: If you don’t leave a comment, you’re letting the terrorists win.

Okay? Okay! Happy commenting!

Heute Nachmittag hatte ich beschlossen, mal wieder nach den seit Dezember in den Tiefen unseres Kühlschranks vor sich hinkühlenden Cranberries zu sehen. Wir hatten sie damals gekauft, um Cranberry-Popcorn-Ketten für unseren Weihnachtsbaum zu machen. Da wir jedoch weniger gebraucht hatten als angenommen, kam der Rest der knallroten Beeren in den Kühlschrank. Wo sie seitdem stehen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die ungewohnten, recht sauren Früchtchen zu verarbeiten, stieß ich bei chefkoch.de auf ein tolles Muffin-Rezept, dessen Ergebnis einfach fabelhaft war. Und ein Grund, es hier zu posten.

Cranberry-Apfel-Walnuß-Muffins

    2 Äpfel, geschält und klein gewürfelt
    100g Cranberries, gehackt
    100g Karotten, geraspelt
    100g Walnüsse, gehackt
    350g Mehl
    1 EL Backpulver
    1/2 TL Natron
    1/2 TL Salz
    2 TL Zimt
    2 Eier
    200g Zucker
    100ml Öl

Alle Zutaten zusammenrühren und in eine mit Backförmchen ausgelegte Muffinform geben. Bei 180°C 20-25 Minuten backen. Ergibt laut chefkoch.de-Rezept 18 Stück.

Weil mein Teig ein bißchen zäh war, hatte ich nach dem Füllen eines Muffinblechs keine Lust mehr, ein weiteres zu verwenden. So wurden es bei mir zwölf Muffins. Den restlichen Teig habe ich in eine kleine Kastenform gegeben und ca. 35-40 Minuten bei derselben Temperatur gebacken. Das Ergebnis: ein fruchtig-saftiger Wochenendkuchen, der mit Puderzucker bestäubt oder Schokoladenglasur bestrichen im Nu verspeist werden wird…

Ich hatte übrigens kein Öl mehr und deshalb die gleiche Menge Butter zerlassen. Statt 200g Zucker habe ich 100g braunen und 100g weißen verwendet. Natron kann man, finde ich, auch weglassen, ein Eßlöffel Backpulver reicht vollkommen aus.

Mein Kollege gestern mittag: Magst du das Schlemmerfilet nicht? Kann ich’s haben? Fisch ist doch gesund.

Mein Kollege heute morgen: Es ist schon schrecklich, was die so mit unseren Weltmeeren machen. Alles tot gefischt. Da darf der Kabeljau nicht mehr gefischt werden, damit er sich erholen kann und die Fischer sammeln die Schollen ein. Aber das mit Schleppnetzen, wo dann auch die Kabeljaus mit gefangen werden. Und das Meer, der Grund sieht aus wie eine Wüste. Man sollte einfach mal 10 Jahre keinen Fisch essen. Dann kann sich die Natur mal erholen.

Mein Kollege nach seiner Mittagspause: Hmm, war das lecker. Meine Mama hat ganz leckeren Kabeljau gemacht.

Jim, den ich vom Georgia Writers Workshop auf Jekyll Island kenne, hat auf seinem Weblog über etwas geschrieben, was auch mich immer wieder fasziniert. Nämlich die Geschichte mit den blogfathers oder blogmommies:

Wenn Person A Person B zum Bloggen inspiriert, ist A der Blogvater/ die Blogmutter von B. Wenn B Person C zum Bloggen inspiriert, dann ist B Cs Blogvater, wodurch A Cs Blogopa wird. Wenn schließlich A Person D zum Bloggen animiert, sind B und D Geschwister. Und D ist Cs Blogonkel. Zu guter Letzt: Inspiriert D E, einen Blog zu starten, dann sind C und E Blogcousins/ Blogcousinen.

Ich weiß nicht, ob das in der deutschsprachigen Blogosphäre auch so verbreitet ist wie in der englischsprachigen. Jedenfalls hab ich mir aber gedacht, daß ich mal meine Blogfamilie aufzeichnen sollte.

Was dann so aussieht:

Interessant, hm?

Wer sich für einen internationalen bzw. einen Blog-Stammbaum englischsprachiger Weblogs interessiert, kann mal hier hinklicken.

Hab ich ansonsten irgendjemanden von euch vergessen?

Update:

cha23-Chris hat mich eben darauf hingewiesen, daß er anderweitig auf’s Bloggen kam. Es sei ihm verziehen :) Demnach also die neuen Graphiken, in denen ich meinen letzten Sprößling, den ich ganz vergessen hatte, eingefügt habe.

Wenn ich auf der Straße ein schickes Auto sehe, drehe ich mich schon mal nach dem Fahrer um und bin tatsächlich zu 99 Prozent meiner Erwartungen enttäuscht.
Na gut, wieso sollte man auch einen jungen attraktiven Mann in einem sportlichen Audi A6 erwarten und nicht den älteren Herrn mit Opa-Käppchen, der sich seinen Traum nach jahrelangem Sparen erfüllt hat. Und auch bei den Sportwagen in der höheren Preiskategorie, die sich schnittig durch den Kölner Innenstadt-Stau schlängeln, hat sich der Blick zum Fahrer noch nie gelohnt. Meist entdeckt man schönheitsoperierte Blondinchen oder auch mal den bierbäuchigen Familienvater. Fahren denn all die Männer meines Beuteschemas mit der Bahn?

Anders ist es vielleicht auf der Autobahn, wo ich gern mit 180 den dicken Mercedes vor mir überhole, der dann natürlich Gas geben muss, denn von einem kleinen Skoda lässt man(n) sich nur ungern überholen. Bei einem schnittig-souveränen Fahrstil bleibt nur nicht die Möglichkeit, den Fahrer auch zu mustern. Das Risiko eines Unfalls ist mir zu hoch, denn wahrscheinlich würde ich auch wieder zu 99 Prozent enttäuscht werden.

Wie wird wohl die Menschheit reagieren, wenn plötzlich (friedliche) Außerirdische auftauchen?
Der Deutsche: “Bier?” Der Italiener: “Eis?” Der Türke: “Döner oder was?” Der Franzose: “Sex oder Liebe?” Der USianer: [Ratatatata] Gun bless Amerika!

Warum werden in die Türen von Plumpsklos Herzen eingeschnitten?
Wenn’s Arscherl brummt is’s Herzerl g’sund!

Antike, Mittelalter - jede Epoche hat eine Bezeichnung. Wie wird wohl unsere Zeit in tausend Jahren genannt werden?
Entweder “Atomzeit-” oder “Informationszeitalter”.

Und das ist nur ein Ausschnitt aus meiner Lieblingskategorie “gewagt gefragt” aus dem stern.

Was wäre wohl die Antwort auf meine Frage: Angenommen alle Menschen werden nett und höflich zueinander, welche Probleme gäbe es noch auf der Welt?

Wie The Republic of T. hab ich auf einen Button geklickt, auf den ich besser nicht hätte klicken sollen… Wahooo! David Hasselhoff ist zurück!

Auf das Bild geklickt, Wagemutige!

You people ain’t gonna believe me… but I’ve got a new blog child. I guess that’s what happens, when people spend their time together very close: at one point there’s gonna be offspring on it’s way.

Go over and say hello to Sam. She’s very welcome in this blogosphere of ours.


E-Heldin in der Düsseldorfer LTU-Arena

Nach vielen Monaten der Vorschwärmereien bin ich gestern Abend dem Rat meiner Schwester gefolgt und habe mir doch tatsächlich Charlie und die Schokoladenfabrik auf DVD angeschaut. Als der Film ins Kino kam lief parallel gerade die Gerichtsverhandlung gegen Michael Jackson, denn eigentlich erinnert Willi Wonka mit seiner Schokoladenfabrik schon ein bisschen an Jackson und seine Neverland Ranch. Doch überraschenderweise ist der Fantasy-Streifen wirklich ein erfrischendes und verträumtes Märchen über Süßes und Familie.

Ich versteh’s echt nicht: Wir wohnen jetzt seit zwei Monaten hier - und das gut einjährige Kind in der Wohnung unter uns wacht regelmäßig alle zwei bis drei Nächte auf und schreit ohne Ende. Hat das was mit Zähnen zu tun?

Ich bin jeden Tag so viele Stunden unterwegs. Den ganzen Tag über lege ich hunderte von Kilometern zurück und die Dienstkleidung ist dabei so unbequem. Gerade wenn wir unfreundliche „Kunden“ haben, fällt es mir schwer immer nett zu sein. Dabei betreue ich ja schon die erste Klasse im neuesten ICE. Das ist in meiner Position als Zugbegleiterin der höchste Job, den ich bekommen kann. Mein Freund ist Zugführer. Er ist ein lieber Kerl, aber manchmal frage ich mich, ob ich nicht etwas Besseres verdient hätte. Wir sehen uns nur an unserem gemeinsamen freien Tag in der Woche. Ansonsten habe ich kein ausgefülltes Freizeitleben. Nach so vielen Stunden auf den Beinen freut man sich auf die Couch. (Die Wahrheit: Nach meinem Schulabschluss bewarb ich mich bei der Deutschen Bahn. Ich wurde nicht genommen. Begründung: Schwerhörigkeit.)

Ich habe den gestrigen Abend wieder mit dem neuen jungen Tänzer im Ensemble verbracht. Er ist wunderbar witzig, charmant und hat eine tolle Ausstrahlung. Ganz nebenbei finde ich seinen Körper natürlich unheimlich sexy. Wir waren in einem der kleinen Restaurants in Manhattan essen. Kerzenschein, leise Musik und ein fantastischer Salat. Dazu gab es einen leckeren Weißwein und einen verführerischen Abschiedskuss vor meinem Hotelzimmer. Morgen geht es weiter Richtung Washington, wo wir natürlich hinfliegen werden. Die USA-Tour mit dem Ballett-Ensemble ist der reinste Traum. Mal sehen, wie es mit meiner neuen Eroberung noch weiter geht. (Die Wahrheit: Nach der zweiten oder dritten Ballettstunde habe ich im Kindesalter meine Tänzerinnenkarriere hingeworfen. Die Brücke mit dem Hohlkreuz habe ich nie hinbekommen.)

Meine Mutter war heute wieder zu Besuch. Sie kommt jeden Tag, weil sie mir nicht zutraut, mein Leben selbstständig zu führen. Gut, ich habe keinen Job. Das liegt aber doch daran, dass ich meine Ausbildung wegen der Schwangerschaft abbrechen musste. Und alle lieben die Kleine. Vor allem ich. Sie ist jetzt schon 2,5 Jahre alt und hat hübsche dunkle Augen und blondes Haar. Clever ist sie und plappert ja so viel vor sich hin. Wenn sie auf dem Spielplatz mit den anderen Kindern spielt oder nachts schläft, erst dann habe ich Zeit auch mal über mich nachzudenken und vor allem über meine Zukunft. Eigentlich wollte ich alles anders machen. Ich wollte Karriere, weg von Bayern und die große weite Welt entdecken. Aber das ist jetzt vorbei. Ich hab die Kleine und ich liebe sie. (Die Wahrheit: Mein erster Schwangerschaftstest war negativ.)

sonne im herzen, kartoffeln mit hering, gebrochener zeh, tausend anfrage, aufwendige ausschreibungen, deadlines heute, freunde vertrösten, spät abends die couch, früh morgens die thermokanne, wolken am himmel.
der alltag routiert wieder!

jetzt freu ich mich schon auf das wochenende, das ich mir das erste mal seit drei wochen wirklich verdient habe. ich denke da an pure entspannung: lange schlafen, bücher lesen, dvds kucken, tee trinken, … eigentlich würde hier noch spazieren gehen stehen, aber das geht ja momentan leider nicht. und auch der abendliche kneipenbesuch oder ein ausflug ist mit meinem klumpfuß nicht drin. ich wollt’s dem arzt ja selbst nicht glauben, aber ich hab mir tatsächlich bei einem kleinen haushaltsunfall den zeh gebrochen. und damit das alles in kürzester zeit wieder geheilt und vorbei ist, darf ich jetzt eine höchst attraktive gehhilfe im plateau-stil einseitig tragen. sexy pony!

Hattet ihr gewußt, daß es die Heiligen Drei Könige so in den Staaten nicht gibt? Eigentlich klar, wenn man bedenkt, daß es da weit mehr Kirchen als die katholische gibt… Drei maskierte Kinder vor der Tür - von denen eines ein schwarz geschminktes Gesicht hat -, die ein silbernes etwas schwenken, aus dem es ätherisch raucht, die seltsame Sprüche aufsagen und dann nicht einfach gehen wollen, sondern dir eine Metalldose mit Schlitz hinhalten - das kann schon zu Mißverständnissen führen. Fangen sie schließlich auch noch an, Dir mit Kreide seltsame Initialen auf die Haustüre zu schreiben!

Hier ein paar Bilder aus den letzten Tagen. Und unserem heutigen Ausflug. Thank you.

So, yeah… ich hatte nicht damit gerechnet, daß all dies heute Thema sein würde, beim Ausflug mit Freund, seiner aus den Staaten angereisten Mutter, und meiner.

Vor 17 Jahren, da war das damals, da war doch die Gaudi bei mir…
Welche Gaudi?
Ja, da war doch das Zeug…
Was für Zeug denn?
Da hatte ich die Zahnprobleme und dann Rheuma… 88 oder 89 war das… Und hier war der Arzt… ach das ist ja interessant… moment, da muß ich gucken… aha… Die Straßen hier sind aber auch erst kürzlich geteert worden… und verbreitert… Aber daß sie die gerade machen würden, das geht nicht… weil die Bauern dann Stücke von ihren Feldern abtreten müßten… Nee… ach nee… da steht der Golf… Gestern war er nur kurz in der Arbeit und ist dann mittags wieder heimgekommen, um zu schnarchen… das geht, wenn Urlaub ist, gell, da fällt das nicht so auf… Ach und das Aufladegerät… Du hast doch gesagt, ich soll mal den T*** fragen… und jetzt hab ich ihm eine Email geschrieben und er hat sich nicht gemeldet… ach… ach… Das Hotel, in dem der L**** geheiratet hat, ist jetzt übrigens von einem Sportler aufgekauft worden… selbes Personal, selbe Leitung… nur, daß es jetzt einem Sportler gehört… Das ist jetzt fast überall so… die kaufen so viel auf… Was soll ich denn machen? Kaum hat er seinen Kaffee getrunken, haut er ab… oder trinkt gar keinen Kaffee… Das hat echt gezehrt, als er da war… nichts ist zuhause passiert… Mal sehen, ob er dann vorbeispringt, kurz bevor seine Wäsche fertig ist. Der läßt sich ja nur bedienen.

Silvester? War ähnlich. Er hat ihr erzählt, daß seine Frau ihm das Musikhören verboten hätte. Und sie hat ihr bedeutet, daß er wohl schlafen würde, nachdem er nicht auf die Straße runtergekommen war, um Silvesterraketen abzufeuern.

Wo ist die Liebe hin, wegen der sie einst geheiratet haben, fragte sie mich später. Hmm, zuckte ich meine Schultern. Don’t ask me. That’s games, you know, and I’m so damn tired of them. Und begann, von beider Kindheit zu erzählen.

Als ob das eine Entschuldigung wäre.

Zunächst versuchst Du ja, Dinge zum Besseren zu wenden. Mitzuhelfen, daß sich was zum Guten ändert. Doch beide haben ja gar kein Interesse daran, Dinge zu ändern. Und wir Kinder sind, weil vier an der Zahl, willkommene Möglichkeiten, sich bei jedem über den Partner zu beklagen. Ohne selbst die Konsequenzen zu ziehen. Endlich.

Die zwei erwachsenen Menschen um die 60 handeln so kindisch, reagieren die ganze Zeit nur noch, anstatt ihr Schicksal endlich selbst in die Hand zu nehmen und ihr Leben so zu leben, wie es ihnen gut tut.

Aber dann hätten sie vermutlich nicht mehr so viel zu erzählen. Darüber, was der andere jetzt schon wieder (nicht) gemacht hat. Und Streit und Ärger ist ja auch eine Form von Kontakt. Die sie so dann wohl nicht mehr hätten.

Aber hey. Keinen interessiert es, was euer Partner richtig oder falsch gemacht hat. Ihr macht, wenn ihr davon erzählt, nur euch selbst lächerlich, nicht euren Partner.

Und vor allem: ihr seid erwachsene Menschen! Habt ihr euch mal überlegt, was es heißt, erwachsen zu sein? Ich stell hier mal ein paar Gedanken von Sandy rein:

* Ability to control feelings
* Acceptance of oneself
* Ability to face difficult situations calmly
* Ability to settle differences amicably
* Being dependable
* Being orderly
* Being willing to undergo present difficulty to achieve future goals.
* Being able to resist group pressure when you believe you are right
* Being able to admit you were wrong and can manage to say sorry
* Being able to keep promises
* Being willing to work to improve what you can change
* Being unselfish
* Taking goals that put faith in a greater power than yourself (…)

You can be 57 years old and be an immature jackass. Age doesn’t bestow any kind of special powers. We’re all works in progress to a certain degree. It’s not the things we do so much but how we execute our actions and how we effect the people around us.

Ask yourself a few things;

Do you think you’re a joy to be around?
Are you a burden to anyone?
Do you cause pain to loved ones?
Do you see pain and suffering in others?
Do you really think you’re that damn special? (…)

Well, was kann ich sagen… hab hiermit einen Teil meines Frustes niedergeschrieben. Der an sich schon vor Silvester begann, als ich nämlich meinen Vater gefragt hatte, wie es denn - wir hatten eine Woche vorher schon kurz darüber gesprochen, nachdem er spontan bei uns geklingelt hatte, um, wie er sagte, die Mama W******* kennenzulernen - aussähe, ob er Silvester mit uns feiern wolle und die Mama meines Freundes kennenlernen wolle. Hier die Antwort:

also ja, wenn sich’s einrichten läßt…

Was soll man dazu sagen?

Ein anderes, typisches Reaktionsmuster übrigens: Meine Mutter liest das hier und wird mir dann sagen: Aha, mit dem Papa hast Du also über Silvester gesprochen. Und vor mir wird wieder alles verheimlicht. Aha. Ich hab’s wohl nicht nötig, informiert zu werden.

See?

Ich hab ja schon einen Haufen Blondinenwitze gehört, aber der hier ist mit Abstand einer der besten… hahaha.

Na, was denkt Ihr, ist das ein gutes Zeichen, daß mir der Herr, der mit mir das Bewerbungsgespräch geführt hat, davon erzählt hat, er hätte einmal mit dem Jugendamt zu tun gehabt?

Es gibt Leute, die behaupten, ich wäre eine gute Hausfrau. Hätten diese Menschen heute gesehen, in welchem unbeschreiblich blau-grauen Ton meine Shirts, Handtücher, Socken usw. aus der Waschmaschine kamen, sie würden das sofort dementieren. Kaum wechselt man mal das Waschmittel und ist ein bisschen unkonzentriert und schon erlebt man nicht nur visuelle Überraschungen sondern bekommt oben drauf noch einen richtig herben Oma-Duft. Hihi, vielleicht macht mich das ja älter ;)

Als ich noch kein Auto hatte, fuhren ein guter Freund und ich jeden Samstag Vormittag zum Wocheneinkauf zu Aldi. Gut gelaunt suchten wir uns auf dem riesigen Gelände einen Parkplatz, zogen jeder seinen eigenen Einkaufswagen aus der Reihe und näherten uns der Automatiktür. Spätestens in der Schleuse drängelten Menschen verschiedenster Herkunft unangenehm an mir vorbei, schlugen sich an Nutoka vorbei durch bis zum guten Trollinger und nahmen dann nach der Ecke voll mit Chipsletten den Run auf Bananen, Salate und Co. auf. Spätestens bei den Sonderangeboten der Woche hatte ich eine riesen Wut auf die Aggressivität der Leute, die weder freundlich noch höflich sein können. Vielmehr scheinen sie Angst zu haben, das letzte Stück ihres Lieblingsproduktes könnte in meinem Wagen landen. Aber vielleicht liegt diese negative Atmosphäre auch an den Damen des Verkaufsteams, von denen jede einen Pokal als Schnutenzieherin verdient hätte. Trotzdem schenke ich der Kassierin jedes Mal ein Lächeln – vielleicht wird sie ja eines Tages angesteckt.

Heute habe ich ein Auto, mit dem es sich hin und wieder prima zu Ikea fahren lässt, da es auch für größere Transport-Vorhaben durchaus geeignet ist. Ich weiß meistens ziemlich genau was ich will, da ich ja bereits zuhause den Katalog eifrig studiert habe. Also nutze ich die von Ikea eingerichteten Abkürzungen durch die Ausstellungsfläche und versuche flott voran zu kommen. Wie gesagt, ich versuche. Trödelig schlendern da verliebte Pärchen über den Gang auf der Suche nach ihren ersten gemeinsamen Einrichtungsgegenständen, Ehefrauen träumen beim Anblick der ausgestellten Dekoration von ihrem eigenen Reich, Ehemänner jagen ihren kleinen Kiddies hinterher, die für das Kinderparadies Smaland schon zu groß oder auch einfach zu laut gewesen wären. Und ich, die einzige Kundin in diesem Laden, die vermutlich ganz genau weiß was sie will, mittendrin und stolpere über all dieses Einkaufsglück – immer versucht dabei nett zu lächeln.

Ist der Alltag gemeistert gönne ich mir ab und zu einen leichten Rausch im Nachtleben deutscher Städte. Aber auch hier in den Clubs und Bars meines Vertrauens geht es oft rauh zu. Barsch wird man in der Schlange vor dem Barkeeper zur Seite gestoßen und auf der Tanzfläche von Stilettos getreten. Der Kampf um ein späteres Taxi zur Heimfahrt wird oft zur Nahkampfzone unter Begleitern erklärt, wobei gerade dieses Phänomen eher den Herren vorbehalten ist.
Wir Ladies dieser Welt rücken uns auf der Damentoilette wieder ins rechte Licht, holen tief Luft und schreiten mit einem Lächeln im Gesicht zurück ins Getümmel.

Es war genau Mitternacht. Längst lagen wir uns in den Armen mit den besten Neujahrswünschen. Die Knaller glühten im Sternenhimmel und der Rauch verbarg immer mehr die Natur hinter sich. Ich stand auf dem Parkplatz. Einsam mit meinem Sektglas schlich ich mich von der lauten Gruppe davon. Ich sah in den Himmel, beobachtete die Blitze und die Tränen fingen an zu laufen.

In den letzten sechs Jahren hatte ich kein einziges schönes Silvester. Und was war das heute? Welche Erwartungen hat man an solch einen Jahreswechsel? Ich hab anscheinend Höhere, als ich jemals zugeben würde und wurde wieder enttäuscht. Ja, es war schön, mit meinen Freunden zusammen zu sein. Und ja, Essen, Feuerwerk und Singen war auch schön. Doch irgendwas fehlt – Jahr für Jahr.

Jetzt ist das neue Jahr gerade mal acht Stunden alt und ich sitze zuhause an meinem Computer, trinke einen kleinen viel zu süßen Piccolo und rauche ein paar Zigaretten. Die letzten Stunden verbrachte ich mit einem Freund singend, tanzend und Champus trinkend im elterlichen Wohnzimmer. Wir schrieben eine Liste, was Liebe ist. Er ist momentan im Zwiespalt mit sich, da er ein zehn Jahr jüngeres Mädchen kennen gelernt hat und sich aufgrund dessen nicht sicher ist, ob das „standesgemäß“ für ihn wäre. Seit wann spielt Alter eine Rolle, frage ich ihn.

Was bringt das neue Jahr für mich? Mein angeblich doch so zutreffendes Jahreshoroskop prophezeit mir eine steile Karriere, wodurch ich auf einiges verzichten müsste. Ok, alles klar, damit kann ich umgehen. In mir steckt sowieso ein kleiner Workaholic. Und wäre ich mit meinem jetzigen Job nicht ausgelastet, ich wüsste, wie ich mir mit Weiterbildungen das Leben anspruchsvoller gestalten könnte.

Welche Vorsätze habe ich? Trinken und rauchen werde ich wie eh und je. Sport nimmt sich auch jeder mehr vor, oder? Also, wieso nicht auch ich? Ich bin erwachsen geworden im letzten Jahr. Doch was heißt das für das diese?

Die Dämmerung zieht an meinem Fenster entlang und ich weiß genau, was ich vermisse, doch ich bin zu stolz, es zuzugeben. Ich bin doch ein großes Mädchen, ich brauche niemanden. Und doch sehne ich mich nach der warmen Schulter, in die ich meinen Kopf legen kann und in der ich wohlig einschlafen kann.

Was wird das nächste Jahr für mich bringen? Wie wird sich die Welt rund um meine Person weiter drehen? Wie werde ich mich weiter drehen? Gehört Sentimentalität mit zum Jahreswechsel?

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