gestern nachmittag war ich in münchen und habe meinen großvater besucht. eine stunde lang bin ich im schnee herum geirrt, bis ich seine grabstelle am waldfriedhof gefunden hatte.

vor einem jahr war er mit 91 jahren gestorben und hat eine riesengroße familie hinterlassen, die sogar noch zu seiner testamentsverlesung um das wissen über ein uneheliches kind bereichert wurde. da stand ich an seinem verschneiten grab, das eine heilige maria aus marmor bewacht, und musste plötzlich weinen. hatte mich mein opa während meiner pubertät doch so wenig interessiert und auch später immer die zeit gefehlt, ihn einmal besuchen zu fahren. und jetzt, wo er nur noch in unseren herzen lebt, bringe ich ihm einen weihnachtskranz, erzähle ihm, was in meinem leben passiert und werfe ihm beim gehen noch ein küsschen zu.