Tue 22 Nov 2005
reunion
wir kamen etwas zu spät an. der videotext prophezeite eine verspätung von
über zehn minuten und so erreichten wir den flughafen erst um kurz nach elf.
noch orientierungslos und auf der suche nach dem richtigen ankunftsgate rief
dxx: kuck mal, da ist rxxxxx ja.
ich war aufgeregt, nervös und ängstlich und als ich ihn sah schockiert.
keine ahnung wovon und wieso, ich war wie eine eissäule erstarrt und er kam
auf mich zu. wir nahmen uns in die arme und standen einfach so da. doch
meine erwartete emotionale ausladung, wie sie mich sonst immer überkam,
blieb aus. rxxxxx begrüßte auch seine freunde und so standen wir da, stießen
mit sekt aus plastikkaffeebechern an während ich versuchte meinem herz nur
irgendeine regung zu entlocken.
die erste regung kam, als er mich in meiner autofahrweise kommandieren
wollte, worauf ich ihm sagte, dass mir der weg bekannt und das auto mich
gewohnt sei. so gab es viele kleinigkeiten, die innerhalb einer stunde auf
mich einwirkten und mich abtournten.
angekommen in dieser wunderlich unheimlichen kneipe schwatte päd überkam
mich ein heulkrampf auf dem klo nach dem anderen. irgendwie schien auch
keiner so richtig zu merken, was mit mir los war und so blieb ich auch immer
länger von der großen gruppe weg. bis hxxxxx sich plötzlich zu mir
rüberbeugte und nachhakte. mit verständnisvollem blick nahm er mich in den
arm: exxx, es ist doch dein heimspiel!
wir zogen weiter ins café. ich füllte mich selbst ab. ich wollte meinen
gefühllosen körper noch gefühlloser machen und kippte ein bier und einen
tequila nach dem anderen weg. zusammen mit rxxxxx trank ich noch einen b52,
aber stehen konnte ich noch immer.
ich wollte nach hause. alleine.
und er verstand das nicht.
und so standen wir eine stunde morgens um 5 in der neusser innenstadt und
warfen uns gegenseitig vorwürfe und gemeinheiten an den kopf. bis ich
einfach keine lust mehr auf diskussionen hatte, klein beigab und mit ihm zu
mir nach hause ging. dort angekommen lagen wir auf dem sofa, ich kiffte, er
erzählte. als wir eine halbe stunde später ins bett gegangen sind, erinnere
ich mich daran, dass wir miteinander geschlafen haben, doch ich weiß nicht
mehr, in welcher stellung, wie es war noch sonst irgendetwas…
ich schlief ein.
und ich erwachte vor ihm.
ich sah ihn an, hoffte wieder auf eine emotionale regung. wieder nichts.
ich stand auf, machte frühstück, blätterte in zeitschriften, zappte,
schwitzte auf dem stepper, ging duschen. nach drei totgeschlagenen und
rücksichtsvollen stunden auf den schlaf meines freundes, weckte ich ihn.
nach dem frühstücksmonolog ging es weiter in den spaziergangsmonolog, weiter
in den autofahrmonolog und dann zum kaffeemonolog bei beckers. später bei
dxxxxxxxs angekommen, wurde mir schlecht. rxxxxx schlürfte seine suppe wie
ein behinderter, der es nicht besser kann.
ich ergriff die flucht und fuhr heulend nach hause. allein. und auch die
nacht verbrachte ich schlaflos allein. nur mit mir.
One Response to “Reunion”
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November 23rd, 2005 at 5:11 pm
Oh oh… Da schaut man in der Kaffeepause mal nach, ob denn hier wohl mal was stehen mag, und dann sowas… Bis Freitag!