November 2005


der abend gestern war so schön unbeschwert und amüsant! meine mädels sind wieder da und mit ihnen stundenlanges quatschen, verstehen, zuhören, lachen, kochen, in den arm nehmen, tanzen, …

axxxxx, die braun gebrannt aus dem indien-urlaub zurückgekommen ist, habe ich die letzten drei wochen wirklich ganz schön vermisst. und auch dxx hatte sich ein bisschen rar gemacht mit ihrem holger.

umso schöner, dass wir gestern mal wieder festgestellt haben, wie wichtig und witzisch diese damenrunden doch sind…

seit einer woche nun quälen mich kopfschmerzen mehr als ein schlechtes gewissen. seit samstagnachmittag ist das schlechte gewissen erleichtert worden, doch die kopfschmerzen bleiben.

mein computer hat kein passwort. und meinem computer vertraue ich sehr viel an. nur ihm. mit allen details.
rxxxxx hat alles gelesen. mit allen details.

am samstag sprachen wir darüber. er war enttäuscht. hat mich verständnislos angesehen. und wir haben ewig geschwiegen. meine gefühle dabei? ist herzlos der richtige ausdruck, wenn man seinen gedanken in diesem moment keinen freien lauf lässt? ich meine damit, ich hätte ihn am liebsten aus meiner wohnung geworfen. ich hätte ihm am liebsten gesagt, geh doch auf deine scheiß aida zurück! er fragte mich, wie ich zu im stünde. ich sagte ihm, dass ich den mann liebe, der vor sechs monaten weg in die große weite welt zog.

und da war es dann doch. ein unerwartetes zugehörigkeitsgefühl zu ihm packte mich und ich umarmte ihn zum abschied minutenlang. ist das liebe?

später fuhr ich alleine zu einer glühwein-fete. ich sollte unseren freunden sagen, er hätte sich den fuß gestaucht, als er in der badewanne ausgerutscht ist und säße jetzt in auf dem sofa zum kühlen… tatsächlich wollte er nachdenken…

schlechtgelaunt am kaminfeuer sitzend überlegte ich, ob ich mich nun voll laufen lassen sollte oder vernünftigerweise die flucht nach hause ins alleinsein starten sollte. und plötzlich hörte ich seine stimme im getümmel. er war doch gekommen und stand jetzt schweigend neben mir; vermieste mir noch mehr die stimmung…

hier ist der falsche ort, um sich zu unterhalten. wir fuhren in die stadt und redeten. doch ich hatte nicht viel zu sagen. ich hatte nur eine frage und auf die werde ich immer angelogen.

ich vertraue ihm nicht mehr.

später waren wir noch bei mir. im bett. und ich fühlte mich benutzt.

ich solle rücksichtsvoll sein. ich solle mein leben wie bisher weiterleben. keine forderungen stellen. sonst wäre er ganz schnell weg.
mxxxx war auch auf der aida. seit er wieder da ist, ist er single. sie haben sich getrennt – im guten. sie hätten sich beide in den vier monaten seiner abwesenheit zu sehr verändert. sie sind beide fremdgegangen.
und da saß er mit mir gestern in einer verrauchten crepes-bar in köln und versuchte mir zu erklären, wieso egoismus in den ersten wochen hinzunehmen wäre und ich gar nicht erst probieren solle, mit meinem freund feiern zu gehen.
sorry, all das an dieser stelle aufzuschreiben ist mir zu viel und es auch einfach nicht wert.

nach diesem „aufschlussreichen“ gespräch fuhr ich nach nxxx, um rxxxxx noch mal zu sehen. ich überraschte ihn, als er die elterlichen küche mit knoblauchduft und angebranntem beglückte. etwas distanziert war ich – das geb ich zu. und nachdem ich ihm wiedermal beim essen zusah, war ich gleich noch distanzierter.

hast du mich betrogen? fragte ich ihn und wieder antwortete er lange nicht. dann fragte er nach, wieso ich das ein zweites mal fragen würde. ich sage ihm, dass ich die wahrheit im nüchternen zustand erfahren möchte. er verneint es und im gleichen atemzug fängt er an darüber zu philosophieren, dass fremdgehen für männer ja nichts mit gefühlen zu tun hätte und als er sagt „wenn man einfach weiß, wo das herz hingehört…“, bricht er ab. „ich möchte da jetzt nicht mehr drüber sprechen.“ ich hake nach, doch er hatte schon dicht gemacht.

er hat mich angelogen. das weiß ich.

reunion

wir kamen etwas zu spät an. der videotext prophezeite eine verspätung von
über zehn minuten und so erreichten wir den flughafen erst um kurz nach elf.
noch orientierungslos und auf der suche nach dem richtigen ankunftsgate rief
dxx: kuck mal, da ist rxxxxx ja.
ich war aufgeregt, nervös und ängstlich und als ich ihn sah schockiert.
keine ahnung wovon und wieso, ich war wie eine eissäule erstarrt und er kam
auf mich zu. wir nahmen uns in die arme und standen einfach so da. doch
meine erwartete emotionale ausladung, wie sie mich sonst immer überkam,
blieb aus. rxxxxx begrüßte auch seine freunde und so standen wir da, stießen
mit sekt aus plastikkaffeebechern an während ich versuchte meinem herz nur
irgendeine regung zu entlocken.

die erste regung kam, als er mich in meiner autofahrweise kommandieren
wollte, worauf ich ihm sagte, dass mir der weg bekannt und das auto mich
gewohnt sei. so gab es viele kleinigkeiten, die innerhalb einer stunde auf
mich einwirkten und mich abtournten.

angekommen in dieser wunderlich unheimlichen kneipe schwatte päd überkam
mich ein heulkrampf auf dem klo nach dem anderen. irgendwie schien auch
keiner so richtig zu merken, was mit mir los war und so blieb ich auch immer
länger von der großen gruppe weg. bis hxxxxx sich plötzlich zu mir
rüberbeugte und nachhakte. mit verständnisvollem blick nahm er mich in den
arm: exxx, es ist doch dein heimspiel!

wir zogen weiter ins café. ich füllte mich selbst ab. ich wollte meinen
gefühllosen körper noch gefühlloser machen und kippte ein bier und einen
tequila nach dem anderen weg. zusammen mit rxxxxx trank ich noch einen b52,
aber stehen konnte ich noch immer.

ich wollte nach hause. alleine.
und er verstand das nicht.

und so standen wir eine stunde morgens um 5 in der neusser innenstadt und
warfen uns gegenseitig vorwürfe und gemeinheiten an den kopf. bis ich
einfach keine lust mehr auf diskussionen hatte, klein beigab und mit ihm zu
mir nach hause ging. dort angekommen lagen wir auf dem sofa, ich kiffte, er
erzählte. als wir eine halbe stunde später ins bett gegangen sind, erinnere
ich mich daran, dass wir miteinander geschlafen haben, doch ich weiß nicht
mehr, in welcher stellung, wie es war noch sonst irgendetwas…

ich schlief ein.
und ich erwachte vor ihm.

ich sah ihn an, hoffte wieder auf eine emotionale regung. wieder nichts.
ich stand auf, machte frühstück, blätterte in zeitschriften, zappte,
schwitzte auf dem stepper, ging duschen. nach drei totgeschlagenen und
rücksichtsvollen stunden auf den schlaf meines freundes, weckte ich ihn.

nach dem frühstücksmonolog ging es weiter in den spaziergangsmonolog, weiter
in den autofahrmonolog und dann zum kaffeemonolog bei beckers. später bei
dxxxxxxxs angekommen, wurde mir schlecht. rxxxxx schlürfte seine suppe wie
ein behinderter, der es nicht besser kann.

ich ergriff die flucht und fuhr heulend nach hause. allein. und auch die
nacht verbrachte ich schlaflos allein. nur mit mir.

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